Einleitung

Werte Besucher! Bevor Sie in Jahre "Stadt"geschichte abtauchen, lassen Sie mich einige Worte zu dieser Chronik von Bad Doberan-Heiligendamm sagen. Dies ist eine Chronik, die in erster Linie den Anspruch hat, Lücken zu schließen. Sie ist als Sammelchronik zu verstehen, in die viele Chroniken und Notizen, Berichte und Bücher verschiedenster Leute eingeflossen sind. Die Annalen des Seebades zu Doberan von Professor Vogel kommen ebenso darin vor, wie die Chroniken von Heinrich Nizze, Heinrich Hesse oder Sebastian Heißel. Auch einzelne Sammlungen, wie die Kirchenchronik, die Chronik der Bäderbahn oder des Gymnasiums fließen in diese Gesamtchronik ein und Zitate von Charles Apperley, Fanny Lewald und Rainer Maria Rilke beschreiben Ereignisse und Ansichten. Zeitungsartikel sind ein wichtiger Bestandteil gerade in der jüngeren Vergangenheit geworden. Das bedeutet aber auch, dass diese Sammelchronik all die Fehler und Verklärungen einfach übernimmt. Nur selten sind einwandfreie Quellangaben möglich und oft ist es nötig, verschiedene Varianten aufzuzeigen. Das unterscheidet diese Chronik maßgeblich von "genormten" Chroniken mit Quellangaben. Die Nachbearbeitung erfolgt Stück für Stück - Sachverhalte werden verifiziert und Hintergründe recherchiert. Das dauert lange und ist allein nicht zu schaffen. Darum lade ich Sie ein, sich mit eigenen Anmerkungen, Korrekturen oder Quellenhinweisen einzubringen, um gemeinsam unserer Stadt eine Chronik zu…
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2013

Des einen Freud und des anderen Leid.     Hauptthemen des Jahres     Heiligendamm   Am 7. Januar wird bekannt, dass sich die Median-Klinik nunmehr nur noch für die Orangerie interessiert. Der Gläubigerausschuss stimmt der Umwandlung zur Klinik mit 30 Betten zu, allerdings muss Jagdfelds Unternehmen bona ebenfalls zustimmen und die Stadt den B-Plan ändern. Bürgermeister Thorsten Semrau (parteilos) und Stadtvertretervorsteher Guido Lex (Bürgerbund) rufen den Heiligendamm-Beirat ins Leben. Lex will die Orangerie als Druckmittel nutzen, um die Vorstellungen der Stadt durchzusetzen. So soll die Änderung des B-Planes von der Zustimmung zum Stichweg abhängig gemacht werden. Lex sagt dazu, das Land sei von den Stadtvertretern abhängig, denn es wolle schließlich verkaufen. Er warnt vor einer Zustimmung ohne Auflagen, denn das würde die Verhandlungsposition der Stadt schmälern. Vize-Bürgermeister Norbert Sass und Stadtvertreter Joachim Seehaus (CDU) äußern ihr Befremden darüber, dass Anno August Jagdfeld nicht gleichberechtigt am Heiligendamm-Beirat teilnehmen darf. Trotz Beschwichtigungen wird der Antrag von Lex abgelehnt. Gegen ihn bildet sich eine fraktionsübergreifende Front, die seine Abwahl vorbereitet. Der Bürgerbund wittert in einer Pressemitteilung eine Verschwörung Jagdfelds. Herbert Baor (HGV) fordert Lex auf, selbst Konsequenzen zu ziehen. Nachdem Lex nicht den erwarteten Vorsitz im Heiligendamm-Beirat bekommt, tritt er am 17.…
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2012

Kein Weltuntergang, aber Chaos in der kleinen Welt.     Hauptthemen des Jahres     Heiligendamm   Für die Verkäufe in Heiligendamm hatte die Stadt im Juli 2011 ein Negativattest über den Verzicht auf das Vorkaufsrecht auszustellen. Nachdem Bürgermeister Hartmut Polzin (SPD) die theoretische Möglichkeit nannte, in Heiligendamm an Grundstücke zu gelangen, diskutierten die Stadtvertreter bis zum Jahresende über diese Möglichkeiten, ungeachtet dessen, dass diese mit dem Fristablauf seit 18. Juli nicht mehr gegeben waren. Da das Negativattest ein Verwaltungsakt ist, der eingeklagt werden kann, muss die Verwaltung nun das Negativattest ausstellen, um eine Klage zu vermeiden.   Unmittelbar im Bürgermeisterwahlkampf droht diese Sache nun aber so ausgelegt zu werden, dass der Bürgermeister die Möglichkeiten der Stadt (von denen kaum jemand weiß, dass sie nicht gegeben sind) nicht nutzt und den Verkauf (das Verscherbeln) Heiligendamms zulässt und genehmigt. Polzin reicht am 4. Januar eine Beschlussvorlage ein, laut der die Stadtvertreter das Negativattest genehmigen sollen. Diese äußern Entrüstung darüber, etwas tun zu sollen, das Aufgabe des Bürgermeisters ist, gehen aber auf die Beschlussvorlage ein, statt sie zurück zu weisen.   Am 7. Januar teilen Polzin und Bauamtsleiter Sass mit, dass es kein Vorkaufsrecht mehr gibt und das Negativattest zu beschließen sei.…
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2011

Scheidende Kreisstadt zwischen Neuanfängen und Kapitelenden.       Hauptthemen des Jahres     Heiligendamm   Im April bereitet die Jagdfeld-Gruppe die Übertragung der verschiedenen Sanierungsobjekte auf die jeweiligen Vorhabenträger vor. Um das betriebswirtschaftliche Risiko zu streuen und damit für die ECH zu minimieren, werden verschiedene Gesellschaften gegründet, welche die Sanierung vornehmen sollen. Für die zu sanierenden Bauten der Perlenkette soll die ECH Grundbesitzgesellschaft I mbH & Co. KG zuständig sein, für die Neubauten wiederum andere Gesellschaften und es soll auch mindestens eine Villa (Möwe) durch Dritte saniert werden.   Dazu werden die Villen samt Grundstücke wie in der Branche üblich an die jeweiligen Vorhabenträger verkauft. Da es sich um denkmalgeschützte Gebäude handelt, hat die Stadt ein Vorkaufsrecht, das sie dann ausüben kann, wenn der Verlust des Denkmals durch den Verkauf an andere zu befürchten ist. Jedoch muss sie dazu denselben Kaufpreis zahlen, wie jeder andere und sie muss eine juristische Person benennen können, die satzungsgemäß die Sanierung des so in ihr Eigentum übergehendenden Denkmals zur Aufgabe hat. Kann die Stadt dies nicht oder verzichtet sie auf ihr Vorkaufsrecht, so bietet sie nicht und muss nach Ablauf der Gebotsfrist ein Negativattest ausstellen. Dieses übliche Verfahren ist meistens Aufgabe der Verwaltung,…
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2010

Neue Perle, neue Goethestraße, neuer Moorbad-Interessent.     Hauptthemen des Jahres     Heiligendamm   Am 3. Juli findet der erste Spatenstich für den Wiederaufbau der Villa "Großfürstin Marie - Perle" statt und am 11. August rücken die ersten Baumaschinen zum Baubeginn an.   Strandversorgung / Strandzentrum   Im Dezember sollen sie über den Bau der Strandversorgung (westlich des Golfteichs) abstimmen, geben sie aber mit 17 zu 4 Stimmen zurück in die Ausschüsse. Es gibt Diskussionen um die Strandversorgung, weil die FDP Unstimmigkeiten bei der Ausschreibung vermutet. Der Bürgerbund unterstützt die Pläne Ralf Goedekes (IHG) und die FDP die Pläne der Gastronomen Rolfs und Wosar (beide FDP).     Moorbad   Der Rechtsanwalt Reinhard Wiese und der Architekt Michael Montua stellen sich als Zwischeninvestoren und Projektentwickler des Moorbad-Projektes vor. Sie präsentieren ein Modell des neuen Moorbad-Komplexes, dessen historische Anlage wie schon bei den Vorgänger-Planungen durch einen Hotelneubau westlich ergänzt wird. Insgesamt soll das 4-Sterne-Hotel aus 4 Gebäuden entstehen, 280 Betten in 130 Zimmern und 10 Suiten haben, mit Restaurant, SPA, Schwimmbad, Kosmetikstudio und Physiotherapie ausgestattet sein, über 100 Parkplätze verfügen und 15 Mio. Euro kosten. Verbessert wurden auf Forderung der Unteren Bauaufsicht der Brandschutz und des Straßenbauamtes die Zufahrt von…
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2009

Kempinski auf dem Rückzug, Heiligendamm auf der Kippe, Jagdfeld unter Beschuss   Hauptthemen des Jahres     Heiligendamm   Die Kempinski AG kündigt am 3. Februar überraschend und mit sofortiger Wirkung den Managementvertrag für das Grand Hotel. Die Gruppe konnte die Managementgebühren auf Grund andauernder schlechter Auslastung nicht bezahlen und geriet mit dem Geschäftsführer Anno August Jagdfeld in Streit, weil sie versuchte, mit Billigangeboten über TUI und Tchibo mehr Gäste anzulocken, was wiederum die zahlungskräftigen Stammkunden verschreckte. Jagdfeld gründet die Grand Hotel Heiligendamm GmbH & Co. KG und betreibt das Grand Hotel in Eigenregie. Interims-Hoteldirektor bleibt der nach dem Ausscheiden Kolbs der geschäftsführende Oliver Sembill, am 23. März wird der zuvor bei Kempinski tätige Holger König als Hoteldirektor eingestellt. Die Umstellung der Buchungssysteme und die Entfernung des Kempinski-Schriftzuges aus sämtlichen Ausstattungs- und Verbrauchsutensilien kostet Millionen, sodass die Kreditlinie des Grand Hotels gesprengt wird und die Hausbank für eine Erhöhung eine Sicherheit fordert. Anno August Jagdfeld bittet das Land Mecklenburg-Vorpommern um eine Bürgschaft für einen Betrag von 4 Mio. Euro. Die Landesbürgschaft wird genehmigt, sorgt aber für viel Wirbel in den Medien. Als Sicherheit fordert Schwerin hohe Auflagen ein, wird die Orangerie als Sicherheit eingefordert. Das Grand Hotel beauftragt das Beratungsunternehmen…
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2008

Stadt Aufschwung, Prominenz im Anflug und die verpasste Chance. Hauptthemen des Jahres     Heiligendamm   In den Medien ist am 16. und 19. Januar zu lesen, dass die ECH die Villen Schwan und Möwe wegen Einsturzgefahr abreißen will und die Genehmigungen herfür erteilt wurden. Im März/April soll mit dem Wiederaufbau der Villa Großfürstin Marie - Perle und dann stückweise mit der Sanierung und Rekonstruktion der anderen Villen begonnen werden. Die ECH möchte aber die 2004 erstmals vorgelegten Pläne um den Bau einer Tiefgarage ergänzen und ein Dauerwohnrecht für die Käufer der Wohnungen erlangen. Beides führt zu einer regen öffentlichen Diskussion, an der sich auch Lokalmedien meinungsbildend beteiligen. Letztlich kann der avisierte Termin für den Baubeginn nicht eingehalten werden. Auch der Baubeginn im Mai kann nicht gehalten werden. Im März tauschen Stadt und ECH das 60 Meter lange Endstück der Promenade gegen eine Fläche, mit der die Stadt den Seebrückenvorplatz vergrößern und begradigen kann. Das Grand Hotel löst das Promenadenendstück auf und ordnet es in das Hotelgelände ein, wodurch die Hotelgäste einen eigenen Strandzugang bekommen und nicht mehr über ein öffentliches Grundstück laufen müssen. In der Kühlungsborner Straße reißt die JHI Immobilien aus Kühlungsborn das Haus Waldfriede ab und plant…
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2007

Abriss mit Aufschrei, Politik mit Problemen, Wirtschaft mit Wagnis und G8 mit Gegnern.     Hauptthemen des Jahres     G8-Gipfel in Heiligendamm   Das Jahr 2007 steht im Zeichen des G8-Gipfels in Heiligendamm. Die Sanierungsarbeiten an den Straßen, Fuß- und Radwegen werden mit Hochdruck rechtzeitig zum Gipfelbeginn fertig gestellt. Dabei mahnt die Verwaltung die Fertigstellung des seit 2005 in Arbeit befindlichen Verkehrskonzepts für Bad Doberan an. Ohne dieses sind die Vorplanungen für die dringend nötige Sanierung der desolaten Goethestraße nicht möglich. Im Zuge der Diskussionen kommt auch der Bau einer Umgehungsstraße um Bad Doberan wieder ins Gespräch. Viele Bürger - gerade in den vom Bau der Trasse direkt betroffenen Gemeinden und Ortsteilen (Parkentin-Bartenshagen, Althof, Hohenfelde, Stülow, Brusow, Glashagen, Reddelich) sind gegen den Bau der Südvariante. Der Bürgermeister Hartmut Polzin spricht sich für eine Umgehungsstraße aus, die Stadtvertreter lehnen den Bau am 2. April ab und das Satire-Magazin "extra3" berichtet am 2. Oktober von den Umgehungsstraßen-Plänen in einem im Beitrag als verlassen dargestellten Bad Doberan. Im Vorfeld des G8-Gipfels in Heiligendamm wird der Ortsteil großflächig bereinigt. Am 10. Januar wird die Villa "Großfürstin Marie - Perle" abgerissen. Die Stiftung Denkmalschutz, Denkmalschützer vor Ort, Bürger und Politiker äußern öffentlich Unmut und…
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2006

Zoff im Rathaus, Brand im Moorbad, Baustellen überall und George Bush in Heiligendamm   Hauptthemen des Jahres     Heiligendamm   Die B-Pläne 25 und 26 für Heiligendamm werden am 8. März fast ein Jahr nach ihrem Beschluss verspätet rechtskräftig. Die Verwaltung bringt eine Beschlussvorlage ein, die eine Modifizierung der BV vom vorsieht. Der Bürgerbund befürchtet, dass durch die Modifikation das offene Kurgebiet wegfallen könne. Im Zuge eines Tausches soll das Endstück der Promenade entwidmet und dem Grand Hotel zugeschlagen werden, weil die ECH ihrerseits auf ein Stück ihres Grundstückes verzichtet hat, damit die Stadt den Seebrückenvorplatz in annehmbarer Form und Größe bauen kann. Zugleich sollen qm der Professor-Vogel-Straße entwidmet und der ECH übertragen werden, die als Ausgleich für die für die Öffentlichkeit wegfallende Wegverbindung den Bau des Stichweges verbindlich zusagt. Die Bürgerinitiative Pro Seebad Heiligendamm überreicht dem Rathaus 120 Karten, die während eines Stammtischgespräches vorgestellt und von denen Stück gedruckt wurden. Am 3. April wird die Einziehung der öffentlichen Verkehrsflächen in Heiligendamm vollzogen. Der Bürgerbund bringt eine Beschlussvorlage ein, die eine Öffnung des getauschten Endstückes der Promenade bis zur Beendigung der Sanierung und eine Öffnung der Professor-Vogel-Straße bis zur Fertigstellung der Perlenkette vorsieht. Der Antrag wird abgelehnt und Kritik…
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2005

Neue Hoffnungen für das Moorbad, neue Pläne für Heiligendamm, neue Probleme mit dem Geld.     Hauptthemen des Jahres     Heiligendamm   In Heiligendamm steht die erste Änderung des B-Planes 25 an. Um die Perlenkette als eigenständige Einheit mit Ferienwohnungen betreiben zu können, sind Maßnahmen nötig, die zur ganzjährigen Attraktivität des Seebades führen. Ein Thalassozentrum zur Nutzung des Meerwassers zum Baden und für Anwendungen und ein Ayurvedazentrum zum in Europa in der Größe einmaligen Angebot an fernöstlicher und alternativer Medizin sollen auch in der Nebensaison Gäste anlocken und ein Ballsaal am geplanten Ensemble-Palais soll die Ballsaison in Heiligendamm wieder marktfähig machen. Für letzteres ist eine Aufstockung des Ensemble-Palais nötig und alles zusammen bedingt die Abholzung von qm Wald.   Der Bürgerbund ist gegen diese Pläne und sieht darin eine erhebliche Störung des Ensembles. Heike Ohde unterstellt politische statt fachliche Gründe für die Änderung und erntet Entsetzen. Horst Gühler (CDU) mahnt mit Hinblick auf den bisher guten Verlauf der Vorhaben zur Unterstützung des Investors. Die ECH versichert eine Fertigstellung innerhalb von 15-18 Monaten ab Baubeginn, um pünktlich zum G8-Gipfel 2007 fertig zu sein. Zuvor müssen die Baugenehmigungen erteilt und Finanzierungen gesichert werden. Die Stadtvertreter stimmen der Änderung am 6. Juni…
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2004

