Seit einigen Wochen “verfolgt” mich ein gewisser Andreas Unterfranz mit Bemerkungen, die ich anfangs nicht auf mich bezog, weil sie nicht auf mich zutreffen. Angefangen hat “es” nach der Veröffentlichung eines Artikels im Doberaner Stadtanzeiger am Samstag (StamS), in dem ich die Hintergründe zum Vorkaufsrechts-Streit schilderte. (Hier geht es zum Artikel)
Herr Unterfranz hinterließ einen Kommentar, mit dem er in erster Linie den StamS-Verleger Frank-Andreas Jütte angriff und lediglich seine eigene Meinung zum Artikel bekundete, die ich natürlich akzeptiere, sodass ich nicht weiter darauf eingehen musste. Herr Jütte hingegen reagierte: Herr Unterfranz verglich den StamS mit einem Zitat des Bundesverfassungsschutzes über die Sekte Scientology mit derselben, was unterste Schublade ist und nicht im Raum stehen bleiben darf.
(Hier geht es zu den Kommentaren)
Auf Facebook entdeckte ich nun heute beim Durchstöbern von Bürgermeister Semraus Pinnwand einen Kommentar zu einem falsch abgestellten Auto in der Lindenstraße. Nicht wissend, dass Andreas Unterfranz in derselben wohnt – das habe ich erst später über die Internetseite der Stadt nebenbei herausgefunden. Der Verfasser des Kommentars schrieb scherzhaft, der Vorredner könne ja Unternehmer werden und Tiefgaragen bauen, worauf ich genauso scherzhaft erwiderte, dass er dann viel Zeit mitbringen müsse – siehe Heiligendamm. Herr Unterfranz nun antwortet auf diesen Kommentar dieses: “@Martin: Du hast doch einen reichen Kumpel der Tiefgaragen baut, und Hotels, und Kliniken u.s.w.”
Unbedarft ging ich von einer Verwechslung aus, erinnerte mich dann aber zuerst an den StamS-Kommentar, in dem Unterfranz ja sehr genau wusste, wer ich bin und schließlich an einen “Max Meer” oder auch “Fenstergucker” und “Max Heizer”, die ähnliches schon vor einigen Jahren von sich gaben. Einer von ihnen (es ist immer dieselbe Person – Name und Gründe sind mir bekannt, tun aber nichts zur Sache) hatte meinen Namen bei Google eingegeben und irgend einen Unternehmensberater in Nadelstreifenanzug gesehen, als den er mich nun vermutete. Ich fand das zwar geistig dürftig und daher traurig aber irgendwie lustig, denn es zeigt doch, dass Einstein mit seinem Dummheits-Zitat Recht hat. Meine Erklärung, wer ich wirklich bin, brachte “Max” zum Schweigen. Zwar nicht ganz – er verbreitet immer noch seinen Link zum Negativschlagzeilensammelwerk “Schwarzbuch FUNDUS” und seine Thesen in den Kommentarforen großer Medien aber das ist ja nicht mein Problem.
Jedenfalls fühlte ich mich veranlasst, mal nach Informationen zu der sich mir aufdrängenden Person Andreas Unterfranz zu suchen. Ich kannte ihn als Stadtvertreter und Klostermauer-Reiniger und gerade diese Aktion ließ ihn mir nicht im schlechtesten Licht erscheinen. Dass seine Meinungen nicht immer (eher selten) meine waren, störte dabei nicht – es sind eben Meinungen.
Weit musste ich nicht suchen um herauszufinden, dass der radsportbegeisterte Doberaner 2004 für die CDU in die Stadtvertreterversammlung einzog, bei Abstimmungen in Bezug auf Heiligendamm zu einem Kern gehörte, der gegen die FUNDUS-Vorhaben stimmte (was ja sein gutes Recht ist) und der dann 2009 nach meinem Verständnis plötzlich auf einer von zwei Listen der CDU stand und auf der anderen nicht. Die Liste mit seinem Namen landete soweit ich das verstehe zusammen mit den Namen einiger anderer CDU-Leute, die sein Abstimmungsverhalten teilten, im Müll. Die zur Wahl zugelassene Liste beinhaltete diese Namen nicht mehr und so konnte Unterfranz nicht gewählt werden. Wie, ist mir ein Rätsel aber FUNDUS-Chef Jagdfeld soll nach den Unterstellungen der “Geschädigten” diese Aktion eingefädelt haben. Fortan fiel Unterfranz durch Leserbriefe und Kommentare auf, in denen er seine Meinung gegen Jagdfeld und seine FUNDUS-Gruppe, gegen das Grand Hotel und die ECH und auch gegen Befürworter derselben oder auch nur deren Projekte verbreitete. Nicht immer mit belegbaren Fakten aber solange er als Privatmann schreibt, wird ihm keiner Vorwürfe machen.
Im Laufe dieser Recherchen kam ich also dahinter, dass irgendwo in den Windungen des Hirns des sich selbst auf Facebook als “Staatsmonarchisten” bezeichnenden Kreistagsmitglieds der Gedanke entstanden sein muss, ich würde mit Jagdfeld befreundet sein. Das war ja auch “Max” sein irriger Gedanke.
