Nov
04

ZEIT AM MEER – Informationen zur Neugestaltung

Zwei technische Probleme mit schönen Folgen für Sie.

Es ist schon länger geplant, die Seiten von heiligendamm.city-gate.net auf zeit-am-meer.de umzuziehen.
Vorgesehen war aber, erst die einzelnen Seiten neu zu erstellen und dann alles auf dem neuen Webspace zusammen zu führen und zu veröffentlichen. Ein Problem mit dem bisher benutzten Webeditor und ein weiteres kleineres Problem haben mich aber dazu bewegt, statt die Seiten bis zur vollständigen Überarbeitung still so stehen zu lassen, lieber jetzt schon die neue Technik zu nutzen.

Fertig ist alles noch nicht: Das Design ist nicht endgültig und auch technisch ist alles eher noch ein Rohbau. Aber ich kann Artikel schreiben, sie bei Facebook und Twitter verlinken, Sie können die Artikel teilen und kommentieren, sodass die grundsätzlichen Funktionen nutzbar sind. Ansonsten verlinkt hier alles auf die alten Seiten auf dem alten Webspace und wenn alles fertig ist, werden Sie es hier erfahren.

Sie erreichen die alten Seiten wie gewohnt: Klicken Sie einfach HIER.
(Und dort haben Sie auch wieder Ihre gewohnte Startseite.)

Es grüßt Sie

Martin Dostal

PS: Durch die Arbeiten ist der Server etwas langsamer. Bitte bringen Sie darum etwas Geduld mit.

 

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Jan
19

175. Todestag von Heiligendamm-Initiator Prof. Samuel Gottlieb Vogel

Am 19.01.1837 starb Professor Samuel Gottlieb Vogel. Dem Rostocker Universitätsprofessor, Leibmedicus, später Hofmedicus und Geheimrat am Mecklenburgischen Hof in Schwerin verdanken wir Heiligendamm. Er war es, der 1793 dem Herzog von Mecklenburg-Schwerin vorschlug, eine Badeanstalt an der Ostsee zu errichten. Herzog Friedrich Franz I. war angetan von der Idee und den monetären Möglichkeiten und so folgte er dem Vorschlag Vogels, eine Seebadeanstalt in Doberan zu errichten. Sechs Meter Höhenunterschied führten zu einem Scheitern des Versuches, Ostseewasser nach Doberan zu pumpen. Zum Glück, denn nun setzte sich Prof. Vogel dafür ein, die Badeanstalt direkt am Strand des Heiligen Dammes zu bauen. Aus Schilderhäuschen wurde schließlich ein Badehaus und drei bedeutende und viele weitere engagierte Baumeister – Seydewitz, Severin, Demmler, Möckel, Stern, Willebrandt, Ratshagg – machten das erste Seebad auf dem europäischen Festland zu der Weißen Stadt am Meer, wie wir sie heute kennen. Ohne den rührigen Professor aus Erfurt wäre das alles nie passiert. Ihm verdanken wir die heute noch gültigen Baderegeln und jede Menge interessanter Annalen, die nicht nur Historikern ein seeliges Lächeln abgewinnen. Die Ostsee-Zeitung widmet heute von Geschichts-Kenner Peter Gerds einen Artikel dem 175. Todestag jenes Mediziners, der seiner Zeit voraus war und der ein damals ungewöhnliches Alter von 87 Jahren erreichte – Dank Heiligendamm?


Ostsee-Zeitung vom 19.01.2012

Heute vor 175 Jahren starb Samuel Gottlieb von Vogel

Der eigentliche Gründer des ersten deutschen Seebades Heiligendamm fand seine letzte Ruhestätte in Doberan.
Im Laufe seines Lebens als Arzt und Gelehrter wurden ihm zahlreiche Ehrungen zuteil.

Von Peter Gerds

Heiligendamm – Vor 175 Jahren – am 19. Januar – starb Samuel Gottlieb von Vogel (1750 bis 1837), Ideengeber für das erste deutsche Seebad in Heiligendamm. In einem zeitgenössischen Nachruf hieß es: „Er war ein redlicher Mann . . . ein treuer Freund. Eingedrungen in die innersten Tiefen seiner Wissenschaft, leistete er Ausgezeichnetes als Arzt, als Lehrer und als Schriftsteller; verschmähte es aber nie, von Andern zu lernen.

Uneigennützig half er gern den Leidenden. Sein Tod ist ein Verlust für die Wissenschaft und für die Menschheit.“ Vogel wurde in Erfurt in einer
Gelehrtenfamilie geboren, studierte Medizin in Göttingen, promovierte dort und ging nach Ratzeburg, später nach Lauenburg. Einem Ruf, den Lehrstuhl der Medizin an der Universität Paris einzunehmen, folgte Vogel nicht; dafür nahm er dann 1789 das Angebot von Herzog Friedrich Franz I. von Mecklenburg-Schwerin an, der ihn zum Hofrat beförderte, „als Ordentlicher Professor der ArzneiGelahrtheit“ an der Universität Rostock zu lehren.

In der alten Hansestadt heiratete Vogel sieben Jahre später Dorothea von Bassewitz aus Güstrow. Prof. Dr. Vogel war zu jener Zeit bereits in Deutschland und darüber hinaus bekannt geworden durch sein „Handbuch der praktischen Arzneiwissenschaft“ in fünf Bänden, in dem er sich bereits ausführlich mit der Meeresheilkunde befasst hatte.Vogel beschäftigte sich intensiv mit der Geschichte der Seebäder, besuchte mit Fachleuten Brunnen- und Badeorte in nah und fern und machte eine Reihe von Vorschlägen zur Errichtung von Badeeinrichtungen an der Ostsee in Heiligendamm. Damit überzeugte er den Landesherren, und zwar nicht nur mit Argumenten der medizinischen und humanitären Bedeutung eines solches Seebades, sondern vor allem wohl dadurch, dass sich wirklich große finanzielle Einnahmen erwirtschaften ließen.

1793 war es dann soweit, und bereits ein Jahr später – das Vorhaben war mittlerweile in der deutschen Presse mehrfach abgehandelt worden – kamen über 300 Badegäste und waren voll des Lobes. Vogel hatte aus medizinischen Gründen angeregt, unbekleidet zu baden. Aber konnte man zu jener Zeit im „Adamskostüm“ ins Wasser kommen? Die aus England bekannten Badekarren kamen wegen des steinigen Heiligendammer Strandes nicht in Frage. Statt dessen ließ Vogel auf Vorschlag des Rostocker Schiffbaumeisters Badeboote bauen, von denen man im offenen Meer über eine Treppe in das Wasser stieg. Vogel publizierte seine Erkenntnisse und Erfolge in einer Vielzahl von Schriften wie „Ueber den Nutzen und Gebrauch der Seebäder“, „Ueber die Seebadecuren in Doberan“, „Annalen des Seebades“, „Zur Nachricht und Belehrung für die Badegäste in Doberan“. Fast jedes Jahr wurden umfangreiche medizinische Berichte veröffentlicht, und ebenso machte Vogel mit neuen Heilverfahren und den unterschiedlichsten Behandlungsmethoden bekannt 1797 wurde Vogel zum Leibmedicus des nunmehrigen Großherzogs ernannt und als Badearzt angestellt.

Als solcher war er regelmäßig unter den Kurgästen zu finden, hielt Sprechstunden ab und stand gleichwohl zu Konsultationen zur Verfügung. Er wusste aber ebenso, dass das Seebad für „eine Menge Krankheitsfälle durchaus nichts tauge“. Wenn es einer Kur dienlich war, wurden den warmen Seebädern verschiedene Zusätze beigefügt wie etwa Seife, Laugensalz, Chinarinde oder aromatische Kräuter. Milchkuren mit Eselsmilch, bereits in der Antike bekannt, kamen auch in Heiligendamm aus diätischen Gründen zum Einsatz. Um schnell an die notwendigen Medikamente, Kräuter und Tinkturen zu gelangen, hatte Vogel in Doberan eine Apotheke einrichten lassen. Schließlich war Prof. Vogel dafür bekannt geworden, dass er auf vielfältigste Art und Weise den wissenschaftlichen Austausch von Gedanken und Erfahrungen beförderte.

So blieben hohe und höchste Ehrungen nicht aus. Friedrich Franz I. verlieh ihm den Titel „Geheimer Medizinalrat“, der König von Bayern erhob ihn wegen der Verdienste in den Adelsstand und der König Friedrich Wilhelm von Preußen ehrte ihn mit dem Roten Adlerorden. Der „Vater des deutschen Seebades“, Mitglied vieler deutscher und internationaler wissenschaftlicher Gesellschaften, erkrankte Anfang 1837 im 87. Lebensjahr an Grippe und starb bald darauf. Seine letzte Ruhestätte fand der hochgeachtete Mediziner in Doberan.

Professor Samuel Gottlieb Vogel (Quelle: Wikipedia)

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Jan
16

Kino-Rettung steht vor letzter Hürde: Gibt die Stadt Geld dazu?

Fast alle Stadtvertreter wollen das Kino retten – nur jeder anders. Betreiber Peer Kretzschmar machte deutlich, was ihm fehlt: Das Geld für die Digitalisierung des Kamp-Theaters. Er hat nun den ersten Schritt gemacht und den Mietvertrag unterschrieben.

Nun liegt der Ball bei der Stadt: 25.000 Euro soll sie Kretzschmar leihen, damit er das Kino digitalisieren kann. Die Beschlussvorlage kommt von der FDP, die sich ihren errungenen Heiligendammer Rundweg gerade selbst demontiert und bis zur Kommunalwahl 2013 wieder ein handfestes Argument für die Wähler braucht. Wenn Selbstinszenierung brauchbare Ergebnisse hervor bringt, ist es ja auch nicht schlecht. In Heiligendamm hat sie bis auf den nun selbst wieder demontierten Rundweg nichts brauchbares hervor gebracht.

Der engagierte Kühlungsborner Kinobetreiber hat jedenfalls gute Ideen für das Kamp-Kino, von der auch die Stadt und ihre Jugendlichen profitieren können. Was sind 25.000 Euro, die man zurück bekommt gegen die enormen Gelder, die die Stadtvertreter bisher durch Uneinigkeit verschenkt haben? Einmal sich einig sein reicht, um das Kino zu retten.

Ostsee-Zeitung vom 16.01.2012

„Mietvertrag zum Kino liegt vor“

Bad Doberan – Gespannt blickt Peer Kretzschmar, Kinobetreiber aus Kühlungsborn, nach Bad Doberan: Ende des Monats sollen die Stadtvertreter über eine Beschlussvorlage zum ehemaligen Kamp-Theater entscheiden. Behält die Münsterstadt nach monatelangem Hin und Her ihr Kino doch noch?