Kammerhof-Desaster, Heiligendamm-Stillstand, Haushalts-Defizit.     Hauptthemen des Jahres     Heiligendamm   Heiligendamm erhält die Blaue Flagge  als Zeugnis bester Wasserqualität. Bis 2009 muss das Seeheilbad einen Kurpark und eine Verbesserung in der Versorgung der Tagesgäste vorweisen können, um den Seeheilbadstatus auch weiterhin zuerkannt zu kriegen. Derweil ist das Interesse an den sanierten Bauten so groß, dass Hotelgäste sich von den vielen über das offene Hotelgelände laufenden Touristen gestört fühlen und über eine Einfriedung nachgedacht wird.   Eine Einwohnerversammlung zu Heiligendamm am 12. Januar zeigt, dass auch das Interesse der Bürger groß ist - es kommen 100 Leute. In der Versammlungen werden Befürchtungen laut, der Bahnhof könnte verlegt werden, aber es geht hauptsächlich um Forderungen, wie nach einer Strandversorgung, Sport- und Freizeitmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche, eine schiffstüchtige Seebrücke, einen Kurpark, ausreichend Parkplätze auch für Reisebusse und die Umleitung der Urlauberströme. Die Bürgerinitiative fordert außerdem die Rückverlegung des Küstenwanderweges über das Hotelgelände.   Ein Rostocker Arzt bemerkt: "Was hier entsteht, entsteht für die Region. Es ist eine Chance. Ein Kleinod." Zwei Tage später startet dann das von den Stadtvertretern geforderte Expertenkolloquium. Die Kosten dafür betragen Euro, die von der ECH allein getragen werden müssen. Sie will diese voraussichtliche Verzögerung eigentlich…
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2003

Wirtschaftsinteressen, Warteschleifen, Wiedereröffnung und Widerstand.     Hauptthemen des Jahres     Heiligendamm   Im April lädt der Handwerker- und Gewerbeverein Kühlungsborn zu einer Sitzung, auf der die SPD-Bundestagsabgeordnete Beate Mahr die Kühlungsborner Geschäftsleute auffordert, angesichts der zu erwartenden Gäste in Heiligendamm noch mehr exklusive Markenware aufzunehmen und Dienstleistungen rund um die Uhr anzubieten.   Beim von Volker Thüne organisierten Händlerstammtisch in Bad Doberan vor 120 Gästen sagt Investor Anno August Jagdfeld:   "Es wird alles funktionieren, was man hier gut macht. Dienstleister müssen selbstverständlich rund um die Uhr da sein". Er erwartet innerhalb der kommenden 5 Jahre Gäste und auch Bewohner mehr, 60-70% werden auswärts essen und es werden sich Leute in Bad Doberan und Umgebung Zimmer anmieten, um Heiligendamm zu besuchen. Jagdfeld verweist auf die Kreuzfahrer aus den USA: "Ein Publikum mit genug Kaufkraft." Er spricht vom "Baden Baden an der Ostsee" und teilt mit, dass bereits zwei Autohändler Verträge mit dem Grand Hotel geschlossen haben. Im Residenz-Hotel eröffnet ein Voreröffnungs-Büro. Am 25. Mai lädt das Grand Hotel zum Tag der offenen Tür. Über Besucher und unzählige TV-Teams und Journalisten werden an einem Vormittag auf einer abgesteckten Route in einer nicht enden wollenden Schlange durch das Hauptgebäude und…
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2002

Pleiten, Pläne, Protest und Zappa.     Hauptthemen des Jahres     Heiligendamm   Die Stadtvertreter untersagen der EntwicklungsCompagnie Heiligendamm GmbH & Co. KG (ECH) den Bau eines für den Hotelbetrieb benötigten und daher im laufenden Aufbau geplanten Wirtschaftsgebäudes auf der Fläche der Saunen zwischen Kühlungsborner Straße und Perlenkette. Das Wirtschaftsgebäude wird von den Stadtvertretern als zu groß abgewiesen, das Grundwasser als Problem angesehen, die Beschaffenheit der Wege als für die Logistik ungeeignet und die Nähe zum Wald zu gefährlich. Außerdem müsse die Median-Klinik ihr Einverständnis bekunden. Als Alternative einigt man sich auf die Bebauung des Containerlagerplatzes direkt neben der Median-Klinik, ebenfalls direkt am Wald. Die ECH nimmt jeden Baum im Umfeld in eine Karte auf und beobachtet fortlaufend die Entwicklung der einzelnen Gehölze, da für den Bau das Grundwasser abgesenkt werden muss. Die ECH kauft die Villen Eikboom und Adler, sowie Alexandra und das Gästehaus dahinter (Anwesen der Familie von Witzleben), die Kolonnaden, den Fürstenhof und Teile des Hauses Bischofsstab, zusammen mit einem Grundstück für das geplante Thalasso-Zentrum das Häuschen mit dem Bistro und der Wasserwacht, sowie die Kleingartenanlage in der Adolf-Kortüm-Straße. Im April ist Heiligendamm das Hauptthema im Rathaus. Es werden Außenparkplätze zur Entlastung des fließenden Verkehrs im…
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2001

Richtfest in Heiligendamm, Hoffnung für das Moorbad, Startschuss für den Kammerhof.     Hauptthemen des Jahres     Heiligendamm   Ministerpräsident Harald Ringstorff besucht am 11. April die Großbaustelle in Heiligendamm. In Unkenntnis dessen plant das Arbeitsamt eine Großrazzia gegen Schwarzarbeit, bekommt aber am Morgen wegen einer "Landesmaßnahme" keinen Polizeischutz, taucht darum am Nachmittag nach Ringstorff auf und findet keine Schwarzarbeiter. Am 31. November feiert das Grand Hotel Richtfest. 335 Mio. DM werden bis zur Fertigstellung verbaut. Eine in der Gärtnerei Klinkosch in Kühlungsborn in 75stündiger Handarbeit gefertigte 3,50 Meter hohe Richtkrone aus 750 in Koniferen eingeflochtenen Rosen, Nelken und Lilien schwebt vor dem Kurhaus empor.   Zu den etwa 1000 Gästen gehört auch der Bundespräsident Johannes Rau.   Bundespräsident Johannes Rau (SPD): "Alle Welt redet bloß von Heiligendamm. Sylt ist schon  abgemeldet. Da frage ich mich, warum ich noch ein Ferienhaus an der Nordsee Mecklenburg-Vorpommern braucht Leuchttürme der Erneuerung, dieses kann einer werden." Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD): "Ich bin froh, dass Heiligendamm 1996 nicht in Torschusspanik verscherbelt Manchmal stimmt es eben doch: Gut Ding will Weile haben. Und die Entwicklung gibt uns Recht: Mit Fundus ist ein Investor am Werk, der nicht nur Kapital und Know-how, sondern auch viel…
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2000

Startschuss in Heiligendamm, Ferienpark in der Warteschleife.     Hauptthemen des Jahres     Heiligendamm   Am 17. Mai wird der erste Spatenstich für den Wiederaufbau Heiligendamms vollzogen. Neben Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) und Landespolitikern ist auch Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) anwesend und eröffnet die Zeremonie. Angesichts des Regens sagt Investor Anno August Jagdfeld in seiner Festrede "Der Himmel weint Freudentränen." In der zweiten Jahreshälfte wird die komplette Baustelle mit einem dichten und hohen weißen Lattenzaun gesichert. Die historischen Gebäude werden entkernt und zugleich das Severin-Palais neben dem Ensemble neu errichtet. Zeitgleich beginnt das Staatliche Amt für Umwelt und Naturschutz (StAUN, heute StALU) mit umfangreichen Küstenschutzmaßnahmen. Das Packwerk wird entfernt und ein breiter Sandstrand aufgespült, Dünen aufgeschüttet, neue Buhnen eingerammt und eine Promenade mit Betonwänden gebaut. Diese Arbeiten sorgen für ein vorüber gehendes Abwandern der Strandkorbvermietung aus Heiligendamm. Die Landesregierung verabschiedet am 29. August das Kurortgesetz und erkennt Heiligendamm am 8. September als einzigen Ort im Landkreis als Seeheilbad an. Bad Doberan wird für 30 Jahre bis 2030 als Heilbad anerkannt. Die Verleihung ist jedoch an Auflagen gebunden und bis 2014 befristet. Sozialministerin Martina Bunge mahnt Verkehrsberuhigung, Besucher- und Servicefreundlichkeit an. Die Fachschule für angewandte Kunst (FAK) schließt am 11.…
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1999

Am Gymnasium wird der Grundstein für einen Erweiterungsbau gelegt, womit erstmals ein großer Anbau an bestehende historische Gebäude in Bad Doberan gewagt wird. Der Glasanbau wird 10 Fach- und 37 Klassenräume, sowie ein Foyer beherbergen. Das Palais wird ab Juli saniert. Bisher sind 4 Mio. DM in die Sanierung geflossen, davon die Hälfte in diesem Jahr. Die Sanierung des Daches kostet DM, vom Landesdenkmalpflegeamt kommen DM für die Rekonstruktion der Bleiglaseinsätze und vom Kreistag nach einiger Kritik DM für die Herstellung der Marketerie-Fußböden, die bisher unter dem Linoleum verborgen blieben und von Holger Maertz aus Schwerin rekonstruiert werden. Das Geld reicht für 205 qm im Erdgeschoss, also sechs Räume.   In diese ziehen im neuen Jahr das Katasteramt und das Kultur- und Schulverwaltungsamt ein. Für die Innenarbeiten gibt es nicht wie erhofft Mittel von der Stiftung Denkmalschutz. Die Außenhülle und Fenster erstrahlen alsbald im neuen Weiß und an der Südseite wird das rekonstruierte Konterfei Großherzog Friedrich Franz I. angebracht. Am 17. August erklärt der Immobilienmakler Schnabel & Metzner der AOK, dass die von ihr avisierte Verkaufssumme zu hoch und daher das Moorbad nicht zu verkaufen sei. Realistisch wäre eine Verkaufssumme von DM. Der Chef der neu gebauten Moorbad zeigt Interesse…
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1998

Im Januar kommt es durch zu große Wassermassen im Hütter Wohld zum Dammbruch zwischen Brückenteich und Mühlenteich. Dadurch brechen auch alle anderen Dämme und die Klosterteiche werden zerstört. Die Stadtverwaltung verlässt das alte Rathaus am Markt 5 und zieht zur Miete in die obere Etage der  OSPA ein. Das Arbeitsamt zieht in das Marktkarree um. Das Johanneshaus auf dem Kammerhof erfährt eine Vergrößerung um die Bereiche Tagespflege und Betreutes Wohnen. Hierfür werden auch bestehende Gebäude im Umfeld ( das einzige Turmhaus) in den offenen Komplex mit einbezogen. Diese Angebote sind die ersten im Landkreis. Die Berufsschule im Stülower Weg wird einer Sanierung unterzogen und feierlich übergeben. Das Krankenhaus Bad Doberan geht planmäßig in einem landesweit einmaligen Projekt in die private Trägerschaft der Mitarbeiter des Hauses über. Das Münster schließt Verträge mit Mobilfunkbetreibern ab, die im Turm Mobilfunkantennen installieren dürfen. Das sichert dem Münster jährlich DM Einnahmen. Der Verein Denkmale Bad Doberan e. V. gründet sich.   Am 30. September startet das erste Bikertreffen in Bad Doberan. 70 Motorradfans finden sich in der Münsterstadt ein und werden von einigen hundert Zuschauern begleitet. Bei den Pferderennen kann erstmals wieder um die Goldene Peitsche für ein Vollblut- und Galopprennen geritten werden. Außerdem wird…
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1997

Am beginnt die Sanierung des Möckelhauses. Das Gebälk des Dachstuhls, das Dach selbst, die Fenster und Türen müssen erneuert und Hausschwamm beseitigt werden. Die Kosten werden auf 2,2 Mio. DM beziffert. Das Museum schließt während der Sanierung, während das Café im Klostertor von Burghard Köhn zunächst geöffnet bleibt. In der Severinstraße wird das Wohn- und Geschäftshaus der ehemaligen „HO Industriewaren“ abgerissen und neu gebaut. In diesem Eckhaus eröffnet im Erdgeschoss die Drogerie „Kloppenburg“ und darüber der Friseur „Klinck“. Der Rest des Hauses beherbergt Wohnungen. Zeitgleich entstehen an den Moorwiesen entlang der Kröpeliner Straße drei Mehrfamilienhäuser.   Das Krankenhaus Bad Doberan (KBD) übernimmt die Funktion des Kreiskrankenhauses, weshalb selbiges in Kühlungsborn schließt und das einstige Kurhaus zum Verkauf angeboten wird. Die neue Klinik verfügt über 175 Betten und beherbergt die Abteilungen Innere Medizin, Chirurgie und Intensivstation. Es eröffnete bereits am 27. Dezember 1996 und geht mit Jahresbeginn in den regulären Klinikbetrieb. Vom 20. Juli bis 7. August werden 175 Jahre Galopprennsport in Deutschland mit einem Festakt im Kurhaus Heiligendamm unter Teilnahme von Honoratorien aus Politik und deutschen Galopp-Rennsport gefeiert. Die Festrede hält Alt-Bundespräsident Walter Scheel. Erstmals findet wieder eine fünftägige Rennwoche statt. Anlass ist das 175. Jubiläum der Galopprennbahn. Auf der…
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1996

Nachdem die Verhandlungen mit der 1994 gescheitert sind und auch die Asklepios-Kliniken für ihr Konzept nicht genug Investoren gefunden haben, geht der Zuschlag an den letzten Bewerber, der auch bereit ist, das Ensemble komplett zu kaufen. Hierbei handelt es sich um die FUNDUS-Gruppe aus Köln des Fondsmanagers und Großinvestors Anno August Jagdfeld als Düren. Der Kaufpreis allein für den historischen Ortskern soll 18 Mio. D-Mark betragen haben.   Er verspricht den Wiederaufbau des Grand Hotels und der Perlenkette, sowie der mit erworbenen Gebäude, den Bau eines Thalasso-Zentrums und eines Apartmentkomplexes mit Gewerbeflächen, sowie langfristig den Bau weiterer Gebäude (Ayurveda-Zentrum, Ensemble-Palais, Ensemble-Villa). Erstmals soll die erste Reihe mit neuen Gebäuden bebaut werden, zugleich sollen im Hinterland auf 300 ha Ackerland ein Villenviertel und ein touristisches Gewerbegebiet entstehen.   Die FUNDUS-Gruppe plant zugleich den Kauf des Gutes Vorder Bollhagen, einer großen Fläche in Wittenbeck für den Bau eines Golfresorts und der Halbinsel Wustrow für ein Sporthotel mit Marina. Sie gründet für die Entwicklung der unterschiedlichen Projekte Tochterfirmen als GmbH & Co. KG: Für Heiligendamm die EntwicklungsCompagnie Heiligendamm (ECH), für Wittenbeck die Entwicklungscompagnie Wittenbeck (ECWB) und für Wustrow die Entwicklungscompagnie Wustrow (ECW). Für den Betrieb des Biolandgutes wird die Gut Vorder Bollhagen GmbH…
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1995

Im Gewerbegebiet Eikboom wird der 3 Mio Euro kostende Verkehrshof des Unternehmens Küstenbus eingeweiht. Die Erschließung des Gewerbegebietes ist abgeschlossen. Am Kellerswald wird für 3,5 Mio. DM eine Turnhalle gebaut. Das Johanneshaus nimmt den Betrieb auf. Am Ortsrand nach Hohenfelde entsteht das neue Kreiskrankenhaus, welches als erstes privat finanziertes und getragenes Krankenhaus eine Besonderheit darstellt. Das "Backenzahn" genannte Denkmal für die Opfer des 1. Weltkrieges wird abgerissen. Ein Brand macht den Anbau des Lindenhofes unbrauchbar und in Heiligendamm brennt eine Scheune nieder (heutiger Standort der Median-Klinik). In der Mollistraße kommt es im Mai durch Rammarbeiten auf dem Nachbargrundstück zu Beschädigungen am Haus der Familie Gellendin. Das gerade erst sanierte Haus muss gesperrt werden und es kommt zu einem langen Rechtsstreit zwischen den Beteiligten. Am 27. September wird der Landkreis zusammen mit den Städten Bad Doberan und Kühlungsborn Hauptgesellschafter der Molli GmbH & Co. KG, die dann auch den Fuhrpark samt Bahnhöfen und Grundstücken am 1. Oktober offiziell übernimmt und ab 3. Oktober den Betrieb aufnimmt. Verhandlungsführer war Landrat Thomas Leuchert. Die Treuhand Liegenschaften Gesellschaft (TLG) schreibt im Oktober die Gebäude des Sanatoriums und einzelne historische Gebäude als Gesamtpaket aus. Auf 25 ha werden 26 Immobilien im Paket angeboten. Angebote können…
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1994