Nun, Jagdfeld – den habe ich das erste Mal 2010 gesehen – beim ersten Spatenstich für Villa “Perle” aus der zweiten Zuschauerreihe. Zuletzt sah ich ihn 2011 beim Richtfest der Villa “Perle” – aus der hintersten Zuschauerreihe. Das war es auch schon. Ich habe nie mit ihm geredet, nie telefoniert, gemailt, geschrieben, nicht einmal seine Hand geschüttelt… nichts. Das aller erste Mal, dass ich ihn überhaupt kontaktierte war vor einem Monat per Brief – mit gesammelten Ideen zur Zusammenarbeit Heiligendamms und Börgerendes.
Wohl habe ich mit Herrn Schlag und Herrn Zimmermann, mit Frau Brasche-Salinger und Herrn Plöger an einem Tisch gesessen. Ich habe mir von ihnen Sachverhalte erklären lassen, sie zu ihren Ansichten ausgefragt und geschichtliche Details und Bilder kopieren dürfen. Das war 2007, danach haben wir uns alle paar Monate mal für einen oder zwei Tage per E-Mail ausgetauscht – immer wollte ich was wissen und meistens waren es geschichtliche Sachen, hin und wieder auch Infos zu aktuellen Diskussionsthemen, denen mir einfach der Hintergrund fehlte. Stets habe ich danach die erhaltenen Infos geprüft, indem ich dieselben Fragen noch einmal aktiven oder ehemaligen Stadtvertretern oder der Verwaltung selbst stellte. Das letzte Mal mit Herrn Schlag persönlich im Gespräch (bis auf ein paar Sätze bei der Besichtigung der Perlen-Baustelle) war ich 2009, als er mir einige Villen von innen zeigte, weil auch ich nicht restlos überzeugt war, sie nicht auch ohne Abriss retten zu können. Nach der Besichtigung war ich überzeugt – die Eindrücke von innen sind selbst redend. Es stand auch jedem Stadtvertreter frei, sich die Villen von innen anzusehen. Gerade die Gegner des Projekts haben das reihenweise abgelehnt.
Freunde habe ich im Umfeld des Investors also keine. Arbeiten tu ich gar nicht – ich bin voll erwerbsgemindert und bekomme eine kleine Rente und das war es auch schon.
Wenn ich nun aber keine persönlichen Kontakte zur Investorengruppe habe, nicht für sie arbeite und auch sonst nicht in den Genuss von irgend welchen Vorzügen komme, warum tue ich mir denn das alles überhaupt an?
Weil ich überzeugt bin, dass Heiligendamm auf dem richtigen Weg ist und niemand bisher mich vom Gegenteil überzeugen konnte. Ich habe nicht viel von einem schönen Luxushotel – ich kann mir da nichts leisten – im Prinzip nicht einmal Kaffee und Kuchen – und alles was ich auf dem Gelände mache, sind ein paar Fotos im Jahr. Aber ich bin nicht neidisch auf ein Hotel, das sich die meisten Bürger dieser Stadt nicht leisten könnten, sondern ich bin stolz darauf. Ich weiß, dass ich vor 200 Jahren in gleicher Position ebenfalls das Hotel nur von außen gesehen hätte und ich weiß auch, dass ich vor 30 Jahren eine Überweisung gebraucht hätte, um diese Klinik von innen sehen zu können.
Ich kenne Heiligendamm seit meiner Kindheit und die prächtigen Gebäude haben mich stets fasziniert. Verstanden aber habe ich Heiligendamm erst in den letzten 12 Jahren mit dem Sammeln von Informationen und Bildern, dem Lesen von Büchern, Abhandlungen und Informationsseiten, Zeitungen und Foren. Für mich ist Luxus in Heiligendamm alternativlos, denn nur die Luxus-Legende Heiligendamm lässt sich vermarkten. Nur ein Luxushotel knüpft an die goldenen Zeiten des ersten deutschen Seebades an und nur ein Anknüpfen daran kann dazu führen, dass diese goldenen Zeiten wieder eintreten. Heiligendamm kann natürlich auch als Klinik, Asylantenheim oder Irrenanstalt funktionieren aber das ist dann das Ende der Legende und eine Wiederkehr ist damit ausgeschlossen. Kurzum: Wenn wir mit Heiligendamm Geld verdienen wollen, dann müssen wir die Legende wiederauferstehen lassen. Wollen wir mit Heiligendamm kein Geld verdienen, müsste es uns eigentlich gut genug gehen, um alle Probleme dieser Stadt bis morgen lösen zu können. Da dies nicht der Fall ist, kann es uns nicht egal sein, dass in Heiligendamm ein Goldschatz auf dem Silbertablett steht – wir brauchen das Geld, also brauchen wir ein funktionierendes Heiligendamm. Alles was in diese Richtung arbeitet, unterstütze ich und darum unterstütze ich eben mehr die einen, als die anderen.