„Der Mietvertrag ist zum 1. März unterzeichnet“, erklärt Kretzschmar. Er könne das Kino aber nur übernehmen und die Digitalisierung anpacken, wenn die Stadt ihn unterstütze. Dazu soll laut Beschlussvorlage der FDP ein Zuschuss von 25 000 Euro her, zudem ein Darlehen von 20 000 Euro, das Kretzschmar zurückzahlen will. „Die Konzeption liegt dem Bürgermeister seit langem vor“, sagt der Kühlungsborner.

Dies sei vermutlich die letzte Chance für die Stadt. „Wenn die Stühle raus sind, gibt es nie wieder ein Kino“, so Kretzschmar. Er könne sich viele Synergien mit der Stadt vorstellen. Eine Idee: ein Filmklub für Jugendliche. „Ich möchte Jugendliche ins Boot holen und mit ihnen Filme herstellen.“ Die Stadt könnte von Werbefilmen profitieren – auch in 3D. Kretzschmar: „Ich bin immer zu einem Gespräch bereit.“ fp

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Jan
15

Endlich: Markt-Lücke in Bad Doberan steht vor Schließung durch Bebauung

War ich das?

Am 16.02.2011 telefonierte ich mit Herrn Friedländer von der devello Immobilien GmbH zum Thema “Baulücke am Markt Bad Doberan”. Die devello GmbH entwickelt in der Region auch das neue Hotel in der Parklstraße in Warnemünde und ist bekannt für große Projekte. Herr Friedländer erzählte mir von den Problemen, die das devello-Projekt in Bad Doberan hat: Den Stadtvertretern gefiel das Aussehen des geplanten Komplexes nicht und bis sie sich zu Kompromissen durchringen konnten, waren große Interessenten längst abgesprungen.

Der größte Interessent war die Bundesagentur für Arbeit, die aber nur befristet einziehen wollte, weil sie bereits den Bau in der Beethovenstraße plante. Mit befristeten Großmietern kann ein Investor in einer kleinen Stadt auch nichts anfangen und so waren die Voraussetzungen für den Baubeginn stets schlecht: Keine Interessenten – keine Finanzierung – kein Baubeginn.

Am Liebsten wollte die devello das Grundstück wieder verkaufen – ohne große Gewinne, einfach für so viel Geld, das die bisherigen Investitionen davon gedeckt werden können. Ich schrieb einen Artikel auf ZEIT AM MEER und machte auf die Kaufmöglichkeit aufmerksam.

Nicht ganz ein Jahr danach:

Am 14.01.2012 berichtet die Ostsee-Zeitung von einem Investor – der hkc Hackmann & Kollath Ingenieur Consult GmbH aus Rostock – die offenbar die Fläche erworben und nun ihr überarbeitetes Konzept vorgestellt haben. Das große Rostocker Unternehmen präsentiert seine Pläne:

Ostsee-Zeitung vom 14.01.2012

Neuer Anlauf für Baulücke am Markt
Investor plant Wohn- und Geschäftshaus auf Ödland an der Westseite.
Vier-Millionen-Projekt soll 2013 fertig sein.

Von Renate Peter

Bad Doberan – Seit Jahren ein Ärgernis: die Ödfläche an der Westseite des Marktes. Jetzt stellte Marc Hackmann, Geschäftsführer der hkc Hackmann+Kollath Ingenieurbüro-Consult GmbH in Rostock, das Projekt für ein neues Wohn- und Geschäftshaus vor.

Die Idee ist nicht neu. Bereits Anfang 2008 hatte ein Investor aus Timmendorfer Strand dort vor, so ein Gebäude zu errichten. Unten Geschäfte, oben altersgerechte Wohnungen (OZ berichtete). Die Stadt hatte seinerzeit die Baugenehmigung erteilt. Doch es blieb ruhig. Auf OZ-Anfrage im März 2011 hatte der Geschäftsführer der Verwaltungs-Gesellschaft aus Schleswig-Holstein noch mitgeteilt, dass an dem Vorhaben festgehalten werde, aber die Mieter fehlen würden.

Nun hat das Rostocker Architektur- und Ingenieurbüro das unansehnliche Wiesen-Grundstück an der Westseite des Marktes erworben und den festen Willen, das Gebäude zu errichten. „Wohnungsbau machen wir eigentlich am Rande mit, aber ich mache das sehr gern“, erklärte Marc
Hackmann, als er während einer gemeinsamen Sitzung des Bauund Wirtschaftsausschusses der Doberaner Stadtvertretung sein Unternehmen vorstellte, das sich u.a. mit Hochbau, technischer Gebäudeausrüstung und Verkehrsinfrastruktur beschäftigt.

Das Haus am Markt soll ähnlich dem Projekt von 2008 entstehen, mit einigen Veränderungen, erklärte der Geschäftsführer und zeigte dies den interessierten Ausschuss-Mitgliedern und Bürgern per Beamer. „Nach dem vorherigen Entwurf sehen wir Defizite“, so der Fachmann. Ein neuer Bauantrag werde gestellt. „Wenn wir im Sommer die Genehmigung haben, könnten wir dann auch beginnen“, so Hackmann. Er rechnet mit etwa einem Jahr Bauzeit, hofft, dass das Haus am Markt im Sommer 2013 fertig sein könnte.

Zwischen vier und 4,5 Millionen Euro soll der Bau kosten. Im Erdgeschoss sollen auf 500 Quadratmetern Fläche vier Läden entstehen. Interessenten gebe es bereits, die von sich aus an die Gesellschaft herangetreten seien, erklärt Hackmann. Es handele sich um einen Bäcker, medizinisch-technisches Gewerbe und eine Bankfiliale. Die Ausschuss-Mitglieder baten, mit den Geschäften die Möglichkeit zu nutzen, mehr Menschen, mehr Kunden, in den Marktbereich zu ziehen.

In den oberen Etagen sollen altersgerechte Wohnungen entstehen, die von einem sogenannten Erschließungsflur zu erreichen sind. Kein Laubengang, wie noch im vorherigen Projekt enthalten. 15 Pkw-Stellplätze werden errichtet. Die Fassade sei gegliedert und mit unterschiedlichen Elementen gedacht. Sie soll sich in das Bild am Markt gut einfügen.

Aus den Ausschüssen der Stadt kamen Hinweise, wie die Fassade noch verändert werden könnte, die Marktseite sollte der Architekt noch überdenken, bekam Marc Hackmann beispielsweise mit auf den Weg. „Der Markt schreit nach Veränderung, aber so erschlägt das Gebäude“, sagte Monika Schneider (Linke). Hannes Meyer (Bürgerbund) wünschte sich das Gebäude „vielleicht etwas moderner“. Die Fenster zur Marktseite nicht ganz so groß, war ein weiterer Hinweis. Insgesamt entspreche das Vorhaben der Gestaltungssatzung der Stadt und sei auch mit dem Denkmalschutz im Einklang, sagte Norbert Sass, Leiter des Amtes für Bauund Stadtentwicklung. Bei Neubauten seien inzwischen mehr Freiheiten möglich, erklärte Sass.

Quelle:Ostsee-Zeitung

hkc GmbH Rostock
Die hkc GmbH beschäftigt 80 Leute. Das Unternehmen gibt es seit 2001 in Rostock sowie an vier weiteren Standorten: Hamburg, Bremen, Duisburg, Nürnberg. In Rostock werden 40 Mitarbeiter beschäftigt. Das Ingenieur- und Architekturbüro bietet die klassischen Architekten- und Ingenieurtätigkeiten und alle in diesem Zusammenhang auftretenden Leistungen an. Dabei zählen sowohl Planungs- als auch Bauüberwachungsaufgaben zum Spektrum. Standort: hkc GmbH, Brückenweg 5, 18146 Rostock

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Jan
12

Ruiniert der Finanzausschuss die Stadt? Bad Doberan soll am Vorkaufsrecht festhalten.

Die Lage in Heiligendamm spitzt sich zu: Nachdem einzelne Stadtvertreter einen Stichweg durch das Hotelgelände forderten, wollen dieselben nun auch, dass die klamme Stadt Flächen von der ECH zurück kauft. Das bedeutet, dass die ohnehin finanziell gebeutelte Stadt die Villen selbst sanieren oder einen Partner finden müsste. Wollen die Finanzausschuss-Mitglieder und Bürgerbund-Stadtvertreter, sowie FDP-Mann Harry Klink die Stadt ruinieren, nur um der ECH den größtmöglichen Schaden zuzufügen?

Streit um marode Villen in Heiligendamm verschärft sich
Vorkaufsrecht: Ausschuss lehnt Verzicht der Stadt ab. ECH droht jetzt mit Klage.

Bad Doberan – Der Streit um Heiligendamm geht in die nächste Runde. Der Finanzausschuss der Stadtvertretung lehnte einen Verzicht des Vorkaufsrechtes von Flächen der Entwicklungscompagie Heiligendamm (ECH) ab. Die ECH fordert diesen Verzicht seit Monaten und drohte bereits juristische Konsequenzen an. Laut Denkmalschutzgesetz könnte die Stadt über das Vorkaufsrecht als Käufer in die Verträge einsteigen, wenn Gefahr für Denkmale bestünde, erklärte Bauamtsleiter Norbert Sass. Allerdings fehle der Stadt das Geld oder ein Partner, der z.B. die Seevillen
sanieren könnte. Für einige politische Vertreter der Stadt sind vier Beschlussvorlagen zum Vorkaufsrecht der ECH-Flächen aber eine Grundsatzfrage.

„Die Perlenkette ist bewusst heruntergewirtschaftet worden“, wetterte Hans Gelpcke (Bürgerbund), ein Rechtsanwalt, im Ausschuss. Er fordert mit Nachdruck: Die Stadt müsse die kompletten Verträge mit Kaufpreis von der ECH erhalten. Er widersprach Ausführungen von Sass, dass die Stadt lediglich über ein Vorkaufsrecht für Grundstücke mit Denkmalen entscheiden könne. Problem: Die ECH verkauft rund 550 Hektar mit Gebäuden in
vier Paketen an neue Firmen und Privatpersonen. Gelpcke: „Der Vertrag als solcher ist unteilbar.“ Die Stadt müsse den Kaufpreis erfahren, den sie seit Monaten einfordert, um entscheiden zu können, ob und wo sie als Käufer eintritt.