Nach dem Beschluss vom 1. Juli werden die Landkreise Bad Doberan (DBR), Rostock-Land (ROS) und der Amtsbereich Schwaan zum Landkreis Bad Doberan (DBR) zusammengelegt. Das Amt Schwaan mit seinen 8 Gemeinden wechselt somit vom Landkreis Bützow (BÜZ) zum Landkreis Bad Doberan. Der Rest des Landkreises Bützow wird dem Landkreis Güstrow (GÜ) und dem Landkreis Teterow (TET) zugeschlagen. Der neue Landkreis Bad Doberan hat Einwohner und ist ,45 Quadratkilometer groß. Landrat wird am 11. Juli Thomas Jörg Leuchert (SPD) und der neue alte Name des Kreises wird am 7. September bestätigt. Der Landkreis erwirbt das Großherzogliche Palais von der Treuhand und richtet das Landratsamt darin ein. Im Gewerbegebiet "Eikboom" zieht das Straßenverkehrsamt in einen neuen Gebäudekomplex ein, der zugleich der erste Auto-Service-Park des Landes ist. Im Prinzenpalais eröffnet im nicht mehr von der Schule genutzten Erdgeschoss der Jugendclub „Alex“. Die Namensgebung erfolgt in Anlehnung auf den Standort am Alexandrinenplatz. Hinter dem Kinderhaus des Prinzenpalais entsteht ein der B 105 zugewandter Sanitär-Pavillon mit öffentlichen Toiletten und Wickelräumen.   Der Kleine Pavillon (Roter Pavillon) erhält ebenfalls sein Schindeldach zurück, das Bellevue wird vergrößert und umgebaut, das Johanneshaus auf dem Kammerhof fertig gestellt. Im Rosengarten wird mit dem Bau eines Erweiterungsgebäudes für den Landkreis…
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1993

Zur 200-Jahr-Feier Heiligendamms übernimmt der ehemalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher die Schirmherrschaft. Es finden viele Veranstaltungen, wie der Tanz am Meer, das Waschzuberrennen der Fachhochschule und Konzerte statt. Höhepunkte sind die Eröffnung der ersten Seebrücke nach 46 Jahren am 27. Juni und das erste Pferderennen seit 32 Jahren am 7. August vor Zuschauern und mit regem Interesse der Medien. Die Verhandlungen mit der zur Übernahme der Ostseeklinik durch die Median-Kliniken geraten wegen des Widerstandes gegen den Klinikneubau ins Stocken. Die Stadt weist der Klinik einen Bauplatz außerhalb der heilklimatisch relevanten Zone an einer Straßenkreuzung und dem Bahnübergang zu, womit die Klinik zunächst nicht einverstanden ist. Experten veranschlagen die Sanierung Heiligendamms mit 400 Mio. DM allein für die historischen Gebäude. Die Asklepios-Kliniken aus Kronberg/Taunus zeigen Interesse und wollen 330 Mio. DM investieren, um ein Kurhotel mit Golfplatz, Spielcasino, Gestüt und Pferderennbahn zu realisieren und somit 900 Arbeitsplätze zu schaffen. Das Kamp-Theater eröffnet im Sommer unter dem Eigentümer und Betreiber Alfred Mielke uind seinem Kollegen Peer Kretzschmar wieder seine Pforten. Außer dem Kino eröffnet im Erdgeschoss auch ein Restaurant, betrieben von Björn Raake. Der in der Aktion Rose enteignete Lindenhof und das Gemälde Ludwig Bangs werden im Rahmen der Restitution enteigneter Güter an…
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1992

Viele Häuser in Bad Doberan wechseln den Besitzer durch Kauf, Erbe oder Rückübertragung. Dadurch erhöhen sich für viele sanierungsbedürftige Gebäude die Chancen auf eine baldige Sanierung. In der Baumstraße und Kastanienstraße werden die Abwasserkanäle rekonstruiert. Als Höhepunkt gilt die Wiederherstellung eines alten Bachlaufes in einer Granitsteinrinne zwischen Kastanienstraße und Marktstraße, dessen Wasser aus einer Granitsteele rinnt. Realisiert wird das Projekt von der Merkel Ingenieur-Consult Bad Doberan. Die Stadtgasversorgung wird auf Erdgas umgestellt. Der Kammerhof soll mit Einfamilienhäusern, Reihenhäusern und einigen Mehrfamilienhäusern weiter ausgebaut werden. Es entsteht ein großer Komplex für Seniorenwohnen, das Johanneshaus. Der Weiße Pavillon erhält wieder ein Schindeldach. Die übernimmt das Moorbad und betreibt es, Eigentümer bleibt die AOK. In Heiligendamm steht die hinter den MEDIAN-Kliniken stehende mit der Stadt und der Oberfinanzdirektion in Verhandlungen zur Nutzung und Sanierung des Ensembles. Die Klinikgruppe will und kann die historischen Gebäude nicht für eine moderne Funktionsklinik nutzen und plant den Neubau einer Funktionsklinik. Dagegen regt sich Widerstand und eine Bürgerinitiative und der Vize-Landrat Thomas Leuchert sprechen sich gegen den Neubau aus. Heiligendamm erhält den Titel "Seeheilbad" für 12 Jahre bis zum Jahr 2014 verliehen. Es wird mit dem Bau einer Seebrücke begonnen. Am 6. Dezember wird am Ortsausgang nach Rostock…
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1991

Auf dem Kammerhof kommen die letzten Arbeiten zum Abschluss. Aus städtebaulichen Fördermitteln werden das Klosterareal, der historische Stadtkern, die sanierungsbedürftigen öffentlichen Gebäude und die Straßen saniert. Das Pionierhaus wird zum Freizeithaus und heißt offiziell wieder Kornhaus. Am 1. September gründet sich der Kornhaus-Verein als Betreiber des Freizeithauses. Die Goethe-EOS wird wieder zum Fridericio Francisceum und Arno Lange neuer Direktor des 792 Schüler und 53 Lehrer zählenden Gymnasiums. Die Lessing-POS wird wieder zur Grundschule, behält aber den Namen Lessings, die KITA in der Clara-Zetkin-Straße schließt und im Kollbruchweg 32 wird die Regenbogenschule und in Althof in der Ziegelei das Berufsbildungswerk Beckmann & Schneller GmbH & Co. KG.  eröffnet. Reinhard Falck wird zum 1. März Inhaber des Weißen Pavillons, für den er an die Treuhand hohe Anstandssummen für das Mobiliar und Inventar zahlen muss. Das von ihm bereits 1975 initiierte Restaurant eröffnet nach Umbauten nun mit 80 Innen,- 30 Turm- und 50 Außenplätzen. Im Juli wird die Handelsorganisation HO privatisiert. Nach dem Rückzug eines Privatinvestors wird die DOBRA Handelsgesellschaft mbH gegründet, die auch das Kaufhaus MAGNET übernimmt und es in DOBRA umbenennt. Insgesamt übernimmt die DOBRA 13 HO-Filialen, von denen sie vier erhält und zwei werden neu geschaffen. Das Sanatorium für Werktätige…
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1990

Im Mai 1990 finden die ersten freien demokratischen Wahlen statt. Die CDU gewinnt die Es bildet sich ein Bürgerrat als Vorläufer der Stadtvertreterversammlung. CDU-Mann Berno Grzech wird erster demokratischer Bürgermeister. Im August treffen Kinder aus Tschernobyl und Prypiat in Bad Doberan ein, um sich bei Pflegefamilien vom Reaktorunglück zu erholen. In der Fachschule für angewandte Kunst werden noch zwei letzte Durchgänge als Ferienlager organisiert und der Ferienlagerbetrieb dann endgültig eingestellt. Am 3. Oktober tritt die Deutsche Demokratische Republik der Bundesrepublik Deutschland bei. Auf dem Kamp wird feierlich die Linde der Einheit gepflanzt. In der Kirchenchronik steht in rot: "Germania felix deo gratias" Der Prozess der Demokratisierung greift tief in die Verwaltungs- und Organisationsstrukturen der Stadt und ihrer Betriebe ein. Es kommt zu zahlreichen Privatisierungen einst staatlicher oder öffentlicher Betriebe und zu Vereinigungen ostdeutscher Unternehmen mit westdeutschen Pedanten. So wird die Deutsche Reichsbahn der DDR von der Deutschen Bundesbahn übernommen, sodass die Bäderbahn Molli in den Besitz der DB übergeht. Es wird überlegt, den Loks aus umweltschützerischen Überlegungen Dieselmotoren einzubauen, wovon man aber abrückt und einen Käufer sucht. Der VEB Getränkekombinat BT Bad Doberan wird am 1. Juni wieder zur Glashäger Brunnen GmbH und wird von der Gerolsteiner Brunnen GmbH übernommen.…
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1989

Im April ist Vicco von Bülow (Loriot) zu Gast in Bad Doberan. Im Mai häufen sich laut Kirchenchronik die Beschwerden wegen Unregelmäßigkeiten bei der Wahl. Die Münsterführungsgruppe feiert im Juni das 20jährige Bestehen. Am 11. Juni fassen die Gemeindemitglieder den Beschluss, auch in Bad Doberan Friedensgebete anzubieten und gründen einen Vorbereitungskreis. Am 20. Juni findet eine Gesprächsrunde des Rat des Kreises und der Pastoren in der Propstei statt. Das Motto lautet "Wir fordern eine gerechte Reiseverkehrsregelung". Noch ehe diese kommt, flüchten tausende über Ungarn in die Bundesrepublik Deutschland. Im September vermerkt der Pastor in der Chronik: "Die Spannung wächst" und am 7. Oktober zitiert er Erich Honecker: "Den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Ochs' noch Esel auf" und "Die Mauer wird in 100 Jahren noch " Am 25. Oktober findet das erste Friedensgebet im mit Menschen hoffnungslos überfüllten Münster statt. Zwei junge Männer enthüllen nach dem Gebet ein Transparent mit der Aufschrift "Freie Wahlen". Spontan bildet sich ein Protestzug. Hierzu ist folgende Begebenheit vermerkt: "Das erste Friedensgebet fand in einer Zeit politischer und gesellschaftlicher Hochspannung Die Nachricht, dass im Münster ein Friedensgebet stattfinden soll, verbreitete sich wie ein Lauffeuer im Stadt- und Kreisgebiet. Reichlich eine Stunde vor Beginn setzte…
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1988

Gegenüber der im Umbau befindlichen "Palette" entsteht gegen den Widerstand der Naturschützer an der Straße zum Kinderstrand ein Containerlagerplatz. In Bad Doberan gründet sich am der Doberaner Karnevalsklub (DKK oder auch DKK'88). Am 7. Februar hält Pastor Thomas Juergensohn seine Vorstellungspredigt und wird am 25. September ins Amt eingeführt. Am 3. Juni findet ein Kirchenkonzert zur 1000-Jahr-Feier der russischen Kirche statt, zu der auch der Senatspräsident Klaus Wedemeyer aus Bremen kommt. Am 25. Oktober findet im Münster eine Glasrestaurierung statt und vom 1. bis 7. Juni dreht Friedrich Rochow eine DEFA-Dokumentation über die Klosterscheune Althof. In den 80er Jahren ist Harald Garbe Leiter des Stadtmuseums und stöbert gezielt Kunstgüter auf. Dabei gelingt es ihm auch, Ludwig Bangs Gemälde von der Gründungslegende Doberans ausfindig zu machen und wieder in die Stadt zu holen. Ebenfalls in den 80er Jahren produzieren die VEB Möbelwerke Bad Doberan für den schwedischen Möbelriesen IKEA.
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1986

Am Münster wird vom Bildhauer Reinhard Dietrich ein Denkmal für die Opfer des Faschismus errichtet. Anlässlich des Jubiläums der Stadt wird der Bau eines weiteren Neubaugebietes am Kammerhof und der Bau der VEB Schuhfabrik "Lütt Matten" an der F-105 am Ortsausgang nach Rostock als Ersatz für die kleine Schuhmanufaktur im Hinterhof der Marktstraße verkündet. Beide Projekte werden noch im selben Jahr begonnen. In Heiligendamm schließt Ende des Jahres die Gaststätte "Palette" auf Grund umfangreicher Umbaumaßnahmen. Die Stadt Bad Doberan begeht ihr 800. Jubiläum mit einer Feierwoche. Es werden Umzüge und historische Spiele veranstaltet, u. a. wird auch der Herzog Friedrich Franz I. mit seinem Gefolge dargestellt. Die 800-Jahr-Feier Bad Doberans wird auch auf einem DEFA-Film festgehalten. Pünktlich zum Jubiläum eröffnet das Kurhaus wieder seine Pforten. An der Nordseite beherbergt es einen separat zugänglichen Intershop. Zusammen mit dem Intershop im Robert-Koch-Hotel in Kühlungsborn deckt man so den Bedarf an "Westwaren" für den ganzen Kreis ab. Die für den Einkauf nötigen Forum-Schecks gibt es in den Bankfilialen der Stadt. DDR-Bürger dürfen eigentlich frei konvertierbare Devisen wie die D-Mark nicht besitzen und müssen sie in Forumschecks eintauschen, während nur Nicht-DDR-Bürger gegen Vorlage des Reisepasses direkt mit D-Mark bezahlen können.  In den späten 80er…
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1985

Das Kurhaus in Bad Doberan befindet sich in der Sanierung. Im Amtshaus im Klosterareal eröffnet die Stadtbibliothek. Auf dem Buchenberg entstehen eine Kaufhalle und weitere Versorgungseinrichtungen, womit sich die Bauakte Buchenberg schließt. Die in der Grundversorgung autarke Trabantenstadt bietet Wohnungen. Weil die modernen Wohnungen sehr gefragt sind, wird die alte Bausubstanz der Stadt immer unattraktiver und damit auch vernachlässigt. Die Nachfrage nach modernen Wohnungen ist enorm und die demografische Entwicklung Bad Doberans lässt in den kommenden fünf Jahren ein Defizit von etwa 500 Wohnungen erwarten. Es wird beschlossen, ein weiteres Großwohngebiet als Trabantenstadt zu errichten, wofür nur noch der Kammerhof in Frage kommt.
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1984

Die ICOMOS tagt in Rostock und besucht wie geplant auch Bad Doberan und Heiligendamm. Dr. Cuno Serowy geht nach der Einarbeitung seines Nachfolgers Dr. Christian Schütt nach 27 Jahren Tätigkeit im Sanatorium Heiligendamm in Rente. Durch Kontakte einiger Mitarbeiter und Patienten des Sanatoriums zum Chemiekombinat Bitterfeld bekommt der Kreis Bad Doberan dringend für die Landwirtschaft benötigte Chemikalien. Als Dank spendiert der landwirtschaftliche Baubetrieb Bad Doberan dem Sanatorium das so dringend benötigte Heizkraftwerk am Südrand des Ortsteils. 17 Millionen Mark kostet der Bau, der entgegen ursprünglicher Planungen nicht am Golfteich entsteht und der die Dampfspender in Heiligendamm nach und nach ablösen soll. Zugleich wird mit Hinblick auf die Sauberhaltung der Luft um Seeheilbad vorgeschrieben, dass alle neuen Häuser in Heiligendamm an das neue Fernwärmenetz angeschlossen werden und keines von ihnen ausschließlich mit Festbrennstoffen heizen darf. Das Münster erfährt eine Generalrestaurierung und gelangt auf Rang 3 der Nationalbedeutenden Denkmäler mit internationalem Kunstwert in der DDR.
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1983

Das Möckelhaus eröffnet nach umfangreicher Renovierung wieder als Stadt- und Bädermuseum. Auch das Standesamt ist in ihm untergebracht und erfreut sich schnell großer Beliebtheit. Der Rote Pavillon - bisher als Toilettenhaus genutzt - erfährt mit der Einrichtung wechselnder Galerien eine neue Nutzung. Der Anbau an der Jugendherberge wird fertig gestellt und der Nutzung zugeführt. Das wegen Einsturzgefahr geschlossene und mit Balken abgestützte Kurhaus (Logierhaus) in Bad Doberan soll abgerissen werden. Mit Hinblick auf die ICOMOS-Visite im Folgejahr rückt man von diesen Plänen wieder ab und entscheidet sich für eine aufwändige Sanierung des ältesten Hotels der Stadt. Das verwahrloste Dach der Klosterscheune Althof wird abgerissen. Zugleich erfolgen in Vorbereitung auf die ICOMOS-Visite Restaurierungen im Münster, wobei die Marienfigur ins Altarfach versetzt wird. Durch eine rückwärtige Tür wird vermutlich ermöglicht, sie für Prozessionen zu entnehmen. Später werden ihr das Sonnensymbol und die Krone recht unproportional hinzugefügt. Am 11. und 12. Juni 1983 werden die schon seit mehreren Wochen im Bahnhof Parkentin abgestellten Dampfspender ausrangierter Dampfloks auf ein Culemeyer-Fahrzeug verladen und nach Heiligendamm gebracht. Neben dem Bahnhof werden sie aufgestellt und als Teil eines Fernheizsystems für den ganzen Ortsteil zusammen geschlossen. Die Dampfspender haben die Nummern 50 4058, 50 4061 und 50 4072.…
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1981