Wenn zwei etwas gegensätzliches tun und das Tun des anderes als falsch ansehen, dann muss zwangsweise etwas richtiges dabei heraus kommen. Von daher sehe ich die Gegensätze nicht als problematisch – am Ende setzt das durch, was funktioniert und das nicht-funktionierende verschwindet von der Bildfläche. Am Ende des Tages kann mir Heiligendamm und die ganze Diskussion auch egal sein, denn ich lebe nicht davon. Das einzige was ich mir wünsche, ist eine sachliche Diskussion miteinander und nicht ein Beharken gegeneinander.
Andreas Unterfranz muss für das Negativbeispiel her halten: Er beweist in seinem eigenen Namen selbstredend, dass es beim Thema Heiligendamm nur schwarz und weiß gibt und keiner mehr in der Lage ist, eine Mitte zu finden. Der Mann mit dem “D” für “Demokratie” im Namen seiner Partei (obgleich ja “Staatsmonarchist”) zeigt, wie Demokratie nach der Idee der Macher nicht funktionieren sollte. Und er zeigt, dass selbst Leute mit Bildung und Mandat nicht immer Fakten als Grundlage ihrer Aussagen benutzen, sondern gern auch aus Vermutungen und Unterstellungen Unsinn zusammen reimen. Ein Grund mehr, den Mandatsträgern aufs Maul zu schauen und ihre Worte nicht als bare Münze zu nehmen.
Mehr über mich gibt es übrigens im “Selbstverständnis dieser Seite” – noch im alten Design.
Der Stand der Seite ist 2010 – einige Ansichten mag ich inzwischen überdacht und korrigiert haben, da ich nicht auf einer Meinung beharre, sondern in der Lage bin, mit neuen Informationen auch zu neuen Schlüssen zu kommen.
Nachtrag 09.05.2012:
Es gibt übrigens durchaus Dinge, wo ich nicht mit der Investorengruppe überein stimme und das auch auf ZAM (in der alten Version) deutlich gemacht habe:
Ich halte nichts davon, die “Alexandrine” zum Zwecke der Vergrößerung umzubauen. Ein Keller soll in Ordnung gehen aber Versetzung der Traufhöhen ist ein Eingriff, der in meinen Augen nicht mit dem historischen Vorbild der Villa vereinbar ist. Es sollte doch möglich sein, mit 900 qm Wohnfläche aus zu kommen.
Ebenso ist es für mich nicht nachvollziehbar, warum die Perlenkette von hinten vollständig isoliert sein muss. Ich verstehe, dass die Straße hinter den Perlen nicht für die Öffentlichkeit taugt, weil sie mitten durch dieses Areal geht, wenn Ensemble-Palais und Ensemble-Villa fertig und die Kolonnaden saniert sind. Es gab aber Studien, die einen Arkadengang von der Kühlungsborner Straße am Waldrand entlang und damit noch hinter den beiden Ensemble-Neubauten vorschlugen. Der Clou an diesem Arkadengang, den man nicht nach Norden verlassen aber von dem aus man alles sehen könnte, ist die Mündung des Weges auf die Halbinsel im Golfteich. Diese sehr attraktive und touristenlenkende Maßnahme hätte ich mir gewünscht.
Auch die Art der Einfriedung finde ich unglücklich. Man sieht einfach zu viele Zäune. Mit Hecken, Wällen und künstlerischen “Mauerwerken” wäre die Einfriedung angenehmer und würde den Druck aus der Zäune-Diskussion nehmen.
Als negativ empfinde ich es, wenn gesagt wird, Butzes Bistro wird durch das Grand Hotel neu eröffnet und betrieben, dieses aber nicht passiert.
Ich sehe auch nicht so viel Sinn im Rundweg (den der Investor aber nicht wollte, sondern von der FDP aufgedrückt gekriegt hat). Die bessere Alternative ist eine Erweiterung nach Osten und Zusammenarbeit mit Börgerende, das eher die Klientel bedienen kann, die in Heiligendamm nicht findet, was sie sucht. Für mich gehört auch ein Aussichtsturm nicht nach Westen, sondern nach Osten, wo man auch viel mehr sehen kann. Obgleich man nur den Grenzwachturm nutzen müsste.
Man sieht also, dass auch ich nicht alles unterstütze. Nur bekämpfe ich es nicht, denn nichts von dem vorgenannten ist so schlimm, dass es bekämpft werden müsste. Selbst für die “Alexandrine” ist letztlich ein Umbau besser, als der endgültige Verfall. Was den Tourismus betrifft: Die Stadt muss um das Hotel herum Angebote schaffen, die die Suchenden das Gesuchte finden lassen. In Verbindung mit Börgerende ist das realisierbar aber mit der jetzigen Stadtvertretung irgendwie nicht zu machen – Heiligendamm geht wieder mit Buden und Wagen in die Saison.
Vielleicht kann ich mit der kurzen Erklärung dem Unsinn vorbeugen, den sich einige zusammen dichten. Demnächst werde ich einen Beitrag veröffentlichen, der Klarheit in das Gewirr von schwarz und weiß und grau bringt.
Ihr Martin Dostal
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