Die ECH wies bisher zurück, dass es überhaupt ein Vorkaufsrecht der Stadt in Heiligendamm gibt (OZ berichtete). Aber eben dies stimme nicht, so Gelpcke. Dies belege die Tatsache, dass ECH-Chef Anno August Jagdfeld das privat genutzte Alexandrinen-Cottage im Nachhinein an verschiedene Besitzer aufgeteilt hat. Für Gelpcke ein „rechtsmissbräuchlicher Umgang mit dem Vorkaufsrecht“. Heißt: Jagdfeld versuche die Stadt uszutricksen.
Stadtvertreter Harry Klink (FDP) ist sicher: Die Stadt könne Grundstücke herauskaufen und neue Investoren dafür suchen. Bereits im Juni 2011 forderte die FDP: Die ECH müsse die Kaufpreise nennen. Die Mitglieder des Finanzausschusses zeigten sich verunsichert, welche Rechtsauffassung denn stimme. „Die Bevölkerung schaut auf uns“, so Gerlinde Heimann (Linke). Eine wechselnde Mehrheit lehnte den Verzicht auf die Vorkaufsrechte ab. Ausnahme: Für Flächen des Gutes Vorder Bollhagen gab es knappe Zustimmung. Hier stehe mit dem Gutshaus nur ein Denkmal in gutem Zustand.

Die ECH reagierte gestern: „Wir gehen davon aus, dass die Mehrheit der Stadtvertreter erkennt, dass es kein Vorkaufsrecht gibt, und sich von den unzutreffenden Behauptungen vor allem von Vertretern des Bürgerbunds nicht beirren lässt“, so Firmensprecher Christian Plöger. „Es ist der durchsichtige Versuch einer Ein-Themen-Partei, die Stadtvertretung für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.“ Da kein Vorkaufsrecht vorliege, „sind wir auch nicht verpflichtet, Kaufpreise zu nennen“, so Plöger. Verzichtet die Stadt nicht, werde die ECH „den Rechtsweg beschreiten“.

Frank Pubantz

ECH verteilt 550 Hektar
Rund 550 Hektar hat ECH-Chef Anno August Jagdfeld im Mai 2011 an neue Firmen aufgeteilt, hinter denen wiederum er und Familienmitglieder stehen. Demnach erhielt Jagdfelds Frau Grundstücke mit dem Alexandrinen-Cottage. Die ECH Grundstücksgesellschaft I bekam die historischen Teile Heiligendamms mit den Seevillen der Perlenkette, die ECH Grundstücksgesellschaft II Wald und Parkanlagen. Die Stadt sollte formal auf ein Vorkaufsrecht verzichten, tat sie aber seit Sommer nicht und forderte wiederholt, die Verkaufspreise einzusehen.

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Jan
07

Rathaus sieht kein Vorkaufsrecht der Stadt in Heiligendamm.

In der Diskussion um die Zustimmung zu Grundstücksverkäufen der ECH zeichnet sich im Rathaus eine Lösung ab. Einige Stadtvertreter wollten der ECH den Verkauf von Flächen an eigens zur Entwicklung gegründete Gesellschaften vermasseln und prüfen, ob die Stadt Flächen zurück ergattern könne. Das Rathaus nimmt nun dazu Stellung und die Stadtvertreter müssen sich entscheiden:

Rathaus sieht kein Vorkaufsrecht im Seebad
Stadtvertreter sollen ECH-Verträge freigeben.

Bad Doberan – Das Thema Vorkaufsrecht in Heiligendamm geht in die nächste Runde. Ab Montag beraten die Ausschüsse der Bad Doberaner Stadtvertretung über vier Beschlussvorlagen. Inhalt: Die Verwaltung schlägt erneut vor, den Verzicht auf ein Vorkaufsrecht für Grundstücke zu erklären, die die Entwicklungscompagnie Heiligendamm (ECH) bereits im Mai 2011 an neu gegründete Firmen übertragen hat.
Vorkaufsrecht hätte die Stadt sowieso nur nach dem Denkmalschutzgesetz, begründet die Verwaltung ihren Vorschlag. Dann also, wenn ein Privater wie die ECH ein Grundstück mit schützenswertem Gebäude verkaufen würde, für das durch den Verkauf Gefahr bestehen könnte. Dazu heißt es in der Beschlussvorlage: „Es ist nicht erkennbar, dass durch den Verkauf die dauernde Erhaltung der Denkmale in Frage gestellt wird.“

Rein finanziell wäre die Stadt gar nicht in der Lage, Kauf und Sanierung von Gebäuden zu stemmen, sagte gestern Bürgermeister Hartmut Polzin: „Wir würden es nicht können.“ Eine andere Möglichkeit wäre, über das Vorkaufsrecht Grundstücke mit Denkmalen an einen Dritten zu übertragen. Das müsste dann aber z.B. eine Stiftung sein, so Polzin. Ein Privater komme nicht in Frage. fp

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Dez
30

“Straßenkampf” in Heiligendamm: Streit um Wege, Parkplätze und Strandversorgung.

Das mondänste aller deutschen Seebäder präsentiert sich derzeit recht zweigleisig: Auf der einen Seite gibt es ein Luxus-Hotel mit Sterne-Restaurant, gediegenen Bars, Clubs und Cafés und gleich daneben geht es zwischen zwei Cafés mit einem stinkenden kleinen Klo-Häuschen und mehreren mobilen Imbissbuden am Rande von Schotter-Parkplätzen weiter. Grünflächen sind verwuchert, Wege zu schmal und Parkplätze in der Saison nicht ausreichend. Kurtaxe kostet das Ganze trotzdem und den Ärger haben die Bad Doberaner Gastgeber, die ihren Gästen unangenehme Fragen beantworten müssen. Der FDP-Mann Tom Wosar ist so ein Bad Doberaner Gastgeber und er regt sich auf. Aber nicht nur er:

Gastronomen warnen: Bald kaum noch Parkplätze am Strand

In Heiligendamm sollen zwei Service-Center dicht an dicht entstehen. Investor: „Unsinn“.

Von Frank Pubantz

Heiligendamm – Vor einschneidenden Folgen neuer baurechtlicher Regeln in Heiligendamm warnen die Gastronomen Tom Wosar und Stephan Rolfs. Vielen Doberanern sei offenbar nicht bewusst, was die in der Stadtvertretung beschlossenen Änderungen des Bebauungsplanes 25 für das Seebad bedeuten. „Die Zahl der Parkplätze wird von 200 auf 50 reduziert“, so Wosar. „Dann kann dort bald keiner mehr parken.“ Bis 30. Dezember
liegt der neue B-Plan im Rathaus öffentlich aus. Wosar und Rolfs hoffen, „dass sich viele Menschen noch dagegen aussprechen“.

Tom Wosar hat Anfang Oktober Fotos von der Parksituation in Heiligendamm geschossen. Die Stellflächen dort, wo die Entwicklungscompagnie Heiligendamm bald ein Thalassozentrum bauen möchte, und auch die am alten Golfhaus sind alle belegt. „Und das war in der Nebensaison“, so Wosar. Früher oder später komme das Thalassozentrum; hier sei rechtlich nichts mehr zu ändern. Aber gegenüber, am alten Golfhaus soll ein Imbiss mit öffentlicher Toilette und Spielplatz entstehen – ein Projekt, dem die Stadtvertreter zustimmten.

„Dann sind insgesamt 150 Parkplätze weg“, so Wosar. Es blieben nur 50 Stellflächen entlang der Straße hinter dem Strand in Richtung Börgerende. Auch 200 Fahrradstellplätze entfielen, so Wosar: „Warum sollen Touristen dann nach Bad Doberan oder Heiligendamm kommen?“ Wosar und seine Frau betreiben in Doberan eine Pension: „Die Gäste zahlen Kurtaxe wegen des Seebades. Soll ich sie nach Börgerende an den Strand schicken?“

Die Flächen am Golfhaus seien kein Parkareal, sondern Grünfläche, reagierte gestern Bauamtsleiter Norbert Sass. Sass verweist auf den Waldparkplatz, der extra zum Ausgleich geschaffen worden sei. Auch mit dem neuen Thalassozentrum sollen Parkplätze entstehen – als Tiefgarage. Sass: „Was die dann kosten, weiß nicht nicht.“

Einen Einspruch zur B-Plan-Änderung hat Klaus König eingereicht. Der Gastronom aus Templin plant seit Jahren ein Service-Center östlich des Golfhauses. Zwei solcher Versorgungszentren seien aus seiner Sicht „völliger Unsinn“. Im Februar, März wolle er mit dem Bau beginnen; geplant: drei Gaststätten und eine öffentlich nutzbare Toilette. Warum die Stadt nun mit der B-Plan-Novelle einen zusätzlichen Imbiss plus Toilette absegne, könne er nicht verstehen. Es gebe auch viel zu wenige Parkplätze. Er behalte sich Schadensersatzforderungen vor. König: „Es ist hohes privates Kapital gebunden.“


Zur Info: Tom Wosar ist nicht nur Pensionsbesitzer in Bad Doberan, sondern wollte zusammen mit dem Parteifreund Stefan Rolfs in Heiligendamm – eben auf dem betreffenden Gelände – eine Strandversorgung errichten. Außer dem Konzept der beiden FDP-Mitglieder lag ein weiteres Konzept des Heiligendammer Architekten und Gastgebers Ralf Gödeke vor, das die Stadtvertreter (und selbst die ECH) einfach schlüssiger und ausgereifter fanden. Sie entschieden sich unter Protest von Harry Klink (FDP) für den Zuschlag an Gödeke, der selbst Mitbegründer der IHG (Interessengemeinschaft Heiligendammer Gastgeber) ist, die wiederum eine gewisse Bürgerbund-Nähe aufweist. Durch die Entscheidung der Stadtvertreter kam es zu Spannungen zwischen der Orts-FDP und dem Bürgerbund im Rathaus, die auch in den folgenden Absätzen immer wieder zum Vorschein kommen.