Die Sonderschule verlässt das Möckelhaus. Nach umfangreicher Sanierung sollen ein Museum und das Standesamt einziehen. Die Jugendherberge wird um einen Anbau erweitert, der u. a. den Sanitärtrakt enthalten wird. Bad Doberans Einwohnerzahl geht wegen des immer noch knappen Wohnraumes und dem damit verbundenen Wegzug aus der Altbausubstanz auf das Land auf zurück.
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1980

  Am Kellerswald am Ende der Neuen Reihe entsteht eine Sonderschule mit angeschlossenem Internat. Auf dem Buchenberg entsteht ein Mehrzweckgebäude und das größte Bauprojekt in der bisherigen Stadtgeschichte geht dem Ende entgegen. Auch auf dem Fuchsberg und dem Hasenberg gehen die letzten Arbeiten zu Ende. In Heiligendamm sind die beiden Wohnblöcke mit jeweils 24 Wohneinheiten fertig gestellt und es müsste an die Umsetzung der weiteren Ausbaupläne gehen. Die Denkmalschützer widersprechen energisch den Plänen und setzen das komplette Ensemble vom Haus Weimar bis zum Haus Bischofsstab und weitere einzelne Gebäude unter Denkmalschutz. Möglich macht das die anstehende Tagung der internationalen Denkmalpflegeorganisation ICOMOS 1981 in Rostock, für die auch eine Visite in Heiligendamm angekündigt ist. Für die Erweiterungsbauten müssen neue Standorte gesucht werden. An der Fachhochschule für angewandte Kunst in Heiligendamm nimmt Prof. Ludwig Kellner den Dienst auf.
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1979

Am 8. März fällt die Vitakost (das Wirtschaftsgebäude des Klosters) einer Brandstiftung zum Opfer und brennt bis auf die Grundmauern nieder. Das Lehrerkollektiv der beiden Oberschulen organisiert und beteiligt sich am Bau eines Mehrzweckgebäudes vorrangig für die Schulspeisung neben der Auch ein kleiner Spielplatz entsteht daneben. Wahrscheinlich auch ab dieser Zeit steht das Hausmeisterhaus neben dem Kornhaus leer. Das alte Verwaltungsgebäude der Glashäger und der Rote Pavillon erfahren eine Rekonstruktion. Nachdem 1978 die letzten Diakonissen ausgezogen sind, wird das Haus Gottesfrieden umfangreich saniert und umgebaut und eröffnet 1979 als Freizeithaus. In den 70er Jahren wird die Baracke hinter der Lessingschule zum Klassenraum umgebaut. Auch der Schulhof entsteht. Die Lehrer bitten dazu den Kreissekretär um Zement. Im Münster stürzt in diesem Jahrzehnt die Viertelstunden-Glocke zu Boden.   Bernd Walter übernimmt das Schwanencafé in den Kolonnaden in Heiligendamm von seinen Eltern.
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1978

Heiligendamm wird der Seeheilbad-Titel weiterhin zuerkannt und es werden zum zweiten Mal in der Geschichte des Seebades umfangreiche Erweiterungspläne vorgelegt. Vor der Burg und den Cottages soll ein langes Kurmittelhaus mit Meerwasserschwimmhalle und Bettenhaus entstehen, am Bahnhof eine Kaufhalle errichtet werden, am Fürstenhof zwei Wohnblöcke in industrieller Bauweise und am Golfteich ein Klärwerk und eine Fernheizzentrale. Weil die finanziellen Mittel nicht in vollem Umfang zur Verfügung stehen, wird mit den beiden Wohnblöcken in der dafür neu angelegten Adolf-Kortüm-Straße und dem Klärwerk am Golfteich begonnen. Der Conventer See wird auf 1,80 Meter Tiefe ausgehoben. Die Pestalozzi-Schule im Kornhaus wird aufgelöst und die Schüler in den neuen Schulkomplex eingegliedert. Das stark sanierungsbedürftige Kornhaus wird nach aufwändiger Sanierung als Pionierhaus "Ehm Welk" wieder eröffnet. Das Beinhaus wird am 29. November saniert und bekommt ein neues Dach. Die demontierte Beinhauslaterne wird eingelagert und nicht wieder eingebaut. An der Fernverkehrsstraße F105 wird ein Teil der bisher von einer Spedition genutzten Gebäude abgerissen und ein dreistöckiger Plattenbau errichtet. In ihm eröffnet der Dienstleistungskombinat (DLK) seine Filiale Bad Doberan.
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1977

Der Weiße Pavillon eröffnet am Tag der Republik () als Restaurant. Es gibt zwei Chefs, Ideengeber Reinhard Falk arbeitet jedoch noch nicht für das Haus. Am Stülower Weg eröffnet eine neue Berufsschule, ebenfalls im Schultypen-Schustertyp Typ Rostock aber mit zwei Etagen, welche vorrangig hauswirtschaftliche Berufe ausbilden soll.
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1976

Der Schulkomplex am Kamp wird fertig gestellt. Heiligendamm wird Chefsache des IX. Parteitages der SED. Die begonnenen aber ins Stocken geratenen Renovierungen und Restaurierungen werden im Parteiprogramm festgeschrieben. Auch der Molli landet auf der Denkmalliste des Bezirkes Rostock.
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1975

In Heiligendamm entstehen weitere fünf Einzelbungalows entlang der Zufahrt zum Forstferienheim, sowie das eigentliche Forstferienheim an der Rückseite der Bungalowsiedlung in Höhe des Jagdhauses. Auch an der Bad Doberaner Jugendherberge entstehen 6 Bungalows und ein Spiel- und Sportplatz Reinhard Falck schreibt eine Studienarbeit über den Weißen Pavillon, der seit dem Auszug des Heimatmuseums leer steht und baupolizeilich gesperrt ist. Falck hat die Idee, hier einen gastronomischen Betrieb unterzubringen, wozu außer der Sanierung auch ein Anbau nötig wäre. Franz Schweiger von der Handelsorganisation (HO) bestärkt ihn in seinen Plänen und tatsächlich beginnt noch im selben Jahr die Sanierung und die Erneuerung der Ausmalung im Stil des Empire durch den Bad Doberaner Kunsthandwerker Gustav Schnippering. Die Ausstattung wird nach dem Vorbild von Schloss Sanscoussi mit Kristalllüster und Wandleuchten aufgewertet. Der Pavillon erhält rückwärtig zur Severinstraße hin einen rechteckigen und im Stil der DDR-Moderne gehaltenen Anbau als Küche, Wirtschafts- und Sozialtrakt. Die Lehrerbaubrigade Bad Doberan ist an der Errichtung des Interhotel NEPTUN in Warnemünde beteiligt.
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1974

Der erste Bauabschnitt des Buchenberg II wird übergeben. Für den Buchenberg ist nur eine Schule geplant, welche die neuen Eigenheimsiedlungen nicht mit versorgen kann. Darum wird am Schulstandort im Herzen der Stadt der Bau zweier gegeneinander gespiegelter Schulgebäude des Schultypen-Schustertyps Typ Rostock vollzogen. In der Mitte entsteht so ein großer gemeinsamer Schulhof, der zugleich für Fahnenapelle genutzt werden kann. Im Vorfeld der Arbeiten wird außer der Schule selbst rechts und links davon eine ganze Häuserzeile von etwa vier Häusern, darunter auch das Haus und das Bang'sche Haus abgerissen. Ab dem 15. April wird mit dem Bau der beiden Schulgebäude, eines Heizhauses und einer kleinen Sporthalle begonnen und eine Fläche für den Sportplatz vorbereitet. Die linke der beiden Schulen wird POS "Johannes " und die rechte POS "Ernst Schneller" benannt. In Heiligendamm entsteht zwischen dem Schießplatz und dem Jagdhaus eine Bungalowsiedlung mit 7 Doppel-Bungalows für das Forstferienheim Heiligendamm. Die Schlosserei wird aufgelöst. Vom 10. August bis 1. November werden in Bad Doberan u. a. am Markt, dem Töpferberg, dem Sonneneck, der Seestraße und der Nienhäger Chaussee, in der Polizeidienststelle und in der Ausflugsgaststätte "Quellental" in Hohenfelde Szenen für den Polizeiruf 110 (Folge: Der Mann) gedreht.
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1972

Nach dem Wechsel in der Führungsspitze der DDR im Jahre 1971 rückt unter Erich Honecker der Mensch in den Mittelpunkt. Moderne Wohnungen, Kindergärten, Schulen, Kaufhallen, Sport- und Kulturstätten stehen auf dem Plan des Politbüros und sollen mehr Zufriedenheit und damit auch eine größere Loyalität der DDR-Bürger gegenüber ihrer Führungsriege mit sich bringen. In Bad Doberan äußert sich das mit der Freigabe dreier Bauflächen für Eigenheimsiedlungen. Mit dem Sonneneck wird die letzte bebaubare Lücke zwischen dem Parkentiner Weg und dem moorastigen Wiesengrund geschlossen und mit den beiden Baugebieten Fuchsberg und Hasenberg der Hang vom Althöfer Bach hinauf zum Parkentiner Landweg bebaut. Das Sonneneck gibt Fläche für etwa 25 Einfamilienhäuser her, der Hasenberg etwa 45 und der Fuchsberg etwa 40. In der Nähe der Kleinen Lessingschule (am Kamp) wird ein Denkmal für den im KZ ermordeten Ernst Schneller aufgestellt. Zugleich plant man den Abriss der Schule und Bau eines Schulkomplexes. Mit dem Wechsel in der DDR-Führungsspitze nimmt auch die Verstaatlichung privater Unternehmen rapide zu. Der Fuhrbetrieb Hermann Hameister übergibt nach 43 Jahren Selbständigkeit sein Unternehmen im April an den VEB Kraftverkehr und Spedition "Ostseetrans" Rostock, BT Bad Doberan.
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1971

Das Jahr ist geprägt von großer Politik. Der Ministerrat beschließt sozialpolitische Maßnahmen, die Preissenkungen und Verbesserungen im Sozialversicherungswesen zu Folge haben. Die Grundlöhne und Mindestrenten steigen. Zwischen den beiden Teilen Berlins kann wieder telefoniert werden und es werden Verhandlungen zwischen Ost und West vorbereitet. Die DDR und Chile nehmen diplomatische Beziehungen auf und die DDR wird bereits von 28 Staaten anerkannt. Im Ringen um den neuen Kurs wird Walter Ulbricht zum Rücktritt gedrängt und Erich Honecker wird sein Nachfolger. Das Viermächteabkommen über Berlin wird unterzeichnet, das Transitabkommen und ein Gebietstausch zwischen der DDR und der BRD und Verträge der DDR mit Polen und der UdSSR. Auch in diesem Jahr wird die Selbstschussanlage SM-70 getestet und an der Ostseeküste der Bau der Grenzwachtürme BT-11 in Börgerende und Kühlungsborn in die Wege geleitet. Für Bad Doberan relevant ist die Entscheidung aus Berlin zur Förderung des sozialen Wohnungsbaus, denn die ermöglicht der Stadt den Bau weiterer Großwohngebiete zur Deckung der ungebrochenen Nachfrage nach modernen Wohnungen. Bad Doberans Einwohnerzahl ist auf angewachsen.
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1970

In Heiligendamm stehen umfangreiche Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen an. Eine Villa nach der anderen wird in Angriff genommen. Weil die Grundrisse den aktuellen Bedürfnissen angepasst werden, mauert man einige Fenster und Türen zu, schließt einst offene Veranden und Loggien, reißt Balkone und sogar Türme ab und baut Dachfenster ein. Stuckaturen, Balustraden, Attiken und andere Zierelemente werden entfernt. Statt Sonderanfertigungen kommen Massenartikel zum Einsatz, wofür die Wandöffnungen verkleinert und die Rundbögen zugemauert werden. Die Villen verlieren nach und nach ihr ursprüngliches stattliches und individuelles Aussehen - angefangen bei den ehemaligen Villen Schwan und Großfürstin Marie - Perle. Klinikdirektor Dr. Cuno Serowy - der selbst in einer Wohnung der Villa "Greif" wohnt - protestiert gegen die schon durch die Sanierung zweier Villen zu lauten Arbeiten in Heiligendamm. Mit einem Fortschritt von zwei Villen in zwei Jahren droht dem Sanatorium eine Dauerbeschallung über fast ein halbes Jahrzehnt hinweg nur für die Sanierung der Perlenkette. Serowy drängt auf eine weniger radikale Lösung im Umgang mit den historischen Gebäuden und stoppt dadurch die totale Vereinfachung weiterer Villen. Ein Anglerheim entsteht am Golfteich und in der Fachhochschule für angewandte Kunst wird die Fachrichtungsgruppe Industrielle Formgestaltung gegründet.
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1969

Der Güterverkehr der Molli wird am 31. Mai eingestellt. Wegen der unterschiedlichen Spurgrößen muss auf dem Bahnhof sämtliche Fracht umgeladen werden, was unwirtschaftlich ist. Die Idee, wie andernorts die Normalspurwagen auf Schmalspurwagen "Huckepack zu nehmen" scheitert an der zu schmalen Ortsdurchfahrt, sodass ein wirtschaftlicher Betrieb der Mollitrasse für den Güterverkehr nicht gegeben und darum aufgegeben wird. Ende der 60er Jahre wird der Holzverarbeitungsbetrieb im Klosterhof zum Volkseigenen Betrieb (VEB).
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1968

Die Modernisierung der Jemnitz-Schleuse ist abgeschlossen. In Vorder Bollhagen wird mit dem Bau von Mehrfamilienhäusern begonnen, um Wohnraum für die immer mehr werdenden Arbeiter des Volkseigenen Gutes Vorder Bollhagen zu schaffen. Seit 1964 sind in Heiligendamm durch die Jagdfreunde freiwillig und unentgeltlich ein Trap-, Skeet-, Keiler-, Bock- und Überflugstand und das Trainingsgebäude (Schützenhaus) errichtet worden.
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1967

Heiligendamm bekommt nach dem Kurortgesetz der DDR den Titel Staatlich anerkanntes Seeheilbad zuerkannt. Am Golfteich entsteht ein Klärwerk, um den bisher hingenommenen Überlauf in die Ostsee zu verhindern.
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1966

Nach einem Hochwasser durch nur langsam abfließende große Niederschlagsmengen wird die Jemnitz-Schleuse wird noch einmal modernisiert und vor Rethwisch mit dem Peisterdamm ein Inlandsdeich zum Schutz des Dorfes vor Hochwasser in der Conventer Niederung errichtet.   Der Dichter Ehm Welk stirbt am 19. Februar in seinem Haus und wird auf dem Friedhof in Bad Doberan beigesetzt. Vor seinem Tod stiftete er ein Ehrenmal für die Opfer des Faschismus, das nach Fertigstellung der Theodor-Neubauer-Oberschule auf dem Buchenberg vor der Schule errichtet wird. Max Emendörfer, der Redakteur der "Freiheit", siedelt von Halle nach Heiligendamm über. In der Goethe-EOS wird Bodo Michels neuer Schuldirektor.
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1965

Der Randkanal und die Jemnitz-Schleuse werden fertig gestellt.
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1964

In Heiligendamm eröffnet ein moderner Trappschießstand und es wird ein Club- und Gasthaus errichtet. Am 5. Juli findet der 1. internationale Wettkampf im Wurftaubenschießen der Ostseeländer statt. Die Rennbahn wird aufgelöst und der landwirtschaftlichen Nutzung zugefügt, der Allee-Teil wird als Bauschuttdeponie genutzt. In Bad Doberan wird eine bisher wegen des Untergrundes frei gelassene Lücke in der Clara-Zetkin-Straße mit zwei industriellen Plattenbauten, einem Garagenkomplex und einer Kleingartenanlage geschlossen. Das so entstehende Wohngebiet wird Wiesengrund benannt. Am 11. November wird der Jawa-Club der FDJ in Bad Doberan gegründet. 15 Jugendliche im Alter von 17 bis 22 Jahre vereinen ihr Interesse am tschechischen Krad im Hinterhof der Kröpeliner Straße 1. Der erste Vorsitzende ist Jürgen Schröder, weitere Mitglieder sind Hilmar Liemandt, Hermann Timm, Jürgen Formell, Eckart Müller, Ali und Klaus Möller, Peter Kühn, Armin Schmidt, Jürgen Schröder, Hartmut Schröder, Werner Weber und Werner Roggelin. Der Club führt auch Brieffreundschaften mit Konstrukteuren des Jawa-Werkes in Tynez.
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1963

Nach dem letzten Bauernrenntag im Vorjahr findet ab diesem Jahr keine Veranstaltung mehr auf der Rennbahn statt.
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1962

In Walkenhagen entsteht auf dem Gelände der Chemiefabrik unter Nutzung der bestehenden Gebäude und mehreren Neubauten die VEB Metallverarbeitung Bad Doberan. In Heiligendamm wird im Sanatorium eine Abteilung für Herz- und Kreislauferkrankungen eingerichtet und zwischen Heiligendamm und Börgerende die Jemnitz-Schleuse und ein Randkanal bis Parkentin zur Regulierung des Wasserhaushalts der Conventer Niederung gebaut.
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1961

Auf der längst ruhenden Rennbahn findet anlässlich der Auflösung ein letztes Bauernrennen statt. Danach wird die Fläche umgepflügt und dem umgebenden Feld zugeschlagen, die Alleen im vorderen Teil bleiben bestehen und die Fläche wird umzäunt und als Lagerplatz für Baustoffe, Steine und Erden des Meliorationsbetriebes (ab 1990 NTU Rostock) benutzt.
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1960

Auf dem Buchenberg wird mit dem Bau des Wohngebietes Buchenberg II begonnen. Die Polizeidienststelle an der Dammchaussee bekommt einen Funkturm. Das Geläut des Münsters von 1926 wird durch eine Eisenhartguss-Glocke ersetzt.
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1959

Das Wohngebiet Buchenberg I wird fertig gestellt und die Vorbereitungen für das Wohngebiet Buchenberg II getroffen. Der Metallbetrieb neben dem Wirtschaftshaus im Klosterareal beginnt mit der Holzverarbeitung. In Bad Doberan findet das Weltmeisterschafts-Qualifikationsrennen der Radsportelite mit tausenden Zuschauern statt. Besonderes Lob gilt Max Paschke, Jürgen Kruse und Bruno Baade.
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1958

Das Möckelhaus wird zur Sonderschule. Seit 1945 wurde es zuerst als Wohnhaus für Umsiedler genutzt, dann zog die Landwirtschaftsschule ein und wurde zur Fachhochschule für Landwirtschaft und zuletzt residierte die Kreis-Volkshochschule im Haus. Dr. Cuno Serowy wird Chefarzt und Direktor des Sanatoriums und lässt wegen seit der FDGB-Zuständigkeit steigender Überweisungszahlen die Abteilung für Hautkrankheiten wieder aus den Cottages heraus nehmen und im Haus Mecklenburg zusammenfassen. Die Zahl der Betten der Abteilung steigt auf 130. Das Bad wird bis 1975 jährlich für drei Wochen als Unterkunft für die norwegischen Teilnehmer der Ostseewoche genutzt. Im Althöfer Weg entstehen ein Landwarenkonsum und in der Clara-Zetkin-Straße ein Kindergarten (das genaue Baujahr ist nicht bekannt.)
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1957

Die Idee der "Trabantenstadt" (Trabant = der Umkreisende) setzt sich in der DDR durch. An den Stadträndern entstehen autarke Großwohngebiete. Auf dem Buchenberg wird mit dem industriellen Wohnungsbau des Großwohngebietes Buchenberg I begonnen. Dazu wird am 12. September die Arbeiter-Wohnungsgenossenschaft (AWG) gegründet, die den Bau und die Vermietung der Wohnungen koordiniert. (Andere Quellen nennen den als Gründungstag) Im Hof der Goethe-EOS wird am 4. Mai das Institut eingeweiht. Mit der 1951 erlassenen Verordnung des Ministerrates der DDR wurde die politische und organisatorische Zuständigkeit für die Sozialversicherung von den Sozialversicherungsanstalten der Länder an den Freien Deutschen Gewerkschaftsbund (FDGB) überschrieben. Innerhalb des FDGB werden die Ferienbetriebe im Laufe der Jahre analysiert und entsprechend aufgeteilt. Das Sanatorium für Werktätige Heiligendamm geht an die Sozialversicherung des FDGB und Dr. Cuno Serowy wird Leiter der Abteilung für Hautkrankheiten. In der Fachschule für angewandte Kunst beraten die Angehörigen der Intelligenz der DDR die besonders günstigen Ausbildungsmöglichkeiten der künftigen Gestalter des Gesichts des Sozialismus. In der Goethe-EOS wird das Institut feierlich eingeweiht, in der Mollistraße das Haus des Einkaufsladens Gellendin aufgestockt und am Markt das Rathaus rekonstruiert.   Familie Walter übernimmt die zwischen 1948 und 1957 in den Kolonnaden gegründete HO Gaststätte Zur Erholung und betreibt sie…
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1956

Der Lindenhof wird Kreiskulturhaus des Kreises Bad Doberan. Die inzwischen zum VEB Getränkekombinat Rostock gehörende Glashäger bekommt ein modernes dreistöckiges Verwaltungsgebäude und die Oberschule am Kamp eine Baracke für den Schulhort. Am Markt Nr. 5 eröffnet ein Teil des Rathauses der Stadt. Im Obergeschoss befinden sich Verwaltungsräume und im Erdgeschoss ein Eisenwarengeschäft und ein Fahrzeuggeschäft. Im Hof entsteht ein großer Anbau für die Stadtdruckerei und weitere Verwaltungsräume. Die kleine Maschinen-Traktoren-Station wird zu einer richtigen MTS für die ganze Umgebung ausgebaut. Um den durchgängigen Betrieb zu gewährleisten, entsteht eine Siedlung mit 8 Doppelhäusern. Die eigentlich Am Quellholz heißende Siedlung wird im Volksmund MTS-Siedlung genannt. Die Feuerwehr erhält einen Garagen-Anbau. Im Sanatorium entsteht eine Abteilung für sonstige nichttuberkulose Krankheiten. Die unpraktischen Wohnungen im Fürstenhof werden geräumt und das Haus wieder zum Altersheim. Das Kreiskrankenhaus eröffnet in Kühlungsborn. Letztmalig taucht das Sanatorium als VEB Erholungsheime Ostseebad Heiligendamm + Kühlungsborn in den Karten auf. Die Altenspeisungen im Haus Gottesfrieden werden fortgesetzt. Ab diesem Jahr findet auf der Rennbahn jährlich ein Bauernrenntag für Halb- und Warmblutpferde statt.
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1955

Vorder Bollhagen wird in Bad Doberan eingemeindet. Die kleine Gemeinde befindet sich im Wachstum. Das Volkseigene Gut verlangt nach immer mehr Arbeitskräften, die eher im wachsenden Bad Doberan gefunden werden, als in den umliegenden Dörfern. Im Hof der Goethe-EOS wird mit aktiver Hilfe der Lehrer und Schüler mit dem Bau eines Instituts begonnen. Das Sanatorium nimmt zusätzlich zu den Vorbeugungs- und Genesungskuren Heilkuren ins Programm und plant zunächst Erweiterungsbauten, bringt dann aber die neue Fachabteilung in den drei Cottages unter. Diese werden umgebaut, die Grundrisse neu geschnitten und Veranden verglast, um zusätzlichen Platz zu gewinnen. Insgesamt 88 Betten können so zusätzlich zu den Behandlungsräumen in den drei Cottages untergebracht werden. Im März endet die Altenspeisung im Haus Gottesfrieden. 22 ältere und einsame Leute haben bis dahin jeder 10 Mahlzeiten kostenlos in Gesellschaft einnehmen können. Es findet eine Allianzgebetswoche statt, in der Schneller in einem Vortrag über seine Arbeit in einem syrischen Waisenhaus berichtet und ein Abend über die Missionsarbeit im Gebiet des Kilimandscharo veranstaltet wird. Am 16. November wird eine Reportage über das Münster gedreht.
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1954

Lutz Elbrecht legt einen Vorentwurf zum Wiederaufbau der Rennbahn vor, der aber unter dem Vorwand des Geldmangels nicht umgesetzt wird und auch deshalb nicht umgesetzt werden kann, weil man auch jetzt nicht an der Bodenreform rütteln will. Dafür darf Elbrecht eine Freilichtbühne im Quellholz bauen (heute: Park des Moorbades). Neben dem Wohnhaus Ehm Welks wird parallel zur Goethestraße eine Straße angelegt und mit der Straße zum Feld verbunden. Auf Initiative Ehm Welks wird die erste Straße Klaus-Groth-Straße benannt. Die so entstehende Fläche wird parzelliert, sodass 20 Ein- und Zweifamilienhäuser entstehen können. Das erste Haus in der Klaus-Groth-Straße ist das Doppelhaus 10/12. Paul Rilla stirbt am 5. November im Krankenhaus in Rostock. Bad Doberan ehrt den Künstler mit der Umbenennung durch den Bau der Klaus-Groth-Straße mit entstandenen Gartenstraße in Paul-Rilla-Straße. Ehm Welk weist darauf hin, dass es seiner Ansicht nach mit einem Bindestrich weniger Klaus Groth-Straße und Paul Rilla-Straße heißen müsste. Die Fachhochschule Wismar startet ihre Außenstelle in Heiligendamm unter Leitung des Malers und Gelehrten Prof. Werner Laux. Während der Sommerferien dient die Schule als Ferienlager für Schüler aus Berlin und der CSSR  und vom Domowina organisierte Ferienlager sorbischer Schüler. Im Zusammenhang mit der Einrichtung der Fachschule für angewandte Kunst entsteht…
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1953

In Heiligendamm werden die Villen "Eikboom" und "Adler" zu Wohnhäusern der leitenden Ärzte des Sanatoriums. Die Fachschule für Angewandte Kunst in Wismar wird nach Heiligendamm ausgegliedert und zieht in das leer stehende Kinderheim in der Kühlungsborner Straße. Es erfolgen Anbauten und die nebenstehenden Wohnhäuser "Tabea" und "Waldfriede" werden in Internate für die etwa 100 Studenten umgewandelt. Sie erhalten Anbauten und im so entstehenden gemeinsamen Hinterhof entstehen Baracken für die Schule. Ein Verbindungsbau verbindet die beiden Hauptgebäude. Die Mädchenschule Marienschule wird aufgelöst und in eine Polytechnische Oberschule (POS) umgewandelt. Dem Vorbild folgend wird sie so, wie die Marienstraße in Lessingstraße umbenannt wurde, in Lessingschule (POS "G. E. Lessing") umbenannt.   In der Aktion Rose wird u. a. der Mecklenburger Hof Ziel der Fahnder. Sie finden bei Lucie Jess und ihren Kindern Lieselotte und Gertrud in der Fischfabrik Börgerende aussortierte und daher nicht mit Belegen geführte kleine junge Aale und Bohnenkaffee ohne Bezugsschein, sowie Hitlers Buch Mein Kampf. Die Familie Jess wird zusammen mit dem Kellner ins Gefängnis nach Bützow gebracht, der Mecklenburger Hof enteignet und an die Konsumgenossenschaft übergeben. Auch den Lindenhof betrifft die Säuberungsaktion. Das Gemälde von Ludwig Bang wird entfernt und ins Dresdner Albertinum verbracht. Viele weitere private Betriebe…
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1952

Am Südrand Bad Doberans entsteht eine Siedlung der Maschinen-Traktoren-Station (MTS-Siedlung) und das Haus Am Markt 8 wird umgebaut. Das Logierhaus wird zum Kurhaus und erhält einen Anbau zum Hof. Einige der Nebenbauten werden abgerissen, andere umfunktioniert, u. a. für Wohnzwecke. Am 23. Juli tritt das Gesetz über die weitere Demokratisierung des Aufbaus und der Arbeitsweise der staatlichen Organe in den Ländern der DDR in Kraft und überträgt die verbliebenden Aufgaben der Länder an die neu geschaffenen Bezirke. Mecklenburg wird in die drei Bezirke Rostock, Schwerin und Neubrandenburg aufgeteilt, wobei Bad Doberan zum Ostsee-Bezirk Rostock gehört und das Kfz-Kennzeichen "A" bekommt. Bad Doberan wird in Folge dessen am 25. Juli Kreisstadt des 550 Quadratkilometer großen und Einwohner zählenden Kreis Bad Doberan. Damit die Stadt- und Landbevölkerung sich einander näher kommen, organisiert der FDGB-Feriendienst Besuche der Landarbeiter in den Städten. In Rostock verweilen vom 7. bis 15. Januar insgesamt 20 Landarbeiter aus verschiedenen Regionen der DDR. Sie besichtigen die Stadt und ihre Großbaustellen, nehmen an Konzerten, Theatervorstellungen und Kunstausstellungen teil. Obwohl sie eigentlich nur die Bezirksstädte besuchen, werden ihnen auch Heiligendamm und Bansin (Usedom) gezeigt. Ehm Welk und Hans Grünberg vermitteln dem gesundheitlich angeschlagenen Kollegen Paul Rilla eine Wohnung im Haus Oerden…
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1951

Die ausgebrannte evangelische Waldkirche in Heiligendamm wird durch Bad Doberaner Handwerker wieder instand gesetzt. Die Kosten dafür trägt das evangelische Hilfswerk. Am 5. August findet die Weihe der mit Girlanden und Fahnen geschmückten Kapelle statt und am 18. August wird die Glocke der Rostocker Kirche St. Marien nach Heiligendamm gebracht. Die um 1400 von Glockengießer Rickert von Monkehagen gegossene Glocke wurde vor ihrem Umzug von Schilling & Söhne in Apolda saniert. Anlässlich der Wiedereröffnung der Kirche wird auch der kleine Friedhof wieder hergerichtet. Ein mecklenburgisches Friedenskomitee lädt Jugendliche und Frauen aus West-Berlin ein, die sich für die Ächtung der Atombombe eingesetzt haben und dafür verhaftet wurden. Sie sollen sich in Heiligendamm erholen und später in der DDR eine besondere Förderung erfahren. Auf dem ehemaligen Landwirtschaftshof des Klosters - jetzt Thünenhof genannt - entstehen erstmals neue Gebäude für eine Landwirtschaftliche Fachschule. In Kühlungsborn wird das Kurhaus zum Kreiskrankenhaus umgebaut. In Schwerin wird Kurt Bürger Ministerpräsident und als er nach wenigen Monaten stirbt, folgt ihm Bernhard Quandt. Dieser widersetzt sich den Beschlüssen des Politbüros zu mehrgeschossigen Wohnungsbau und trägt dadurch maßgeblich zur Erhaltung des ländlichen Charakters der Dörfer und Kleinstädte in Mecklenburg-Vorpommern bei. Der bekannte Lehrer Gerhard Ringeling stirbt in Bad Doberan…
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1950

Nach der Gründung der DDR im Oktober des Vorjahres ist die Aufgabe der Kommandanten der SMAD erledigt. Die Kommandanturen werden aufgelöst, das Alexandrinencottage wird dem Sanatorium übergeben und in die Villa Winter in der Dammchaussee zieht das Amtsgericht ein. Ein genaues Datum ist für beides nicht überliefert, sondern lediglich "in den 1950er Jahren"). Im Parkentiner Weg 7 eröffnet der 1929 gegründete Lastfuhrbetrieb Hermann Hameister neu. Nach dem Krieg kam das Unternehmen durch die Bergung und Instandsetzung von Fahrzeugwracks in der eigenen Werkstatt über die Runden. Nun steigen die Anforderungen an den Fuhrbetrieb wieder, sodass er schon bald in neue Fahrzeuge investieren kann. Die Stadt baut das Verwaltungsgebäude um, das Wirtschaftsgebäude des Klosters wird zur Schulspeisung Vitakost umgebaut. In Heiligendamm soll der Golfplatz wieder in Betrieb genommen werden aber aus ideologischen Gründen kann man die Bodenreform nicht im Einzelfall rückgängig machen und muss diese Pläne fallen lassen. Bis auf wenige werden die Eiskeller in Heiligendamm zugeschoben und es wird darüber nachgedacht, das Kurhaus und das Hauptgebäude (Grand Hotel) durch einen Arkadengang miteinander zu verbinden. Prof. Friedel Liebscher liefert den Entwurf eines Reliefs für das Empfangsgebäude. Die einzelnen Häuser in Heiligendamm werden umbenannt: Die drei herzoglichen Cottages werden nach Städten in der…
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1949