Klaus König ist eine ganz andere Geschichte: Er entwickelt das Areal östlich des von Gödeke entwickelten Teilstückes. Die Stadt hat hier tatsächlich zuerst Klaus König für eine Strandversorgung gewonnen und dann noch einmal für die restliche Freifläche – den Schotterparkplatz – Ralf Gödeke. Tom Wosar hat also Recht wenn er sagt, dass möglicherweise Parkplätze verloren gehen. Die Frage ist nur, was er mit seinen Planungen anders gemacht hätte und ob dieses so gut ist, dass die Betreiber es vielleicht übernehmen und damit eine gute Lösung für Heiligendamm und seine Gäste finden können. Zwei Strandversorgungen auf einer Länge von fast 1000 Metern sind kein Problem: Sie müssen sich nur ergänzen, statt zu konkurrieren. Das größere Problem wäre, nicht genug Parkplätze zu finden aber genau dem will die Stadt ja durch die Errichtung eines Saisonparkplatzes östlich des Golfteiches entgegen steuern. Dass auch das nicht das Nonplusultra ist, werden Sie gleich sehen. Zuerst die…

Unterstützung von Harry Klink für den Parteifreund:

Nur ein Weg zum Strand, das ist Unvermögen

Zum Thema Parkplätze in Heiligendamm (OZ, 24. Dezember):

Der Bericht ist unvollständig. Dem Verlust von öffentlichen Parkflächen in Größenordnungen im Ort und auch der widerrechtlichen Sperrung von mit Steuergeldern sanierten Wegen steht ja die weitere Entwicklung von Heiligendamm (siehe geltende B-Pläne) gegenüber: Schaffung von Wohnraum für mindestens 2000 neue Bewohner (150 Villen) und anderer Neubauten. Diese Menschen sowie die Bad Doberaner mit ihren Gästen auf nur einem einzigen Weg an den Strand zu lenken, ist städtebauliches Unvermögen, ist Verweigerung aller Verantwortlichen gegenüber der Vernunft.

Harry Klink, Bad Doberan

Ich hatte dazu einen Leserbrief verfasst, den die Ostsee-Zeitung wieder einmal ungünstig zusammengekürzt und damit sinnentstellt hat. Darum versuche ich einfach wieder an gewohnter Stelle eine…

Analyse: Reichen die Wege und Parkflächen in Heiligendamm aus?

Ich kann ganz klar das Fazit vorweg nehmen: NEIN. Man kann gar nicht von Wegen in der Mehrzahl sprechen. Es gibt ein Zentrum in Heiligendamm und das ist die Kurve der Seedeichstraße mit ihren beiden Schotterparkplätzen, dem stinkenden Klo-Haus und den mobilen Imbissbuden, die für einen ganz eigenen Nachwende-typischen Geruch sorgen: Salzige frische Seeluft mit einem Touch Frittenfettgestank.

Zu diesem Zentrum führen in der Tat einige Wege: Man kann direkt über die Seedeichstraße in dieses Zentrum fahren und sein Glück versuchen, einen Parkplatz zu finden oder (notfalls mit Fäusten) zu ergattern (ist so 2010 passiert). Oder man parkt sein Auto auf dem “umweltverträglichen” Waldparkplatz im Großen Wohld und geht zu Fuß etwa 10 Minuten zum Strand, um wieder an der Seedeichstraße zu landen. Dann gibt es noch die “Hinterland-Parkplätze” am Bahnhof und am Fürstenhof, sowie die Blockade von eigentlich für Anwohner, Parzellenbesitzer, Mitarbeiter und Klinik-Gäste gedachten Stellflächen. Von dort aus und auch vom Molli gelangt man dann durch den Kurwald über drei Routen an der Seedeichstraße, die man sich mit Radfahrern und Autos teilen muss und die so schmal ist, dass genau das nicht funktioniert. Es führen also etwa vier bis fünf Wegrouten zur Seedeichstraße und von dort eben auch auf die Promenade . Tausende Menschen passieren in der Saison die Seedeichstraße, bei 200 Parkplätzen sind es ja allein schon mindestens 400 Leute, plus Molli-Passagiere, Radfahrer, Einheimische und Urlauber.

Sie erkennen unschwer, dass das nicht funktionieren kann.

Nun soll noch ein weiterer Parkplatz durch die Stadt gebaut werden und auch wenn dafür andere Parkflächen verschwinden, wird erst eine gewisse Anzahl an Stellplätzen die Finanzierung der Bauvorhaben sichern können. Der Saison-Parkplatz wird also auf keinen Fall weniger Autos fassen, als der verschwindende Parkplatz. Bestenfalls kommen in Zukunft gleich viele Autos, schlechtenfalls mehr. Dasselbe gilt für die ECH-Tiefgarage unter dem Thalasso-Zentrum, die auch nur vorhandene Parkplätze unter die Erdoberfläche verlagern soll. Da kommt dann aber noch ein Mehrbedarf hinzu: Die Gäste des Thalassozentrums – das es ja noch nicht gibt – wollen parken und auch die Bewohner der Villen der Perlenkette bekommen ihre Zufahrt zum Tunnelparkplatz über die Seedeichstraße. Das aber weiß die Stadt schon seit 2004 und hat es einfach nicht berücksichtigt. Am Ende werden dann alle auf die ECH schimpfen, weil die Gäste des Schwimmbades und die Bewohner der Perlenkette ein Mehr an Autos verursachen. Aber war nicht genau das der Plan: Gäste mit neuen Angeboten zu locken und sie dazu zu bewegen, sich dauerhaft oder zumindest länger hier niederzulassen und ihr Geld hier auszugeben? Die Stadt plant an der ECH vorbei – wieder einmal.

Nächstes Szenario: 200 Wohneinheiten in Apaartments an der Kühlungsborner Straße sollen entstehen, 150 Villen rund um den Ort, Sportstätten, Freizeitangebote, mehrere Appartmenthäuser, Gaststätten und evtl. auch kleine Hotels innerhalb des Villenviertels (so die Vision Robert A. M. Sterns von 1997). Dieses Mehr an Menschen will auch zum Strand!

Die Wege werden also hoffnungslos überlastet. Wie lauten die Alternativen?

Es müssen neue Wege geschaffen werden, die nicht in der Kurve der Seedeichstraße enden.
Also doch einen Stichweg? Nein, denn der führt erst Recht in eine Sackgasse, in der Ottonormaltagesgast kein Geld lassen kann.
Ein Stichweg würde hunderte Gäste vom Bahnhof und den “Hinterland-Parkplätzen”, später sogar von den Appartments und Villen durch das Hotel hindurch schleusen. Die Gäste würden sich gestört fühlen und auch die Bewohner der Perlenkette säßen auf dem Präsentierteller. Der Stichweg würde direkt an den Terrassen der Kolonnaden, der Liegewiese und den Fensterfronten des SPA-Bereichs vorbei führen. Ein Stichweg würde die Menschen in eine Sackgasse oder – wenn der Rundweg gebaut wird – weg von Heiligendamm führen. Kein Mensch würde Geld in der Strandversorgung und den Cafés lassen, wenn er dort im Abstand durch den Wald hindurch vorbei geführt wird.

Nein, die Wege in Heiligendamm müssen zielgerichtet sein. Das Ensemble erschließt sich von Ost nach West und die Stadt tut gut daran, die Menschen erst an der Strandversorgung entlang gehen und wissen zu lassen, wo sie Geld ausgeben können, bevor sie nach Westen abhauen. Im Osten muss mehr Infrastruktur geschaffen werden: Neue Wege durch den Großen Wohld, der ein Naturerlebniswald werden muss. Die Menschen müssen zum Conventer See finden, ihn umrunden und in Börgerende einkehren können. Bad Doberaner können in den neuen Bauten in Börgerende Geschäfte eröffnen und somit Geld an Heiligendammer Gästen verdienen, das sich in Heiligendamm nicht verdienen lässt. Verbindet man Heiligendamm und Börgerende, hat man eine touristische Einheit, die im Osten und Westen durch Wälder und zu großen Entfernungen zu den Nachbarorten vor der Konkurrenz gut geschützt ist. Aber es muss ein ansprechendes Umfeld her: Die beiden Wälder um Heiligendamm müssen sauber und begehbar sein, man muss in ihnen Ruhe und Rast finden aber auch Erlebnis und Erfahrung. Der Conventer See muss als Naturerlebnis vermarktet werden – ein Rundweg um ihn herum kann dazu einladen, heimische Tierarten zu beobachten. Es muss Verbindungen zur Seepromenade geben, dort vielleicht ein paar Sitzrondelle und Aussichtspunkte. So entsteht eine Einheit zwischen den beiden Orten und Heiligendamm kann wieder attraktiv von Osten her erlebt werden.

Und dann muss ein Rundweg her – ein Weg, der verhindert, dass die Menschen nach Kühlungsborn wandern. Ein Weg, der sie wieder hoch auf die Küste und wieder zurück nach Heiligendamm führt. Oder besser noch: Nach Wittenbeck und Vorder Bollhagen, wo die Leute Geld für Sport, Kultur und Gesundheit lassen können. Natürlich müssen auch hier Angebote entwickelt und vorgehalten werden aber das regelt der Markt schon allein.

Last, but not least muss die Straßenkreuzung an der Median-Klinik entflochten werden. Eine Kurklinik an Straßen und Bahnschienen lachhaft. Der Verkehr zum Kinderstrand muss entweder auf einen neuen Parkplatz vor dem Wald geführt werden oder – wenn es denn sein muss – durch den Wald hindurch zum jetzigen Kinderstrand-Parkplatz. Man kann das alles so gestalten, dass Ortsunkundige gar nicht erst in den Ort hinein fahren, sondern ihr Auto vor dem Ort und Wald stehen lassen und dann die Natur und den Ort zu Fuß erleben. Oder mit Fahrrädern, die man z. B. am Parkplatz verleihen könnte. Der Kleine Wohld muss dabei seinen Park-Charakter zurück erlangen. Der Spiegelsee ist eine Legende, die es auf Postkarten und in Gedichte (z.B. Rilke: “Hinter schuldlosen Bäumen”) geschafft hat. Diese Legende muss wieder erlebbar und das Umfeld anziehend und ansprechend sein. Die Wege durch den Wald zum Kinderstrand und zur Kirche müssen in Ordnung gebracht werden und die beiden Hauptwege dürfen eben nicht auf der Kinderstrand-Straße entlang verlaufen, sondern müssen sie überqueren: Hin zum Kinderstrand-Abgang, hin zum Liegnitzsteg-Abgang. Und dann auf nach Osten – Heiligendamm erleben, vielleicht auch Börgerende entdecken. Und genau hier im Osten muss es dann wieder eine kurze Verbindung zum Parkplatz im Westen geben – ein Spazierweg hinter der Gartenstraßen-Siedlung entlang zwischen Villenviertel und Sportstätten hindurch zum Beispiel. Oder wieder hinein in den Kleinen Wohld und vorbei an der Kirche zum Parkplatz.

Das sind die Wege, die in Heiligendamm fehlen. Kein Stichweg kann, was diese Wege können.

(Ich versuche mal, das in ein Bild zu bringen und stelle es dann hier ein.)

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Dez
29

Streit um Heiligendamm geht mit Schlagabtausch in nächste Runde.