Im Februar wird Bruno Böttge aus Halle/Saale Verwaltungsdirektor des Sanatoriums für Werktätige. Am 1. März zerstört eine schwere Sturmflut auf einer Länge von 140 Metern den Dammweg neben dem Haus Bischofsstab. Ein Bruch im Steindamm lässt das Wasser bis zum Waldhaus und Prinzessin-von-Reuß-Palais vordringen, die Telefonmasten knicken ab und da ein Teil der Seebrücke als Brennholz verheizt wurde, hält die Konstruktion nicht mehr Stand und bricht zusammen. Die Trümmer werden bis zur Schleuse hoch getrieben. Am Folgetag behebt man den Dammbruch aber das Wasser schwappt am Nachmittag über den Deich und setzt damit eine neue Rekordmarke. 26 umgefallene Bäume werden gezählt. Die Zahl der Bauarbeiter wird von 200 auf 300 erhöht, im Mai gehen die Großküchen in Betrieb und mit 140 Kurgästen beginnt der reguläre Kurbetrieb in Heiligendamm. Die Villen der Perlenkette werden aufgeteilt: Die Deutsche Wirtschaftskommission (DWK) bekommt die Villen Schwan und Anker, geht dann aber im Oktober in der Regierung der am 7. Oktober gegründeten Deutschen Demokratischen Republik auf. Villa Schwan wird später den Verfolgten des Naziregimes (VdN ) zur Verfügung gestellt. Am 27. Mai wird das Kommunale Wirtschaftliche Unternehmen (KWU) Bad Doberan gegründet. Am 15. Juni wird das Prinzessin-von-Reuss-Palais an den Förderausschuss für Geisteswissenschaften übergeben. Am 18.…
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1948

Das Sanatorium für Werktätige Heiligendamm empfängt die ersten 40 Aktivisten aus Mecklenburg, Zunächst werden vorbeugende und Genesungsmaßnahmen angeboten, bald auch Heilkuren. In Bad Doberan entsteht zwischen Parkentiner Weg, Kollbruchweg, Doberweg und Fritz-Reuter-Straße die Schmiedefeldsiedlung entlang des neu angelegten Schmiedefeldweges.
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1947

Die beiden ersten Monate des Jahres sind besonders kalt. Die Kartoffeln erfrieren in Kellern und Mieten und es herrscht große Not. Der Pastor vermerkt, dass kaum Mitglieder zum Gottesdienst kommen und auch die Konfirmationsstunden und Passionsgottesdienste schlecht besucht sind. Am 30. März finden die Konfirmationen in Bad Doberan und im Flüchtlingslager Heiligendamm (das inzwischen als Ganzes einem Flüchtlingslager gleicht) statt. In diesen kalten Wochen reißt die Rote Armee die hölzernen Tribünenteile zum Verheizen ab. Flüchtlinge und Einheimische tun es ihr gleich. Bald darauf verschwinden auch die massiven Bauteile als Material für Baustellen. Die Landesregierung sieht sich als Rechtsnachfolger des herrenlosen Gutes Heiligendamm und beschließt, alle nicht in privater Hand befindlichen Gebäude an die Sozialversicherungsanstalt Mecklenburg zu übergeben, damit diese ein Sanatorium für die Werktätigen der SBZ einrichtet. Zunächst wird das Kurhaus unter besonderen Denkmalschutz gestellt. Vernachlässigte Dienstaufsichtspflichten der Stadt und ungeeignete Wachtposten jedoch führten dazu, dass wieder Holz demontiert, das restliche Inventar geplündert und selbst Türen und Fenster zum Verheizen heraus gerissen werden. Nachdem die Burg Hohenzollern in Brand gerät und ihr Dachstuhl, sowie der der Villa Krone stark beschädigt werden, zeigt sich Heiligendamm Ende 1947 als Ruinenstadt mit fensterlosen rußgeschwärzten Häusern, von denen die grüne Farbe blättert. Der Doberaner…
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1946

Zu Neujahr wird der Diakon Martin Stonies und Küster aus Osterode in Ostpreußen Küster in Bad Doberan. Immer wieder werden Leichen angespült und in Zeltbahnen gehüllt in den Wald gebracht. Es kommt vermehrt zu Suiziden und andere unnatürliche Todesursachen. Allein im Januar und Februar werden 117 Beerdigungen vollzogen, bis zu 22 an einem Tag. Überführungen von Toten in ihre Heimat kommen noch hinzu und bringen den Friedhof an seine Grenzen. Die Kirche beantragt eine Vergrößerung in den Kellerswald hinein und am 13. Mai überlässt der Staat aus dem Staatsforst einen Hektar Wald für Mark zur Friedhofserweiterung. Die Einwohnerzahl Bad Doberans beträgt im Oktober Am 30. Juni hält der Pastor Erich Walter - ein Sohn des vor dem Krieg amtierenden Pastors - seine erste Predigt und am Nachmittag einen Vortrag unter dem Motto "Er ist unser Friede". Zum Abendmahl gibt es einen regelrechten Andrang von 822 Teilnehmern und auch die vierzehntägige Kirchenkonzertreihe ab dem 7. Juli mit Musiklehrer Nell und einem Konzert mit Solisten zu Bach und Schütz, dem Erntedankfest und Jugendgottesdienst sind voll besetzt. Im Oktober finden an drei Abenden Gebetsstunden für die Gefallenen statt und am 27. Oktober trifft sich die evangelische Jugend aus den Bereichen Kühlungsborn, Retwisch, Retschow…
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1945

Am 11. April enden der 5. und 6. Lehrgang der Reichskadettenschule und eine Woche später wird die Schule wegen der vorrückenden Roten Armee durch den Kapitän zur See Hans Bartel aufgelöst. Ausbilder, Offiziere und Unteroffiziere erhalten einen Schnellkurs in der Handhabung der Panzerfaust und es wird Alarmbereitschaft ausgerufen. Im Angesicht der auf Doberan vorrückenden Russen wird am  1. Mai die Truppe umgebildet zur Einsatzgruppe (Ing.) Bartel und weg von der russischen Übermacht nach Westen zum neuen Einsatzort Wismar verfrachtet. Die Rote Armee erreicht am 2. Mai  von Osten her Bad Doberan. Die mit Flüchtlingen vollgestopfte Stadt ( Bewohner) entgeht durch die kampflose Übergabe durch die drei Bad Doberaner Dr. Willi Brandt, H. Grünberg und P. Schlünz einer Katastrophe. Von den Grauen des Krieges, Plünderungen und Vergewaltigungen bleiben aber auch die Bad Doberaner nicht verschont. Im Münster werden Kreuz und Altar zerschlagen, das Reiterstandbild von Behr zerstört und Altarbekleidung gestohlen. Die Gottesdienste bleiben nach den Aufzeichnungen von Pastor Eherls aber weitgehend ungestört und es nehmen auch russische Soldaten daran teil. In Heiligendamm nehmen sich 3-5 Betreuer aus Angst vor den einrückenden Rotarmisten das Leben. Diese besetzen Heiligendamm, ziehen dann aber weiter. Jedoch bleibt das Land der Besatzungsmacht unterstellt. Friedrich Franz IV.…
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1944

Ein letztes Mal bombardieren die Amerikaner am 25. August Rostock und hinterlassen eine zu fast 50% zerstörte Stadt. Zu den flüchtenden Rostockern gesellen sich nun auch Flüchtlinge aus den Ostgebieten, die vor der einmarschierenden Roten Armee flüchten. In Heiligendamm werden u. a. Flüchtlinge aus Pommern (Region Soldin) untergebracht, die vorbei am brennenden Rostock nach Doberan gebracht aber dort nicht mehr aufgenommen werden können. Auf dem Rückflug gerät ein gegen die Ernst-Heinkel-Werke Rostock eingesetzter Bomber der USAF in der Nähe Bad Doberans unter Beschuss. Bis auf den Piloten retten sich 10 der 11 Mann starken Besatzung mit Fallschirmen. Fünf von ihnen können flüchten, drei landen in Steffenshagen und werden verhaftet, zwei landen in den Wittenbecker Tannen und werden ermordet. Unter den Toten können später John W. Simon, John B. Dzanaj, Garnett E Saint jun. Und Colin F. Barkel identifiziert werden.
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1943

Korvettenkapitän Bernhard Bieberick stellt für Heiligendamm die Lehrgänge ab Juli in der Reichskadettenschule auf. Der Unterricht findet im Salon des Kurhauses statt, es wird in Allgemeinbildung, Sport, Bootsdienst und "ein wenig Infanteriedienst" unterrichtet. Die Ausbildungszeit beträgt ein halbes Jahr und wird mit der Prüfung an der Marinekadettenschule Mürwick abgeschlossen. Unteroffiziere, die nicht zum Hauptlehrgang in Mürwick zugelassen werden, erhalten in Heiligendamm einen Vorbereitungslehrgang und die für Mürwick nötigen Schulabschlüsse. Wer die Ausbildung nicht besteht, wird sofort an die Front zurück geschickt. Die Lehrkräfte - Marineoffiziere meistens mit Lehrer als Zivilberuf und Marinebeamte -  beziehen das Grand Hotel und Kurhaus, während die Kadetten nach Ausbildungsgruppen sortiert in den Villen einquartiert werden. Die Gruppen haben untereinander nur wenig Kontakt. Pro Lehrgang werden 60 Kadetten unterrichtet, einer von ihnen dichtete das "Heiligendammer Loblied", in dem es u. a. heißt: „Mecklenburger Land, Heiligdammer Strand, brachtest mit viel Freude und Leid! Denken wir zurück an das selt'ne Glück alter Kadettenherrlichkeit.“ „Mecklenburger Land, Heiligdammer Strand, Mädel leb' wohl. Drüben in Doberan sind wir Kadetten wohlbekannt, und den langen Weg von dort sind wir oft nach Haus gerannt.“ Im April gibt es ein weiteres Bombardement auf Rostock. Auf dem Rückzug vor den deutschen Jagdflugzeugen wirft ein britischer…
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1942

Der Luftkrieg erreicht Deutschland. Am 20. Februar verkündet der im Auftrag des designierten Großherzogs für dessen Liegenschaften in Heiligendamm zuständige großherzogliche Aufseher Klatt: „Hiermit teile ich mit, dass durch Verordnung des Luftfahrt-Ministeriums hier alle Häuser dunkel angestrichen werden. Der Marstall und die Autogarage sind schon gemacht Die ganzen Villen und Privathäuser werden alle der Reihe nach gestrichen “ Die hellen Gebäude vor dunkler Kulisse werden in verschiedenen Grün- und Brauntönen gestrichen (Tarnanstrich). Schon am 23. April erreicht die British Royal Airforce Rostock und startet in den Nächten vom 23. auf den 24. und vom 26. auf den das so genannte Vier-Tage-Bombardement auf Rostock. Im Mai und Oktober werden weitere Bombenangriffe auf Rostock geflogen. Viele obdachlose Zivilisten müssen die brennende Hansemetropole verlassen und ins Umland fliehen. Im Althöfer Weg hinter der Bebauung entstehen zwischen der Straße und den Bahnschienen in Bad für einen Teil von ihnen Behelfsheime. Trotzdem übt man sich in Bad Doberan - von wo aus man das brennende Rostock sehen und auch riechen kann - in der Normalität. Es entstehen weitere Wohnhäuser an der Straße nach Althof (heute: Clara-Zetkin-Straße) und das Kino feiert Richtfest und eröffnet noch im selben Jahr als Hansa Lichtspieltheater Bad Doberan. Im Obergeschoss befinden…
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1941

Der Kriegsbeginn lässt den Bau der Eliteschule ruhen. Das beschlagnahmte KdF-Bad soll nun einer anderen als der geplanten Bestimmung (Reservelazarett) zugeführt werden, wozu die Reichsmarine im August für Mark der durch die Beschlagnahmung der Immobilien und den Suizid Rosenbergs ruinierten Ostseebad Heiligendamm GmbH den Besitz abkauft. Der Verkaufserlös reicht gerade zur Befriedigung aller Gläubiger. Der Generalpächter Günther Siegert verlässt Heiligendamm und kauft das Hotel "Alcron" in Prag. Formaljuristisch ist der Verkauf Heiligendamms an die Reichsmarine wohl durch den Krieg nie zum Abschluss gekommen.
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1939

Die Verbindung zwischen Parkentiner Weg und Althöfer Weg (heute: Fritz-Reuter-Straße) wird mit mehrgeschossigen Arbeiterhäusern im Heimatschutzstil bebaut. Dahinter entsteht eine Siedlung in gleichem Stil. Weil in den Mehrfamilienhäusern überwiegend Arbeiter der Rostocker Niederlassung der Ernst-Heinkel-Flugzeugwerke AG (EHAG) wohnen, wird diese Siedlung im Volksmund Heinkel-Siedlung genannt und der überall in der Region einheitliche Baustil verleiht den Häusern die Bezeichnung Heinkel-Häuser. Die Büdnerei 58 soll "niedergelegt" werden, um an der Stelle den Neubau des Kinos vorzunehmen. Der Bad Doberaner Architekt Lutz Elbrecht plant im Auftrag Langes ein Kino mit 400 Plätzen.   Althof wird am 1. April zu Bad Doberan eingemeindet. Am 23. Juli findet das 132. Kamp-Fest mit Kamp-Illumination statt. Es ist das letzte Fest vor dem Krieg. Für das KdF-Bad ist der Sommer 1939 der letzte Durchlauf. Am 1. September beginnt mit dem Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg. Das letzte Pferderennen findet statt, bevor die Rennbahn als Ausgleichsfläche für Notlandungen von Flugzeugen deklariert wird. Der Lindenhof wird zum Lazarett erklärt, auch die Marienschule (Lessingschule) wird zum Lazarett und das KdF-Bad Heiligendamm wird im August beschlagnahmt und zum Reserve-Lazarett erklärt. Als Baron Oskar Adolf von Rosenberg davon erfährt, nimmt er sich in seiner Villa Rosin in Kaumberg das Leben und…
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1938

Auf den Tag ein Jahr nach dem Beschluss Hitlers zum Bau einer Eliteschule in Heiligendamm erfolgt am 15. Januar die feierliche Grundsteinlegung im Kleinen Wohld. Dem Führer zu Ehren wird die Straße nach Heiligendamm von Dammstraße in Adolf-Hitler-Straße umbenannt. In der Poststraße (Severinstraße) kauft der Lichtspielbesitzer Johannes Lange die Büdnerei 58 (Severinstraße 4) und auf dem Friedhof in der Waldstraße entsteht eine Kapelle mit Feierhalle. Österreich wird an das Deutsche Reich angegliedert und die Schüler des Gymnasiums müssen sich die stundenlange Radioansprache Hitlers zur Angliederung anhören. Für Baron Rosenberg bedeutet die Angliederung, dass auch in seinem Wirkungskreis nun die Gesetze gelten, die ihm in Deutschland bereits die Arbeit unmöglich machen. Er kann das Vermögen in Heiligendamm nicht mehr abziehen und auch die Gläubiger Heiligendamms nicht mehr bedienen. Auch die Bad Doberaner Parfumfabrik Haliflor Company GmbH fällt den Nationalsozialisten zum Opfer. Der Chef Leo Glaser - von 1924 bis 1928 auch Präsident der IHK zu Rostock - wird verhaftet und die Kosmetikfabrik arisiert. Da Glaser aber in zweiter Ehe mit einer Nichtjüdin verheiratet ist, entgeht er der Deportation und kommt wieder frei.   Kronprinzessin Juliana von Oranien-Nassau und Prinz Bernhard besuchen im Juli die deutsche Verwandtschaft am Heiligen Damm. Mit dabei…
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1937

Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler will nicht nur Heiligendamm besuchen, sondern dort an der Ostsee auch eine Pflanzstätte für nationalsozialistische Führer errichten. Nur 10 deutsche Gaue werden von ihm auserkoren und der Gau Mecklenburg-Lübeck gehört dazu. Per Verfügung vom 15.  Januar beschließt Hitler den Bau einer Eliteschule in Heiligendamm. Kurz nach dem Beschluss wird die für den Bau vorgesehene 12 Hektar große Fläche zwischen dem Hotel und den Bahnschienen erschlossen. Riesige Baugruben werden ausgehoben, Baustraßen und Bauhütten errichtet. Zugleich ist das Jahr 1937 auch das des ersten niederdeutschen Dichtertages, der in Bad Doberan stattfindet. Am Gymnasium wird Dr. Willi Brandt neuer Schuldirektor. Am Fuße des Tempelberges an der Zufahrt zu Jugendherberge und Wasserturm entsteht ein modernes Feuerwehrgebäude mit Fahrzeughalle und Schlauchturm. Das Hauptereignis jedoch findet im Sommer 1937 statt. Am erreichen Hitler und Mussolini mit großen Gefolge mit der Bahn den Bahnhof in Kröpelin, wo sie in die bereit stehenden Limousinen (Mercedes, Horch) steigen und nach Alt Garz (heute: Rerik) und schließlich auf die Halbinsel Wustrow fahren. Die beiden Führer und ihr Gefolge besuchen dann auch Bad Doberan und Heiligendamm. Auch Joseph Goebbels besuchte schon zuvor das Bad. Rosenberg tilgt weiterhin die Schulden des Mark Verluste einfahrenden Bades, muss…
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1936