In Heiligendamm stehen die Zeichen wieder einmal auf Sturm: 11 Jahre nach dem Verkauf Heiligendamms an die FUNDUS-Gruppe zieht deren kaufmännischer Geschäftsführer der EntwicklungsCompagnie Heiligendamm (ECH) eine nüchternde Bilanz über die Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Doberan. Heiner Zimmermann spart nicht mit Kritik und die getroffenen Hunde bellen – teilweise angestachelt durch die Ostsee-Zeitung – sogleich laut los. Zuerst die Berichterstattung:

Ostsee-Zeitung vom 29.12.2011:

Heiligendamm – ein Jahr endet im Streit: Investorengruppe und Stadt auf Konfrontationskurs

Zwietracht im Nizza des Nordens

Entwicklungscompagnie Heiligendamm und Grand Hotel werfen Stadtvertretern vor, gezielt Stimmung gegen sie zu machen. Vor allem im Visier: Vorsteher Guido Lex. Forderungen auf Schadenersatz angedroht.

Von Frank Pubantz

Bad Doberan – Schwere Vorwürfe erheben Grand Hotel und Entwicklungscompagnie Heiligendamm (ECH) gegen die Stadt Bad Doberan. Der seit Jahren schwelende Streit um Stichweg, Vorkaufsrechte und anderes schade dem Unternehmen. „Wir werden schlichtweg an der Nase herumgeführt“, erklärt ECH-Geschäftsführer Heiner Zimmermann. Seinem Unternehmen sei durch Blockadehaltung der Stadtvertreter enormer Schaden entstanden. Zimmermann droht jetzt damit, Schadensersatzansprüche geltend zu machen. „Wir sind nicht irgendwer“, fährt es aus
Zimmermann heraus. Sonst ein ruhiger Zeitgenosse, macht der ECH-Geschäftsführer kein Hehl mehr daraus, wie wütend er ist. So wirft er Stadtvertretervorsteher Guido Lex „bewussten Machtmissbrauch“ vor. Nachdem die ECH im Frühjahr diverse Grundstücke in Heiligendamm an neue Gesellschaften aufteilte, warte sie immer noch auf den offiziellen Verzicht der Stadt auf ein etwaiges Vorkaufsrecht. Zimmermann: „Dabei besteht überhaupt kein Vorkaufsrecht.“ Wohl aber würden unternehmerische Entscheidungen und Abläufe erschwert. Beispiel: Gut Vorder Bollhagen. Es arbeite offiziell auf Flächen der ECH. Durch die Blockade der Stadt entstehe erheblicher Mehraufwand „im finanziellen und steuerlichen Bereich“, so Zimmermann. Er wirft Lex vor, seine berufliche Qualifikation als Richter für das Ehrenamt in der Stadtvertretung zu missbrauchen: „Er spielt seinen Vorteil gegenüber den Stadtvertreten aus.“ Kaum jemand wage zu widersprechen. Zudem würde Lex bewusst seine Moderatoren-Funktion als Vorsteher mit seiner Meinungsäußerung als Stadtvertreter vermischen. Aber auch andere Stadtvertreter „spielen ihre politischen Spielchen“. Die ECH sehe sich in ihrer wirtschaftlichen Arbeit ausgebremst. Mit dem Hotel sei die Jagdfeldgruppe der größte Arbeitgeber Bad Doberans – „360 sozialversicherungspflichtige Jobs“. Zimmermann: „Wir kriegen aber trotzdem ständig Knüppel zwischen die Beine.“ Immer wieder gebe es Gerüchte und gezielte Falschaussagen. Als zweites Beispiel führt er die Stichweg-Diskussion an. Laut Vereinbarung von 2006 wollten sich Stadt und Grand Hotel nach fünf Jahren „verständigen“, ob Bedingungen wie Wegerecht für Median-Patienten oder Investitionen erfüllt sind. „Es gibt keinen Beschluss der Stadtvertreter, es gibt nur eine dämliche Diskussion“, so ECH-Geschäftsführer Hans Schlag. Wieder sieht Zimmermann hier Lex als „Drahtzieher“. „Er möchte nur sein Ego befriedigen. Das Hotel, die Arbeitsplätze sind ihm völlig egal.“ Die ECH habe Lex zu Grundsteinlegung und Richtfest der Villa Perle eingeladen. Ohne Reaktion. Vorwurf: Der Stadtvertretervorsteher als Repräsentant schade der Stadt. Zimmermann spricht von „Doberaner Verhältnissen“, die es so negativ wohl kaum woanders geben dürfte. Was immer Hotel oder ECH auch täten; sie ernteten nur Missgunst und Verdächtigungen.  Die Firmengruppe könnte schon viel weiter sein; so aber lasse Bad Doberan Geld liegen. „Die Stadt hat durch ihr Verhalten selbst schon Millionen verschenkt“, so Zimmermann. Aber: „Wir gehen unseren Weg trotzdem weiter.“ Auch Stadtvertreter Harry Klink (FDP) bekommt sein Fett weg. Ungeahndet habe er der ECH Subventionsbetrug vorgeworfen, trage ständig neue Vorwürfe vor. Derselbe Stadtvertreter habe mit Firmenchef Anno August Jagdfeld 2009 in einer FDP-Runde eine Flasche Wein leeren wollen, so Jagdfeld-Sprecher Christian Plöger. „Völliger Unsinn“, antwortete Klink gestern zu Letzterem. Er und und Lex legten gestern gegenüber der ECH nach (siehe Interview). Der westliche Teil der Promenade in Heiligendamm sei geschlossen worden, so Klink: „Mit Fördermitteln gebaut – knallharter Subventionsbetrug.“ Und: Die Stadt habe ein Vorkaufsrecht – und werde es auch wahrnehmen, sei er überzeugt. Klink: „Ziel ist es, einen potenten Investor zu finden.“ Plöger betont die Verdienste von ECH und Grand Hotel in Heiligendamm. „Ohne uns würde es der Stadt bedeutend schlechter gehen – vom Bäcker über die Tankstelle bis zum Stadthaushalt.“ Die Fir- mengruppe sei Auftraggeber, Steuerzahler, Arbeitergeber und Ausbilder. „Verwaltung und Politik müssen sich ihrer Verantwortung bewusst sein und wissen, dass man die Kuh, die man melken will, nicht schlachten kann.“ Botschaft: „Ein Bürgermeister schafft keine Jobs und auch kein Stadtvertreter.“ Wie verzerrt die Wahrnehmung von Heiligendamm sei, will Plöger mit Presseberichten verdeutlichen: je weiter weg, desto besser. In Kanada und Großbritannien werde die weiße Stadt als „herausragend“ betrachtet. So nenne eine führende britische Tageszeitung etwa Heiligendamm „im selben Atemzug mit Nizza“.

Bilanz von ECH und Grand Hotel für 2011

- Richtfest an der Villa Perle;
- Marien-Cottage, eines der ältesten Gebäude im Seebad, saniert.
- Gleiches gelte für das Haus Krone, das an einen Privaten verkauft worden sei;
- für Haus Möwe und Greif laufen planerische Vorarbeiten;
- die ECH sei mit dem internationalen MIPIM-Preis ausgezeichnet worden;
- ECH-Sprecher Plöger: „Es gibt keinen zweiten Projektentwickler in MV, der derart anerkannte Arbeit leistet.“
- das Grand Hotel habe seine Wirtschaftlichkeit verbessert und Preise errungen; Tennis- und Sportplätze seien eröffnet worden.


Die Reaktionen der Kritisierten lassen nicht lange auf sich warten: Die Ostsee-Zeitung rennt gleich zu ihnen hin, konfrontiert sie mit den frisch geernteten Aussagen und fordert ihre Zugaben für eine “astreine” Berichterstattung ein:


Ostsee-Zeitung vom 29.12.2011:

„Lösungen mit der ECH schwer vorstellbar“

Interview: Stadtvertreter-Vorsteher Guido Lex weist Vorwürfe zurück. Die Stadt setze nur ihre Interessen durch.

Bad Doberans Stadtvertreter-Vorsteher Guido Lex weist die Vorwürfe von Grand Hotel und ECH vehement zurück. Vielmehr wünsche er sich ein „freies Heiligendamm“. Die OZ fragte nach.

OZ: Herr Lex, sind Sie als Stadtvertreter-Vorsteher überparteilich und neutral?

Guido Lex: Das Urteil überlasse ich anderen. Der Vorsteher hat ein Mandat als Stadtvertreter, das er genau wie jeder andere ausüben darf und gewissenhaft ausüben muss. Es gibt keine ernstzunehmenden Versuche mehr, die Ausübung des Mandats durch Hinweise auf die Neutralität des Vorstehers zu behindern. Ich habe nicht den Eindruck, dass meine Neutralität als Vorsteher angezweifelt wird.

OZ: ECH-Geschäftsführer Heiner Zimmermann wirft Ihnen bewussten Machtmissbrauch des Ehrenamtes vor, um Grand Hotel und ECH zu schaden. Ihre Sicht?

Lex: Sollte Herr Zimmermann mir tatsächlich bewussten Machtmissbrauch vorgeworfen haben, um dem Grand Hotel und der ECH zu schaden, handelt es sich offensichtlich um eine – ganz dem verbesserungswürdigen Stil jenes Herrn entsprechende – unqualifizierte Äußerung, die einer sachlichen Stellungnahme nicht zugänglich ist. Angesichts solcher Angriffe sollte ich in Zukunft womöglich von meiner Gewohnheit absehen, im Grand Hotel oder im Restaurant Medini als Gast für Umsatz zu sorgen.

OZ: ECH und Grand Hotel sprechen von enormem finanziellen Schaden und Ansehensverlust für sich durch die Dauerdiskussion über Heiligendamm. Möglich, dass Schadenersatz von der Stadt gefordert wird. Was dann?

Lex: Wenn ich die Frage richtig deute, droht die ECH mal wieder mit Schadensersatzforderungen – eine Art Pawlowscher Reflex zur Einschüchterung, der immer dann zu beobachten ist, wenn sich die ECH mit Widerstand konfrontiert sieht. Die Stadt hat bisher geradezu willfährig die Wünsche der ECH erfüllt. Deren Verhalten kommt mir – gerade zur Weihnachtszeit – so vor, als beschwere sich jemand darüber, dass das Geschenk nicht schön genug gewesen sei und als fordere er ein schöneres Geschenk ein.

OZ: Sind aus Ihrer Sicht Stichweg-Problematik und Diskussion über Vorkaufsrecht von Flächen einvernehmlich zu lösen?