Reichsstatthalter Friedrich Hildebrandt führt per Verordnung vom 20. März die Wiedervereinigung Bad Doberans und Heiligendamms herbei. Das Ostseebad Heiligendamm wird am 1. April in Bad Doberan eingemeindet. Es wird am selben Tag in Heiligendamm durch Bürgermeister Albrecht der Grundstein für ein Verwaltungsgebäude gelegt. Der Rosenwinkel wird mit 20 Einfamilienhäusern im zeitgemäßen roten Klinker-Stil bebaut.   Auf der Halbinsel Wustrow findet ein Manöver statt, zu dem Adolf Hitler und Benito Mussolini als Besucher angekündigt sind. Im Vorfeld wird darum der Fachwerkbahnhof in Heiligendamm durch einen größeren postklassizistischen Bahnhof ersetzt. Alle überflüssigen Schornsteine werden entfernt.   Das Kurbad wird in ein KdF-Bad (KdF = Kraft durch Freude) umgewandelt und der Ferienorganisation KdF unterstellt. So umgeht man das Problem, dass ein Bad der oberen Zehntausend nicht in die Ideologie des Dritten Reiches passt. Immerhin würde ganz Deutschland auf dieses Bad schauen, wenn der Führer und sein italienischer Verbündeter kommen. Die GmbH bleibt bestehen und Rosenberg tilgt weiter die Schulden. Das KdF-Bad zählt durch eine Veränderung in der Belegung Gäste im Jahr 1936.   Der seit mehr als zwanzig Jahren in Doberan tätige Adolf Nizze veröffentlicht am 12. April das Buch "Doberan-Heiligendamm. Die Geschichte des ersten deutschen Seebades."
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1935

In der Kröpeliner Straße entsteht das Haus Nr. 12, in der Clara-Zetkin-Straße wird auch die linke Seite bebaut und in Heiligendamm erfolgt der Neubau der Seebrücke.   Die Ostseebad Heiligendamm GmbH schreibt Mark Verluste. Trotz Notverordnung und eingefrorener Konten ausländischer Kontoinhaber bei deutschen Banken gelingt es Rosenberg über sein Firmengeflecht, jährlich Mark Schulden zu tilgen. Im Schützenhof (heutiger Maxim-Gorki-Platz) eröffnet das Lichtspieltheater J. Lange mit 200 Plätzen. Doberan hat Einwohner bei 91 Geburten im laufenden Jahr.
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1934

Reichspräsident Paul Hindenburg stirbt und Adolf Hitler macht sich selbst zum Führer und Reichskanzler. Gauleiter Friedrich Hildebrandt drängt die beiden Landtage Mecklenburgs zur Wiedervereinigung. Das Land Mecklenburg mit der Landeshauptstadt Schwerin wird gegründet. Es hat 6 Stadtkreise und 11 Landkreise, wobei Bad Doberan zum Kreis Rostock gehört. Nach Streichung der Mittel wird das Forschungsinstitut für Geistesurgeschichte wieder aufgelöst und die Planungen für eine Volkshochschulsiedlung in Bad Doberan aufgegeben.   Zum letzten Mal wird auf der Rennbahn um die Goldene Peitsche gewetteifert. Ihr Gewinner ist Graf Wuthenau auf der zweijährigen Schwarzen "Rheinwacht". Das Wohnhaus Möckels wird zum Stadt- und Bädermuseum und das Ausflugslokal "Brandt's Höh im Amerikagehölz eröffnet in neuem Gewand. Doberan hat Einwohner bei 60 Geburten im laufenden Jahr
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1933

Über den Dächern der Stadt wird "Brandt's Höh" wieder aufgebaut.   Nachdem Reichspräsident Paul von Hindenburg der Bildung einer Koalition aus NSDAP und DNVP zustimmt, wird Adolf Hitler Reichskanzler. Am 24. März gelingt es der NSDAP nach Terroraktionen, mit den Stimmen aller anderen Parteien außer der SPD und KPD das Ermächtigungsgesetz zu verabschieden. Die Gewerkschaften werden ausgeschaltet, die SPD verboten und alle anderen Parteien zur Selbstauflösung gezwungen. Als eine der ersten deutschen Städte verleiht Bad Doberan dem Reichskanzler Adolf Hitler die Ehrenbürgerschaft und benennt eine Allee (Dammstraße, heute Dammchaussee) nach ihm in Adolf-Hitler-Straße um. Zum Heldensonntag finden Aufmärsche am Backenzahn mit flammenden Reden für ein Großdeutschland statt. Als Oberstudiendirektor Dr. Carl Reuter wegen seiner SPD-Mitgliedschaft versetzt werden soll, kommt es trotz Demonstrationsverbotes und SA-Präsenz zu einer Protestveranstaltung der Schüler. Helmut Gaedt (NSDAP) wird neuer Schuldirektor.
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1932

Eine Brandserie in Gaststätten beschäftigt Doberan: Am 29. Februar brennt "Brandt's Höh" vollständig nieder und am 3. März stehen die Scheunen und Ställe des Kurhauses in Flammen. Bei den erneuten Reichstagswahlen im März 1932 stimmen 48% der Mecklenburger für Hitler und die NSDAP. In Doberan bekommen Paul von Hindenburg der insgesamt 18,66 Mio. Stimmen und Adolf Hitler der 11,32 Mio. Stimmen und Ernst Thälmann 362 der insgesamt 4,9 Mio. Stimmen. Adolf Friedrich wird bedrängt, aus der Ostseebad Heiligendamm GmbH auszusteigen, da es sich um eine wenig arische Angelegenheit handele. Die Gesellschafter wenden sich mit einer Warnung vor den Konsequenzen eines Ausstiegs an die neuen Machthaber. Die Landesregierung richtet für Hermann Wirth in Bad Doberan das Forschungsinstitut für Geistesurgeschichte ein. Mitte Januar findet die Tagung der Christlich-Deutschen Bewegung in Doberan statt. Es kommen Gäste aus dem ganzen Land. Der Landesbischof hält Vorträge und Herzog Adolf Friedrich gibt in seiner Villa Feodora einen Lichtbildvortrag über die Luftschifffahrt Wolfgang von Gronaus, der selbst anwesend die Bilder erläutert. Im Gemeindesaal der Kirche findet die Goethe-Feier mit einem Vortrag über Goethes letzte Liebe Marianne Willemer mit Goethe-Liedern statt. Die Gottesdienste werden von Januar bis März wegen der extremen Kälte in den Rathaussaal verlegt. Die 99er…
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1931

Friedrich Hildebrandt nimmt im Februar 1931 seine Tätigkeit als Gauleiter wieder auf. Bei den erneuten Reichstagswahlen im Juli 1931 stimmen 44% der Mecklenburger für die NSDAP. In der Alexandrinenstraße kommt es am 30. Oktober zwischen 3 und 4 Uhr nachts  zu einem Handgemenge zwischen dem Nationalsozialisten Ingenieur Walter Gädecke und den beiden Kommunisten Klöcking und Bohn. Es fallen vier Schüsse, Klöcking und Bohn sterben und Gädecke wird schwer verletzt. Die auf Wunsch der Familien kirchliche Bestattung am 4. November erfolgt unter enormen Andrang von etwa Menschen, darunter viele Kommunisten auch aus Rostock. Am Totensonntag wollen der Kriegerverein und der Verein Stahlhelm Flagge zeigen, jedoch werden öffentliche Umzüge mit Fahnen verboten. Der Allgemeine Deutsche Automobil Club (ADAC) veranstaltet auf der Rennbahn ein Grasbahn-Motorradrennen. Wegen zu hoher Schäden an der Bahn bleibt es bei diesem einen Rennen. Günter Siegert wird neuer Pächter des Kurbades in Heiligendamm. Der Betrieb hat 400 Zimmer und 500 Betten. Am 11. November wird laut Kirchenchronik der Vortrag "Ernstes und Heiteres aus dem Leben der Frau Rath Goethe in Frankfurt" gut besucht und am 15. November findet ein Konzert des Volkschores zur Unterstützung der Notküche statt. Ende November feiert Rektor Heinrich Hesse sein 40. und Lehrerin Margarethe Brüsehaber…
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1930

Das Möckelhaus geht an die Stadt Doberan. In der Bismarckstraße entsteht das Haus mit der Nummer 8.   Die gut gefüllten Kassen der Ostseebad Heiligendamm GmbH führen zu vielen Um- und Anbauplänen, die den Landesdenkmalpfleger Adolf Friedrich Loren dazu veranlassen, am 28. April das Kurhaus mit den Villen im Umfeld unter Denkmalschutz zu stellen. Den Überlieferungen zu Folge verpachtet die Gesellschaft das Bad. Nach dem Konkurs gegen Bruno Pagel, dem auch das Sporthotel Oberwiesental gehörte, wird die Baugenossenschaft des Deutschen evangelisches Volksbundes eGmbH aus Mühlheim an der Ruhr neuer Pächter. Das Altersheim (Fürstenhof) bekommt im Sommer nach dem strapaziösen Winter eine Zentralheizung. Im Klosterbereich hinter dem Amtshaus entsteht ein Metallbetrieb, der auch Rüstungsaufträge - vermutlich für die Heinkel-Werke - ausführt. In Verbindung damit entstehen in der Nähe Richtung Althof Baracken für die Zwangsarbeiter. Die Chemische Fabrik setzt eine Belohnung von 200 Reichsmark aus, um einem Saboteur auf die Schliche zu kommen, der erst versucht hat, die Dampfkraftanlage zu beschädigen und dann den Motor manipulierte. Gauleiter Friedrich Hildebrandt wird wegen der Behauptung Otto Strassers, Hildebrandt hätte sich seiner neuen Gruppierung angeschlossen, trotz Dementi vom 11. Juli bis Februar 1931 beurlaubt. Bei den Reichstagswahlen wird die NSDAP zweitstärkste Kraft. In Mecklenburg wählen…
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1929

Die ersten Ozeanflieger Hauptmann Hermann Köhl und Ehrenfried Günther Freiherr von Hünefeld landen mit ihren Maschinen auf der Rennbahn und sorgen für viele Besucher.   Unter dem Motto "Jeder Familie ein Eigenheim" gibt die Doberaner Bausparkasse am 9. November kostenlose Bauberatung und verspricht billiges Bauland und günstige Bauausführung. In Heiligendamm wird mit der Sanierung der Buhnen begonnen. Nach zwei Buhnenreihen ist das Geld alle. Der Aufenthalt im Heiligendammer Altersheim ist in diesem Winter wegen der Kälte strapaziös. Das Fuhrunternehmen Hermann Hameister wird in Bad Doberan gegründet. Das Luftschiff D-LZ 127 "Graf Zeppelin" fliegt auf seiner Orientfahrt über Bad Doberan. Zum  50. Jubiläum des Gymnasiums gibt Direktor Carl Reuter eine Jubiläumsschrift heraus. In der Jugendherberge gab es in diesem Jahr Übernachtungen, wovon 169 männliche und 132 weibliche höhere Schüler und 142 männliche und 32 weibliche sonstige Jugendliche waren. In der Jugendherberge Heiligendamm gab es 724 Übernachtungen von 246 männlichen und 478 weiblichen Jugendlichen. Sie kommen aus Sachsen, dem Rheinland, Hamburg und Berlin. Es gibt in Heiligendamm 24 Betten mit Strohsäcken und 40 Schlafdecken zum Verleih.
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1928

Die Stadt Bad Doberan kauft den Drümpel. Im Sommer wird das Tor zur Rostocker Chaussee erweitert, wofür die linke Pforte und der Durchgang für Fußgänger abgetragen werden. An der Straße nach Althof entsteht das Haus in der heutigen Clara-Zetkin-Straße 36. Am wird erstmals die Glocke des Münsters mit einem elektrischen Antrieb geschlagen. Dafür wurden Reichsmark investiert.   Adolf Friedrich organisiert das Ozeanflieger-Treffen der Ozeanflieger Hauptmann Hermann Köhl und Günther Freiherr von Hünefeld, die mit ihren Maschinen auf der Rennbahn landen und von Friedrich Franz IV. und seiner Frau Alexandra unter dem Jubel vieler Gäste begrüßt werden. Den Auftakt machen die Heinkel-Doppeldecker, bevor Hermann Köhl mit der Europa landet. In seiner Ansprache erzählt er von seiner Dienstzeit 1924/25, als er täglich und auch nachts die Strecke Berlin-Warnemünde flog. Busse und Bahnen bringen die Gäste aus dem ganzen Land zu dieser Veranstaltung und der Rostocker Anzeiger berichtet: "Massenaufmarsch zum ersten Ozean-Fliegertag in Doberan." Landdrost Hermann von Oertzen geht in den Ruhestand. Am 29. Juli feiert Hofmalermeister Knittel seinen 70. Geburtstag und sein 40. Geschäftsjubiläum im 134 Jahre alten großväterlichen Malerbetrieb. Im März werden 101 Konfirmandenprüfungen in Doberan und 10 in Althof abgenommen, am Palmsonntag erfolgt die Einsegnung. Ende März beenden fünf Schülerinnen…
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1927

Das Wassernetz wird nach der Fertigstellung des Wasserturms in Betrieb genommen. Mit Mark Fördermitteln wird das Kupferdach auf einem Seitenflügel des Münsters erneuert. Am Gymnasium wird ein Teil der Turnhalle zu Schulräumen umgebaut. Erstmals werden vier Mädchen aufgenommen. Herzog Adolf Friedrich kehrt aus Afrika zurück und am 25. Juli folgt Reichspräsident Paul von Hindenburg folgt seiner Einladung nach Doberan. Der Herzog und der Reichspräsident werden im Rathaus empfangen und unternehmen Visiten am Kriegerdenkmal, in Heiligendamm und auf der Rennbahn, wo sie vom Großherzog und seiner Frau empfangen werden. Das Event spült Mark in die Kassen der Ostseebad Heiligendamm GmbH. Das Doberaner Tageblatt tituliert: "Unser Vater Hindenburg". Das 100. Jubiläum der Rückkehr des Großherzogs aus dem Exil wird mit einem Volksfest auf der Rennbahn gefeiert. Die Feierlichkeiten dauern vom 10. bis 17. August an, am 11. August wird auf dem Tempelberg ein Festmahl für Alte und Arme veranstaltet, für das die Bäcker Kuchen stiften. Der DVFP-Landtagsabgeordnete Friedrich Hildebrandt wird Gauleiter für Mecklenburg und Lübeck. Auf dem Kamp wird - wahrscheinlich auf seine Initiative hin - eine Adolf-Hitler-Eiche gepflanzt. Freidenkerische Kreise wollen die religiösen Rundfunk-Morgenfeiern abschaffen. Eine Umfrage im Januar unter sämtlichen Rundfunkhörern Doberan-Heiligendamms bringt eine große Anhängerschaft ans Licht und sorgt…
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1926

Auf dem Buchenberg entsteht ein Denkmal für die 214 Gefallenen des 1. Weltkrieges (ugs: Backenzahn). Die Grundsteinlegung erfolgt am 21. November. Bürgermeister Stüdemann sagt, dass "nicht umsonst so viel edles Blut geflossen sein darf." Auf dem Jungfernberg (Tempelberg) entsteht ein Wasserturm. An der Straße nach Althof werden auf dem Grünstreifen an den Bahnschienen 28 Baugrundstücke für die Bebauung mit ein- und Zweifamilienhäuser freigegeben. Edith Möckel stirbt und vererbt der Stadt Bad Doberan das Wohnhaus. In Heiligendamm eröffnet die Familie Kirchgeorg im Marstall eine Gaststätte mit Logierzimmern. Aus Krieg's Hotel wird das Mecklenburgische Kaufmannserholungsheim. Der Golfplatz in Heiligendamm ist für Reichsmark fertig gestellt und wird zum Spielen freigegeben. Die Ostseebad Heiligendamm GmbH schließt mit einem Minus von nur noch Mark, hat dafür aber einkalkulierte 1,5 Millionen Mark Schulden bei Rosenberg und aus Darlehen bei der Dresdner Bank, für die Rosenberg bürgt. Am 20. Juni findet im Münster die Weihe der neuen Glocke statt. Pastor Walter hält eine Liturgie, an die sich die Festpredigt des Landesbischofs Dr. Behm anschließt. Dieser gedenkt der Zeit, als er Superintendant und Pastor in Doberan war. Nach dem Gottesdienst werden ihm die Glieder der Kirchengemeinde vorgestellt. Zum Frühstück in der Superintendantur sind der Landesbischof mit Gemahlin, die…
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1925

Neben dem Puppenhaus entsteht ein weiteres Stadthaus. Bad Doberan und Heiligendamm erhalten ein Wasserleitungsnetz und damit einher gehend auch eine neue Kanalisation. In Heiligendamm werden alle Häuser mit Warmwasserversorgung ausgestattet und in diesem Zusammenhang alle Bäder renoviert und neue gebaut. Die Kurstätte bekommt eine eigene Hausfeuerwehr in der Orangerie und die Sportstätten werden repariert und teilweise neu errichtet. Im Wald entsteht ein neuer Tontaubenschießstand und es wird an der Stelle des einstigen Taubenschießstandes ein Feld von 100 Morgen für den Bau eines Golfplatzes vorbereitet. Dabei entsteht auch der Golfteich als künstliches Sammelbecken zur Entwässerung des tief liegenden Gebietes. In der Ostsee werden neue Buhnen eingerammt. Mit zunehmenden Antisemitismus versteckt sich Rosenberg immer geschickter in seinem Firmengeflecht und schiebt in Heiligendamm neben dem Doberaner Rechtsanwalt Fritz Knaack auch den ehemaligen Herzog Adolf Friedrich vor. Dieser wird Vorsitzender des neu gegründeten Aufsichtsrates der Ostseebad Heiligendamm GmbH und später auch Vorsitzender des Rennvereins und des Golfvereins. Pensionsbesitzer Mellendorf gibt den unrentablen Fürstenhof auf und will nun doch ein Altersheim einrichten. Da er nur den Abriss als Alternative anbietet, stimmt man letztlich widerwillig zu. Carl Lüths wird neuer Direktor am Gymnasium. In Althof nimmt Pastor Heidingsfeld aus Tarnow, Missionar in China und 1912-1920 Pastor…
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1924

Der im Balkankrieg wohlhabend gewordene österreichische Bankier Baron Oskar Adolf Rosenberg wird auf das insolvente Bankhaus Louis Wolff aufmerksam und erwirbt deren Anteile an der Ostseebad Heiligendamm GmbH für britische Pfund. Er zeichnet für eine Treuhandvereinbarung Berlin Goldmark, Kurt Kramer zeichnet für die Berlinsche Bodengesellschaft Goldmark und der Doberaner Rechtsanwalt für die Grunderwerbsgesellschaft Berlin Goldmark. Damit haben Rosenberg und Knaack gleiche Mehrheitsanteile. Die drei Gesellschafter stellen Goldmark für die Aufwertung Heiligendamms bereit und erarbeiten ein Konzept für diese Investitionen. Im ersten Teil wird östlich des Ensembles ein 25 ha. großer 9-Loch-Golfplatz direkt am Meer geplant. In Doberan wird mit der Planung und dem Bau eines Wasserleitungsnetztes begonnen. Herzog Adolf Friedrich kauft in Bad Doberan am Kellerswald eine herrschaftliche Villa und benennt sie nach seiner verstorbenen Frau Villa Feodora (heute: Kreismusikschule). Er heiratet am 15. Oktober Elisabeth zu Stolberg-Roßla. Die Trauung des nicht regierenden Herzogs mit der Witwe seines Halbbruders findet in Ludwigslust statt, wobei dem Landesbischof Dr. Behm als Assistenten der Landessuperintendant Max Kliefoth und der Pastor Carl Walter aus Doberan zur Seite stehen. In Doberan findet auch das Aufgebot statt. Am 22. März findet zur Aufrechterhaltung der Notküche ein musikalischer Abend statt, der 800 Goldmark Spenden einbringt. Trotzdem muss…
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1923

Die Hyperinflation lässt im Winter 1922/23 den Dollar 4,3 Billionen Mark kosten. Die Bilanz der Louis Wolff KG als Mehrheitsaktionär der Ostseebad Heiligendamm GmbH sind darum unvorstellbare Summen zu entnehmen: ,81 Mark steht die Bank am im Minus und hat dazu in Lübeck noch Bankschulden über ,43 Mark. Dem gegenüber steht in Heiligendamm ein Wert der Grundstücke und Häuser samt Inventar und Aktienanteilen über Mark. Die Gesellschaft wendet sich im August an die Regierung und bittet um Stundung der Schulden. Das Pferderennen fällt wegen der Hyperinflation aus. Herzog Adolf Friedrich wird Präsident des Rennvereins und hält ihn mit finanziellen Zuwendungen über Wasser. Pastor Carl Walter vermerkt die Preise während der Inflation: Ein Brot kostet Mitte August Mark, eine Zwiebel , ein Auslandsbrief , ein Inlandsbrief und eine einfache Fahrt nach Rostock in der 4. Klasse Mark. Eine Woche später schnellen die Preise hoch und das Brot kostet und der Inlandsbrief Mark. Am kostet das Brot 4 Millarden Mark. Der Kurs Dollar zu Mark steht 1:55 Milliarden. Zwischenzeitlich endet die Inflation auf Grund einiger Änderungen und Verbote des  neuen Reichsbankpräsidenten. Der ehemalige Hofkonservator Carl Knuth baut sich in der Bismarckstraße ein Haus (heute: Goethestraße 34). Am 24. April malt Malermeister Rosenow…
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1922

Erneut wird der Verkauf der Anteile an der Ostseebad Heiligendamm GmbH vorbereitet. Drei Berliner Gesellschaften werden gegründet und von Baron Oskar Adolf Rosenberg aus der Schweiz finanziert. Sie sollen das Bad übernehmen. Wegen der einsetzenden Inflation gelingt dies zunächst nicht gänzlich. Auf Initiative von Herzog Adolf Friedrich findet das erste Pferderennen nach dem Krieg und zugleich Jubiläumsrennen über mehrere Tage statt. Dieses Rennen muss hart erkämpft werden, denn die Regierung hat nur wenig Interesse an einer solchen Veranstaltung und es wird viel Geld benötigt, um die zerstörte Rennstätte wieder nutzbar zu machen. In Walkenhagen entsteht eine Chemiefabrik (Chemische Fabrik Bad Doberan). Großherzoginmutter Anastasia verstirbt am 11. März in Ezé.
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1921

Heiligendamm wird als autarker Ort schon seit Jahrzehnten die Ehre zuteil, Seebad zu sein. Doberan als eigentlicher Ausgangspunkt des Seebades ist in den Hintergrund gerückt und da Doberan und Heiligendamm faktisch nicht zusammen gehören, möchte die Stadt ihr Ebenbürtigkeit zu Heiligendamm noch einmal extra betonen.   Zum 750. Jubiläum wird Doberan zum Kurbad erhoben und darf sich von nun an Bad Doberan nennen. Als anerkanntes Bad erwartet man mehr Badegäste, will aber weiterhin auf die Besonderheiten der einstigen Sommerresidenz, wie Rennbahn und Turniersportstätten setzen. Um den Anforderungen an ein Kurbad gerecht zu werden, werden die Musikkonzerte auf dem Kamp wieder eingeführt und dürfen sich nun Kurkonzerte nennen.  Aus dem Musiktempel wird ein Lesetempel und auf dem Jungfernberg (Tempelberg) entsteht ein Tennisplatz. Im Saal des Rathauses werden Kunstausstellungen norddeutscher Maler veranstaltet und in den Räumen des Palais Kammermusik-Abende von der dort wohnenden, hochmusikalischen Frau Geheimrat Köhn gegeben.   Das "Neue Bauen" hinterlässt auch in Bad Doberan Spuren. An der Althöfer Straße (Clara-Zetkin-Straße 1 und 20) und gegenüber vom Friedhof (Waldstraße 5-7) entstehen insgesamt sieben kubische Häuser in dieser neuen Bauhaus-Architektur.   In der Alexandrinenstraße (heute: Mollistraße) eröffnet erstmals eine Sparkasse, was die Bedeutung der Stadt noch einmal hervor hebt. Der Lindenhof…
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1920

31 Bürger Heiligendamms stellen den Antrag auf Wiedervereinigung mit Doberan. Der Rat der Stadt lehnt dies wegen eigener Probleme ab. Die Anteilseigner der Ostseebad Heiligendamm GmbH stoßen daraufhin die im Abwind befindlichen Anteile ab. Das Bankhaus Louis Wolff KG kauft im Wert von Mark Aktien auf, geht dann aber mit wechselnden Geschäftsführern in den Ruin. Die Allgemeine Ortskrankenkasse Berlin erwirbt das Stahlbad von Zimmermann, der im Wirtschaftsgebäude des Klosterhofes in den schon zuvor als Brauerei und Molkerei genutzten Räumen die Dampfbrauerei Hugo Zimmermann in Betrieb nimmt. Die AOK Berlin behält das Bad jedoch nicht den Kassenpatienten vor, sondern stellt es auch den Doberaner Kurgästen zur Verfügung. Die Bäderbahn geht durch die Verstaatlichung der Herzoglichen Bahnen samt Bahnhöfen und Fuhrpark an die neu gegründete Deutsche Reichsbahn. Albert Voss gründet den Sportverein Heiligendamm und erweckt damit das Misstrauen des Amtsgerichtes. Schon kurz nach der Genehmigung fliegt der Verein am 25. Juli als getarnte Spielhölle auf. Auf dem Töpferberg entsteht das Stadthaus mit der Nummer 7 und der Markt wird in ein von Straßen umgebenes Rechteck umgestaltet. An der Straße nach Kröpelin entsteht ein Stadthaus mit der Nummer 6. Doberan hat Einwohner
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1919

Ein Herr Stüdemann wird erster Bürgermeister Doberans in der Weimarer Republik. Der neue Rat befasst sich mit den Problemen der Stadt und kommt zu dem Schluss, dass die Fremdenindustrie weitergeführt und nach der Abdankung des Großherzogs auch neu ausgerichtet werden muss. Zunächst muss aber die durch demografische und soziale Verschiebungen entstandene Wohnungsnot beendet werden, wozu am Parkentiner Weg 49 Grundstücke für die Bebauung mit Ein- und Zweifamilienhäuser mit Garten verkauft werden. Im Hotel Erbgroßherzog eröffnet das erste Kino der Stadt. In Heiligendamm beschäftigt sich der Doberaner Rechtsanwalt Fritz Knaack mit verschiedenen Angelegenheiten der Ostseebad Heiligendamm GmbH und kommt zu dem Ergebnis, dass Heiligendamm und Doberan wiedervereinigt werden müssen.
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1918

In Neustrelitz wird Großherzog Adolf Friedrich VI. von Mecklenburg (-Strelitz) am 24. Februar tot im Kammerkanal aufgefunden. Das Haus Strelitz steht durch das Fehlen von Erbnachfolgern und die erfolglose Suche nach dem einzig unter Umständen in Frage kommenden Nachfolgers vor dem Aus. Laut Testament soll das Patenkind des Großherzogs die Erbfolge antreten, wenn er nach Neustrelitz umziehen und eine dynastische Absprache vornehmen würde. Dieser Wunsch widerspricht jedoch den Hausgesetzen, die beim Aussterben einer Linie vorsehen, dass das Land an die andere Linie fällt. So wird Großherzog Friedrich Franz IV. von Mecklenburg (-Schwerin) Verweser des Landesteils Mecklenburg (-Strelitz). Er versucht eine dynastische Absprache aber die Kriegsereignisse machen den Kontakt zum im Exil lebenden unter Umständen erbberechtigten Carl unmöglich. In Wilhelmshafen kommt es zu Meutereien unter den Matrosen, die sich dagegen wehren, als letztes Aufgebot in den verlorenen Krieg geschickt zu werden. Aus der Revolte entspringt eine Revolution, die ganz Deutschland ergreift. Am 4. August wird das Hoflager der Gendarmeriestation in Heiligendamm aufgelöst und am 11. November um 11 Uhr schweigen in ganz Europa die Waffen. Noch am versucht Großherzog Friedrich Franz IV. eine Verfassungsänderung mit einer Verkündung aus eigener Hand. Ihm fehlt jegliches Gespür für die sich anbahnende Revolution und selbst…
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1917

In Russland kommt es durch die Vertretung des Zaren Nikolaus II. durch seine unerfahrene Frau Alexandra zu Versorgungsengpässen und schließlich zum Zusammenbruch der Front. Eine Revolution bricht aus und der Winterpalast in Sankt Petersburg wird gestürmt. Zar Nikolaus II. dankt - auch für seinen Sohn Alexej - zu Gunsten seines Bruders Michail Romanow ab. Die Zarenfamilie wird verhaftet und getrennt, ein Teil bleibt unter Arrest, der andere geht in die Verbannung und schließlich werden alle Mitglieder der Zarenfamilie auf unterschiedliche Weise ermordet, ausgeraubt und verscharrt.
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1916

In Doberan wird im harten Winter 1916/17 der Kamp zum Acker für Kartoffeln und Steckrüben. Die frierenden Bewohner beschaffen sich Holz, indem sie u. a. die hölzernen Bauten auf der auch in diesem Jahr nicht benutzten Rennbahn und an den Sportstätten abreißen. Baumeister Gotthilf Ludwig Möckel stirbt am 26. Oktober in Doberan. Damit gilt er als der letzte Hofbaumeister Mecklenburg (-Schwerins).
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1915

Großherzog Friedrich Franz IV. gerät wegen seines trotz immer schlechter werdender Versorgung sehr aufwändigen Lebensstils in die Kritik. Er schätzt die politische und militärische Lage zunächst nicht richtig ein und bekommt trotz Generalsranges kein eigenes Kommando. Am 25. August findet am Gymnasium die Fachkonferenz Geschichtsunterricht statt. Die Unterstufe lernt die großen Führer und Helden des Krieges, z. B. Kaiser, Hindenburg und U-Boot-Kapitän Wedding kennen. Am 30. August legen die Erdkundelehrer fest, den Schülern die Bedeutung des Geländes für die Art der Kriegsführung nahe zu bringen. Die Gesamtkonferenz berichtet darüber, wie in anderen Schulfächern und Feiern der Krieg als Lernziel zu vermitteln sei. Es existiert inzwischen eine Jugendwehr mit 48 Schülern im Alter von 15 Jahren. Am 21. Dezember stimmt der SPD-Abgeordnete Joseph Herzfeld aus dem Wahlkreis V, Rostock-Doberan im Reichstag offen gegen Kriegskredite. In diesem Jahr findet kein Pferderennen mehr statt.
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1914

In Bahnhofsnähe entsteht in diesem Jahr ein Stadthaus in der Althöfer Straße (Clara-Zetkin-Straße 6). Mit dem Attentat von Sarajevo am 28. Juni bricht der Erste Weltkrieg aus. Am 25. Juli erklärt Österreich-Ungarn Serbien den Krieg, woraufhin Russland am 27. Juli mobil macht und gegen den Willen des Zaren Nikolaus II. am 30. Juli die Generalmobilmachung startet.   Kaiser Wilhelm beschwört seinen russischen Vetter und setzt ein Ultimatum zum Rückgängigmachen der Mobilmachung aber Russland lässt dieses verstreichen, sodass das Deutsche Reich ebenfalls am 1. August mobil machen und Russland den Krieg erklären muss.   In der Folge macht auch Frankreich mobil und Deutschland erklärt am 3. August Frankreich den Krieg, um diesen schwächeren Gegner als erstes auszuschalten und einen Zweifrontenkrieg zu verhindern. Am Tag darauf marschieren die Deutschen in das neutrale Belgien ein und lassen ein britisches Ultimatum verstreichen, sodass auch Großbritannien mobil macht. In Mecklenburg und speziell dem ersten deutschen Seebad rückt der Krieg zunächst nicht in das Bewusstsein. Staatsminister von Bülow übernimmt alle Verwaltungsangelegenheiten und tritt damit kommissarisch an die Stelle von Bürgermeister Carl Reeps, was aber praktisch kaum Auswirkungen auf die Bevölkerung hat.   (Es ist nicht geklärt, welcher von Bülow 1914 Staatsminister war. Tatsächlich war ein Carl-August…
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ZEIT AM MEER Sommerfrische seit 1793.

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ZEIT AM MEER Sommerfrische seit 1793.25.08.2017 13:20
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