Lex: Einvernehmliche Lösungen mit der ECH sind für Realisten schwerlich vorstellbar, wenn man darunter versteht, dass eine Lösung im Wege des gegenseitigen Gebens und Nehmens gefunden wird, um zu einem gerechten Ausgleich zu gelangen. Nach meinem Eindruck hat die Stadt bisher unter dem Strich immer nur gegeben. Eine Stadtvertretung, die auf sich hält, wird nicht mehr dazu bereit sein, Applaus zu spenden, wenn das Alexandrinen-Cottage in das Privateigentum der Familie Jagdfeld überführt wird, inmitten eines privaten „Hotelparks“, der naheliegend deswegen verlangt worden ist, um das neue Privateigentum auf Kosten der verzichtenden Allgemeinheit standesgemäß zu arrondieren.

OZ: Sind Sie gern in Heiligendamm? Wenn ja, wo?

Lex: Ich liebe Heiligendamm und werde es nicht aufgeben. Meine Lieblingsplätze befinden sich dort allerdings hinter Personensperranlagen. Dort sind Warnschilder angebracht, auf denen zu lesen ist: „Eltern haften für ihre Kinder“, sollten sie sich über das Zutrittsverbot hinwegsetzen, und sollte es ihnen gelingen, Sperranlagen zu überwinden und in die Zone einzudringen. Ich halte mich auf der Seebrücke auf und werfe sehnsuchtsvolle Blicke ins besetzte Heiligendamm. Ich lasse meinen Blick sodann westlich hinüberschweifen ins prosperierende freie Kühlungsborn.

ZAM meint: Lumpensammeln für das OZ-Winterloch. 

Alle Jahre wieder tut sich zum Jahresende ein mediales Winterloch auf, das gestopft werden will.
Und alle Jahre wieder geht die Ostsee-Zeitung dafür zu Leuten, die etwas zu sagen haben, was andere nicht hören wollen, um danach zu diesen zu gehen und zu notieren, was diese zu sagen haben. Statt mit astreiner Berichterstattung  wird das Winterloch mit dem Dreck grandios inszenierter Schlammschlachten gefüllt. Seit einigen Jahren schon wird dazu die Entwicklungscompagnie Heiligendamm missbraucht, die auch immer wieder irgendwie darauf herein fällt – vielleicht in der Hoffnung, dass auch Journalisten Menschen sind, die sich ändern und es dieses Jahr besser machen.

Aber es ist wieder die alte Leier:
Die ECH sagt, was sie erreicht hat und was sie nicht erreichen konnte und sie nennt Gründe und Namen. Die Ostsee-Zeitung klingelt gleich darauf bei diesen Namen und ringt deren Träger einen Kommentar ab, den sie dann gleich veröffentlicht. Da steht dann ein Herr Klink schon einmal öffentlich als sehr vergesslich da, weil er die vom FUNDUS-Pressesprecher ins Spiel gebrachte Einladung der FDP an FUNDUS-Chef Jagdfeld als “Unsinn” bezeichnet und da muss sich ein Stadtvertretervorsteher mal eben selbst widersprechen und zu wirren Äußerungen hinreißen lassen, weil der Journalist nicht viel Zeit hat und es schnell gehen muss. Mit mehr Zeit für Überlegungen würden sich vielleicht auch die Stadtvertreter anders äußern und sich nicht der Peinlichkeit unüberlegter Kommentare hingeben.

Denn ganz ehrlich: Wie kann Guido Lex dem Grand Hotel Einnahmen bescheren, die er nun kindhaft wieder zu kappen droht, wenn er doch eigentlich nur auf der Seebrücke sitzen und von der großen Freiheit träumen kann, die ihm Heiligendamm nicht bieten kann? Der Repräsentant der Stadtvertreter fühlt sich in einem Heiligendamm á la West-Berlin durch “Personensperranlagen” dadurch gehindert, in die “Zone” zu kommen und sieht sich durch Schilder bedroht. Die Plätze hinter den “Sperranlagen” (also drüben?) sind ihm so fern, wie die “Freiheit”, die es in Heiligendamm angeblich nicht gibt. Tiefstes DDR-Jargon sprudelt aus dem Munde des am Landgericht beschäftigten Richters. Nicht, dass “Personensperranlagen” ein ungebräuchlicher Begriff ist – man kann aber auch “Zäune” sagen oder positiver ausgedrückt “Einfriedungen”. Gemeint ist die “Freiheit”, die ausgerechnet ein Richter nicht zu definieren weiß und die er den Bürgern in Heiligendamm genommen sieht. Für alle, die wirklich nicht in Freiheit leben und das Grauen der Fremdherrschaft ertragen müssen, sind Lex’ Äußerungen ein Tritt in den Hintern.

Während der Repräsentant der Stadtvertreterversammlung also Tausende von Menschen, die nicht in Freiheit leben können verhöhnt, nimmt er sich die Freiheit, nicht zu repräsentieren und nicht zum Richtfest zu gehen, obwohl er als Zeichen des Respekts und der Anerkennung von der Investorengruppe dazu eingeladen wurde. So auch andere Stadtvertreter: Es war fast nur da, wer sich auch sonst nicht feindselig gegenüber dem Investor verhielt und überhaupt folgten den Einladungen der ECH, sich die Perlen einmal von innen anzusehen 2004 auch nur die Stadtvertreter, die sich ein Bild machen wollten. Wer nur weiter meckern wollte, konnte ein Bild von der Realität überhaupt nicht gebrauchen und kam nicht – und das quer durch alle Oppositionsparteien: Bürgerbund, Linke, Grüne, FDP.

Scheuklappen abnehmen, Herr Stadtvertretervorsteher!
Schade auch, dass der Stadtvertretervorsteher noch immer nicht die Muße gefunden hat, sich seine neue Heimat einmal genauer anzusehen. Er träumt an der Seebrücke von der großen Freiheit und dem fernen Kühlungsborn, in dem alles so toll ist und so gut funktioniert. Vielleicht sollte er mal mit den Stadtvertretern dort ins Gespräch kommen und sich zeigen lassen, wie Stadtvertretung funktioniert. Möglicherweise wird er aber enttäuscht sein, denn auch Kühlungsborn hat ernste Probleme, um die sich im Rathaus gestritten wird. Jedenfalls würde ein scheuklappenfreier Mensch in Heiligendamm gleich am Haupteingang des Grand Hotels ein Tor vorfinden, das fast immer offen ist und an dem sich eine Klingel befindet, die man im gegenteiligen Falle betätigen kann. Logisch, denn kaum ein Gast ist vor dem Check-In schon im Besitz einer Hotelkarte, sodass auch Hotelgäste zuerst wie jeder andere Gast durch das Tor gehen können müssen. Eigentlich muss Lex das wissen, wenn er von sich behauptet, dem Hotel Umsätze zu bescheren, denn wenn er nicht über die “Personensperranlagen” klettert oder ziellos auf der Straße umher irrt, muss er durch das Tor hindurch. Oder bestehen die Umsätze darin, dass er hin und wieder mal Geld über den Zaun wirft?

Nicht nur vor Ort täte der Stadtvertretervorsteher gut darin, seine Augen zu öffnen.
Auch auf seiner imaginären Vergleichsliste dessen, was die Stadt gegeben und genommen hat, würde er offenen Auges sehen, dass die Stadt-Spalte nicht so gut gefüllt ist, wie die Investor-Spalte. Denn auch Lex beantwortet nicht die lange und immer wieder gestellte Frage, was die Stadt denn in Heiligendamm alles gegeben hat. Schon 2001 fing es so an: Die ECH übernahm den städtischen Anteil für den Bau einer Randstraße zur Entlastung der Ortsdurchfahrt durch Heiligendamm. Ohne die ECH gäbe es also die Umgehungsstraße vielleicht gar nicht. Bis zum G8-Gipfel sollte Heiligendamm heraus geputzt werden. Auch hier übernahm die ECH wieder zusätzlich zu den eigenen die städtischen Anteile und ermöglichte so die Vollsanierung der Kühlungsborner Straße und der Seedeichstraße (ob auch der Gartenstraße, ist mir nicht bekannt). Die Parkplätze in und vor Heiligendamm wurden von der ECH mitfinanziert, der Steg über das Packwerk wurde (wenn auch als Ausgleich für anderwärtige “Sperrungen”) von der ECH bezahlt, Verschönerungen an der Promenade und dem Seebrückenvorplatz hat die ECH teilweise mitfinanziert, städtische Grünflächen werden von der ECH und dem Grand Hotel der Einfachheit halber mit gepflegt und zuletzt hat die ECH der Stadt sogar einen Kurwald gebaut, damit diese ihren Kurortstatus verlängert kriegt. Nirgendwo in Deutschland wurde je so etwas von einem Investor gefordert – die ECH hat sich selbst angeboten. Natürlich nicht uneigennützig: Vereinbart war die Umwandlung eines kleinen Stückes des Kleinen Wohld zum Hotelpark. Die Stadtvertreter hatten die Wahl zwischen Aufgabe des Kurort-Status oder Aufgabe von einem Stück schon lange nicht mehr touristisch erschlossenem Küstenwald und sie entschieden sich richtig. Im Nachhinein wäre die ECH vielleicht besser damit gefahren, den Hotelpark an die Stelle des Kurwaldes zu setzen, denn dann hätte dort kein Stichweg mehr gebaut werden können. Aber es gibt Auflagen für Kurparks- und wälder: Sie müssen nahe am Ortszentrum sein und das ist der Kleine Wohld nicht und deshalb wurde der Kurwald in den Großen Wohld gesetzt.

Die Frage ist, wer denn mehr gegeben hat:
Eine dumme Frage eigentlich, denn um Heiligendamm zu entwickeln, müssen alle alles geben. Aber Guido Lex wirft die Frage auf und darum soll eine Antwort versucht werden. Ist es die Stadt, die zum Hohn vieler Heiligendamm-Gäste noch nicht einmal eine Strandversorgung realisieren und nur kleine stinkende Klo-Häuser und saisonale Imbiss-Buden im mondänsten aller deutschen Seebäder vorhalten kann und die ohne jegliches Konzept sich durchwurschtelnd “einen Mist nach dem anderen verzapft”? Jene Stadt, die nur drei zum gleichen Ziel führende Wege nach Norden zu Stande gebracht hat, die alle nicht wirklich etwas taugen und zu denen nun noch ein vierter nutzloser Parallelweg dazu addiert werden soll? Eben jene Stadt, über die selbst Heiligendammer sagen, dass die von ihr umgesetzte Seedeichstraße ein Nadelöhr und die Parkplatzsituation miserabel ist? Die Stadt, der nichts besseres einfällt, als die letzten Flächen in ihrem Besitz in Heiligendamm zu Stellplätzen zu machen und die nun auch noch den ganz großen Coup landen und mit einem weiteren Parkplatz im Sommer noch mehr Autos durch das Nadelöhr drücken will?

Die Stadt hat sich selbst der Lächerlichkeit preisgegeben, indem ihre Vertreter jede noch so kleine Heiligendamm-Angelegenheit wochenlang ohne Ergebnis ausdiskutieren. War es zuerst die Median-Klinik, die wegen Stadtvertretern aus der heilklimatisch relevanten Zone vertrieben und an eine Straßenkreuzung mit Bahnübergang aber ohne Parkplätze am Haus verlegt wurde, war danach die FUNDUS-Gruppe der Sündenbock aller ungewollten Veränderungen in Heiligendamm (also fast jeglicher Veränderungen, denn für die Ewiggestrigen sollte alles so bleiben, wie es seit 40 Jahren war). Zum Schluss bekriegten sich sogar die Mehrheits-Freunde Bürgerbund und FDP wegen der Vergabe der Strandversorgung an einen Bürgerbund-nahen Heiligendammer zum Nachsehen zweier FDP-Mitglieder. Auch hier ist die Suppe noch am Köcheln: Tom Wosar (FDP) hat gerade noch einmal nachgelegt.

Ist es nun die Stadt, die “willfährig” immer nur gegeben hat oder ist es vielleicht doch die ECH, die endlich ein funktionierendes und ansprechendes Umfeld für ihr Projekt brauchte und es darum mit eigenen Mitteln voran trieb, wo eigentlich die Stadt Geld hätte in die Hand nehmen müssen? Sind es die Leute der vielen Worte im Rathaus oder die Leute der vielen Taten in Heiligendamm, Köln und Berlin, die Heiligendamm zu dem gemacht haben, was es heute schon ist – auch wenn es noch lange nicht fertig ist? Hat die Stadt Millionen investiert, um neun wertvolle Bauwerke in bester Güte zu sanieren und rekonstruieren oder war es die ECH? Hat die Stadt in Heiligendamm ein 5-Sterne-Hotel und eine renommierte Kurklinik etabliert oder waren es die ECH und die Dr.-Marx-Gruppe? War es nicht so, dass die Stadt die Voraussetzungen geschaffen – die Weichen gestellt – hat? Und ist nicht genau das ihr Job: B-Pläne zu erstellen und immer wieder an die Realität anzupassen, Grundlagenverträge und städtebauliche Vereinbarungen auszuarbeiten und immer gemeinsam mit dem Vertragspartner das Beste für das Projekt und zugleich für die Stadt zu tun? Hat die Stadt diesen Job gut gemacht, wenn 2004 beantragte Änderungen in B-Plänen erst 2009 beschlossen und 2011 noch immer angezweifelt werden?

Und ist es nicht so, dass nicht die ECH, sondern eben gerade die Stadtvertreter ihr Geschenk reklamieren?
Denn: 2009 hat die Orts-FDP der ECH einen Rundweg abgerungen, der westlich um Heiligendamm herum führen soll. Der Rundweg nützt dem Grand Hotel am wenigsten, schadet ihm vielleicht aber sicherlich nicht so sehr, wie ein Stichweg. Die ECH sah hier einen Kompromiss, damit der Stichweg durch das Hotelgelände hindurch nicht kommt und so stimmte sie dem Rundweg zu und erklärte sich wieder einmal bereit, ihn zu bezahlen und auch in Vorleistung zu gehen, bis Fördermittel fließen oder eben notfalls auch diesen Anteil zu übernehmen. Dabei war es der ECH egal, in welcher der beiden wieder einmal von den Stadtvertretern hitzig debattierten Variante gebaut wird: Sie bezahlt ihn. Und nun kommen einige Stadtvertreter, denen das Geschenk nicht schön genug ist: Ein Stichweg soll es auch noch sein – möglichst natürlich auch auf Kosten der ECH. Und wo man schon dabei ist: Durch den Hotelpark am Alexandrinencottage vorbei wäre der Weg schöner, als unten am Strand. Habt ihr noch ein größeres und schöneres Geschenk, liebe ECH? – dieses hier ist den “bescheidenen” Stadtvertretern zu klein. 


Zuletzt: Was ist eigentlich das Beste für die Stadt in Heiligendamm, Herr Lex?

Eine subventionierte Reichen-Ausstellung mit freiem Eintritt zum Wohlstand-Begaffen oder eine imageträchtige Hotel-Legende mit 300 Arbeitsplätzen, guten Grund- und Gewerbesteuerausschüttungen und positiven Impulsen für Arbeitsmarkt, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen? Ist das Beste für Heiligendamm ein für jeden erlebbares schlecht funktionierendes Hotelensemble mit mittelmäßigem Erfolg auf überdimensionierter Fläche oder ist gerade das Beste gut genug für das erste deutsche Seebad, gegründet 1793 durch Herzog Friedrich Franz I.?

Heiligendamm zu entwickeln, ist eine einmalige und schwierige Angelegenheit, denn seit seiner Gründung 1793 war das Seebad ein Subventionsobjekt. Der Großherzog finanzierte das Bad aus seiner eigenen Schatulle, später dann über das Glücksspiel, bis dieses schließlich verboten wurde und er das Bad verkaufen musste. Die Aktiengesellschaften der Folgezeit brauchten immer wieder Zuschüsse und Baron von Rosenberg steuerte jährlich Hunderttausende dazu, um das Bad zu erhalten. Auch das KdF-Bad war staatlich subventioniert, die Seekadettenschule und später das Reservelazarett wurden durch das Deutsche Reich vollfinanziert und auch das Kurbad für Werktätige lebte allein durch die Finanzierung durch den Staat. Selbst die Ostsee-Klinik, die noch einige Jahre nach der Wende bestand, brauchte monatliche Zuschüsse vom Land, um überhaupt bestehen und die maroden Gebäude erhalten zu können.

Heiligendamm hat sich nie rentiert und wer will, dass es sich rentiert, muss etwas ganz besonderes und einmaliges bieten. Die FUNDUS-Gruppe hat genau das vor aber die Stadtvertreter verstehen es nicht oder wollen eben keine Veränderungen.

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Dez
28

Rettung für Kammerhof 12? Investor hat Interesse am Ferienpark-Areal.

Was lange währt, könnte 2012 endlich gut werden: Kurz nach meinem Artikel im Stadtanzeiger am Samstag und der folgenden Berichterstattung in der Ostsee-Zeitung kam Bewegung in die verschlafene Kammerhof-Geschichte. Das 2004 auf Grund der Insolvenz aufgegebene Areal nördlich des Kammerhof-Wohngebietes ist eines der letzten städtischen Entwicklungsflächen und drohte mit dem Erwerb durch einen Landwirt dauerhaft zu Ackerland zu verkommen. Aber die Stadt beschloss, dem Landwirt zuvor zu kommen und dem Eigentümer – der Deutschen Kreditbank – mehr zu bieten. So konnte sie die Fläche letztlich kaufen. Prompt fand sich ein erster Interessent, denn von einer Kommune kauft es sich besser, als von einer Bank. Der hatte aber nicht genug Geld dabei. Doch sogleich meldete sich ein weiterer Interessent:


OSTSEE-ZEITUNG vom 28.12.2011

Stadt hat Investor für das Areal „Kammerhof 12“ am Haken
Bürgermeister: „Die wollen sofort loslegen.“ Ferienpark könnte entstehen.

Bad Doberan – Ein Investor für einen großen Ferienpark nördlich Bad Doberans – dem so genannten Kammerhof-12-Areal – hat bei der Stadt angeklopft. „Es gibt jemanden, der großes Interesse daran hat, dass ich ihm einen Preis nennen kann“, sagt Bürgermeister Hartmut Polzin (SPD).

Die Stadt hat sich die 33 Hektar große Fläche erst vor kurzem gesichert: Per Beschluss der Stadtvertreter sollen 480 000 Euro in die Hand genommen werden, um Forderungen der Deutschen KreditBank zu befriedigen, bestätigt Polzin. Mit diesem Geld sollte die Kammerhof-12-Gesellschaft aus der Insolvenz geholt werden. Polzin: „Die Stadt hat damit Gesellschafteranteile von mehr als 98 Prozent.“

Der Bürgermeister hat in der Vergangenheit immer wieder betont, dass das Areal zwischen Dammchaussee und nördlicher Umgehungsstraße „die einzige Entwicklungsfläche der Stadt“ sei, die es noch gebe. Zuletzt drängte die Zeit, da ein Landwirt der DKB 430 000 Euro für die zurzeit landwirtschaftlich genutzten Flächen geboten haben soll. Daher nun der Beschluss zur Entnahme des Geldes aus dem städtischen Sparstrumpf. Dazu war extra ein erneuter Nachtragshaushalt erforderlich.

Seit vielen Jahren versucht die Stadt Bad Doberan die Fläche als Ferienpark zu vermarkten. Ein potenzieller Investor musste im Jahre 2004 die Segel streichen, da ihm das Geld fehlte. Folge: Insolvenz. Die Stadt blieb auf einer Bürgschaft von rund 920 000 Euro sitzen. Eine Klage gegen den Landkreis Bad Doberan, der die Bürgschaft genehmigte, scheiterte 2009 wegen Verjährung (OZ berichtete). Nun endlich gute Nachricht: Der
Investor habe Interesse signalisiert, dass er ein schnelles Verfahren begrüßen würde. Die Stadt würde dann die Flächen wieder veräußern. „Wenn er es kauft, kauft er es komplett“, erklärt Polzin. „Da kann in absehbarer Zeit etwas passieren.“ Schon 2012? „Das vermag ich nicht zu sagen“, so der Bürgermeister. „Die wollen sofort loslegen.“

Wer der neue Investor ist, dazu hält sich Hartmut Polzin bedeckt. Auch die Stadtvertreter scheinen darüber noch im Dunkeln zu sein.
Es sei jemand, der mit der Umsetzung anderer Objekte fertig sei, erklärt der Bürgermeister. Auch Anfang Oktober hatte Polzin von einem Investor berichtet, der allerdings wieder abgesprungen sei, weil er wohl nicht genügend Geld dabei hatte.

Frank Pubantz

So könnte eine lange Geschichte nun doch noch ein glückliches Ende finden. Doch auch dieses möchte ich zu Bedenken geben:
Bad Doberan hat kaum noch bezahlbare 3- und 4-Zimmer-Mietwohnungen. Für viele Singles sind schon die Mieten der 1- und 2-Zimmer-Wohnungen nicht mehr bezahlbar, denn die günstigsten Wohnungen fangen bei 350 Euro Kaltmiete für 20-40 Quadratmeter an und für zwei Zimmer sind 500 Euro Warmmiete keine Seltenheit. Wo kein drittes Zimmer zu finden ist, sinkt auch die Bereitschaft, Kinder in die Welt zu setzen und spätestens wenn ein Kind da ist und sich in Bad Doberan keine brauchbare Wohnung findet, ist der Weg nach Rostock vorprogrammiert.

Statt junger und fähiger Leute, die hier ihre Arbeitskraft einbringen und die Stadt gestalten wollen, kommen also nur noch Senioren, die sich hier ausruhen und die Stadt genießen wollen. Bad Doberan hat viele Ferienwohnungen, die den Eigentümern mehr Geld bringen aber Wohnraum blockieren. Bad Doberan hat auch viele komfortable Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser aber dieser Markt ist unbeweglich, bindet die Menschen bis ins hohe Alter. Nur Mietwohnungen sorgen für Bewegung und Austausch, schwemmen fähige Leute auf den Arbeitsmarkt und in die städtischen Be- und Getriebe.

Nur die echten Einwohner zählen in den Statistiken und werden für den Bau von Schulen, Kindergärten, Kultureinrichtungen und Sportstätten zu Grunde gelegt. Nur die hier dauerhaft wohnenden Menschen zählen in den Berechnungen der Umlagen und Schlüsselzuweisungen und bei der Verteilung von Steuergeldern und Fördermitteln. Nur die hier dauerhaft wohnenden Menschen geben hier auch dauerhaft ihr Geld aus und sorgen für Einnahmen in den Geschäften, wenn die Feriengäste längst wieder nach Hause gefahren sind. Wir brauchen Menschen, die dort leben, wo andere Urlaub machen, sonst verkommt Bad Doberan zum Ferienpark: Im Winter geschlossen.

Darum muss die Stadt dort, wo sie es noch kann, Mietwohnungsbau entwickeln. Gemeinsam mit den Wohnungsbaugenossenschaften WIG und AWG sollte es möglich sein, wie in Rostock ansprechende und dennoch bezahlbare Mietwohnungen zu schaffen und so der Stadt und den Wohnungsgesellschaften (und damit dann wieder der Stadt) neue Quellen zu erschließen.

Auch die Investoren sind gefragt, eben nicht nur Eigentumswohnungen zu erschaffen, um so in möglichst kurzer Zeit die Investitionen wieder zu erwirtschaften, sondern auch langfristig den Standort zu sichern un den Wert der Objekte dadurch zu steigern, dass das Umfeld verbessert wird. Mit Mietwohnungen lässt sich auch im Winter Geld verdienen – es ist ein sicheres und regelmäßiges Einkommen, das zudem noch wetterunabhängig und krisensicher ist. Haben Sie nicht Lust, Mietwohnungen in Bad Doberan zu bauen?

Und btw:
Haben Sie vielleicht eine Mietwohnung anzubieten: ab 3 Zimmer, ab 70 qm, bis 600 Euro Gesamtmiete?
Dann informieren Sie mich bitte! 

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Dez
15

Geschichte von Bad Doberan und Heiligendamm

Statt Chronik hier, Architekturführer da und Gesellschaftkunde dort wird es ab 2012 einen sehr umfangreichen Geschichtsführer geben, der alle Themen der Entwicklungs-Bau- und Kulturgeschichte Bad Doberans und seiner Ortsteile umfasst. Bis dahin finden Sie die Geschichte – hauptsächlich Heiligendamms – auf mehreren Seiten verteilt. Bitte betrachten Sie die Informationen als Stand 2007 – im neuen Führer wird einiges korrigiert sein:

Geschichte Heiligendamms

Architektur und Baumeister

Bauwerke der Weißen Stadt

Foto-Rundgänge

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Dez
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Lässt sich der Stichweg-Beschluss überhaupt umsetzen? So schnell wohl nicht:

Schon seit Monaten sind sich die Gegner des Stichweges in Heiligendamm sicher: Die Vereinbahrung zwischen der Stadt und dem Grand Hotel berührt Flächen Dritter. Es bedarf nicht einmal der Bemühung von Kataster-Unterlagen um zu wissen, dass das Grand Hotel an der Perlenkette endet und das östliche Ensemble der EntwicklungsCompagnie Heiligendamm gehört. Die Stadtvertreter jedoch scheinen diese Tatsache übersehen zu haben, als die den Bürgermeister wieder einmal mit der Quadratur des Kreises beauftragten.

Stichweg: Stadt müsste notfalls Flächen enteignen
Neben dem Grand Hotel ist auch die ECH Besitzer. Verfahren könnte Jahre dauern.

Von Frank Pubantz

Bad Doberan – Die Dauer-Diskussion um den direkten Zugang vom Ortsinnern zum Strand in Heiligendamm hat neuen Zündstoff: Die Stadtvertreter gaben dem Bürgermeister zwar in dieser Woche den deutlichen Hinweis, er möge wegen Nichteinhaltung der Vereinbarung den so genannten Stichweg am Grand Hotel einfordern (OZ berichtete).

Doch: So einfach scheint die Sache nicht. Denn die Flächen, die für den Stichweg nötig sind, gehören neben Hotel und Stadt einem dritten Besitzer: der Entwicklungscompagnie Heiligendamm (ECH). Rechtlich bedeutet dies: Die Stadt müsste ein Verfahren zur Zwangsenteignung gegen die ECH einleiten, sagte gestern Joachim Seehaus (CDU), Vorsitzender des Bauausschusses der Stadtvertretung. „Das könnte bis zu zehn Jahre dauern“, weiß Seehaus von anderen Beispielen. „Das kann nicht im Interesse der Stadt sein.“ 20 Jahre lang war Seehaus Bauamtsleiter beim Landkreis.

Juristisch betrachtet eine andere Situation: Während Stadtvertreter immer wieder auf die Einhaltung der Stichweg-Vereinbarung durch das Grand Hotel pochen – hier: Wirtschaftlichkeit Hotel, Mindestinvestition, Wegerecht für Patienten der Median-Klinik –, sei eine dritte Partei zu beachten. Dass die ECH Teilflächen besitze, bestätigte Geschäftsführer Hans Schlag gegenüber OZ: „So ist es.“

„Es gibt einen Dritten, das wissen wir“, sagte gestern auch Bürgermeister Hartmut Polzin (SPD). Das sei die ECH. Die Stadt habe aber die Planungshoheit. Wenn ein gültiger Bebauungsplan vorliege und öffentliches Interesse bestehe, sei auch eine Enteignung möglich. „Dazu gibt es eine Kammer beim Innenministerium.“ Ein Weg, der bei Straßenbau oft erforderlich sei. Dieses Verfahren könnte aber viele Jahre sein, so Polzin. „Es gibt auch noch andere Instrumente.“

Grand Hotel und ECH wollen sich dazu nicht weiter äußern. Unternehmenssprecher Christian Plöger verweist auf die Stichweg-Vereinbarung zwischen Hotel und Stadt, die nach fünf Jahren gerade auslief: „Wir gehen davon aus, dass sie erfüllt ist“, so Plöger.

Stadtvertretervorsteher Guido Lex (Bürgerbund) nimmt Anno August Jagdfeld beim Wort. Jagdfeld ist sowohl Chef von Grand Hotel als auch ECH. Er soll schriftlich zugesichert haben, die nötigen Flächen an die Stadt zu übergeben, sollte der Stichweg kommen. Lex: „Man wird sehen, was das Wort von Herrn Jagdfeld wert ist.“ Von einer solchen Zusage will Unternehmenssprecher Plöger wiederum nichts wissen.

In der Stadtvertretung sind die Fronten zum Umgang mit dem Thema Stichweg weiter verhärtet. Frank Pieplow (fraktionslos) schlug vor, ECH und Grand Hotel mehr als fünf Jahre einzuräumen.

Hotel macht Gewinn

Das Grand Hotel Heiligendamm hat gestern eine positive Bilanz für das Wirtschaftsjahr gezogen. 2011 sei wie im Jahr zuvor ein Plus von knapp 800 000 Euro erzielt worden. Angesichts des verregneten Sommers „ein sehr gutes Ergebnis“, so Hotelchef Anno August Jagdfeld. Die Gesellschafter
hätten mit großer Mehrheit beschlossen, ein Restrukturierungskonzept zu verlängern. Das Konzept sehe vor, rund 32,5 Millionen Euro zu investieren, u. a. in ein neues Zentrum für Vitalmedizin. Ab 2013 könnten Anteilseigener wieder mit höherer Rendite rechnen.

Möglichkeiten, einen Weg quer über ein Privatgrundstück zu bauen, gibt es durchaus: Man kann nach alter Manier Privatgrund enteignen. Im Straßenbau ist das eine letzte Möglichkeit, die schon einiger Autobahn zum Leben verholfen hat. Doch diese Enteignung funktioniert nicht ersatzlos: Lange Verhandlungen und Gerichtsverfahren sind nötig und dem Betroffenen müssen zwei Angebote zur Entschädigung vorgelegt werden. Lehnt er diese ab, muss die Stadt den niedrigsten Wert entschädigen. In jedem Fall aber muss die Stadt Geld fließen lassen – das ist nicht mit Flächentausch getan.

Danach beginnt dann ein Verwaltungsakt und in bestimmt nicht weniger als 10 Jahren könnte die Stadt dann Bäume roden – die sie natürlich auf eigene Kosten ersetzen muss – und einen Weg bauen. Natürlich auch auf eigene Kosten. Der Stichweg würde also tausende von Euros kosten, während der enteignete Eigentümer tausende von Euros weniger Grundsteuern zu zahlen hätte, da ihm die Fläche nicht mehr gehört. Da nun den Nutzen entgegen zu stellen, ist schwierig: Welchen Nutzen hat ein Stichweg, der weg führt von der Strandversorgung, von Cafés, Restaurants, Segel- Kite- und Surfschule, Waldkapelle und Kurtaxen-Automat? Welchen Nutzen hat ein Stichweg in eine Sackgasse? Und was kostet dieser Spaß, der nur dazu dient, dass Gäste, die vom Molli kommen, 50 Meter weniger laufen müssen, 400 Meter weniger zu sehen bekommen und in einer Sackgasse landen, die sie schlimmstenfalls schnell und ohne Geld auszugeben gen Westen wieder verlassen? Ist der Stichweg wirklich nützlich für die Heiligendammer und ihre Gäste oder ist es doch nur ein böswilliger Stich gegen einen bei einigen Stadtvertretern verhassten Investor?

Beachten Sie zur Stichweg-Diskussion bitte auch folgenden Beitrag:  Stichweg-Gedanken und ihre Reaktionen

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