Am 30. Juni 2017 um 12:00 Uhr feierte die EntwicklungsCompagnie Heiligendamm (ECH) Richtfest für die Villa „Greif“. Neben den Mitarbeitern und Bauarbeitern waren viele Gäste geladen und über 100 Zusagen zeugten von einem regen Interesse an diesem Richtfest. Wie schon 1997 beim ersten Spatenstich für den Wiederaufbau Heiligendamms regnete es, wie aus Gießkannen und Julius Jagdfeld zitierte seinen Vater damals „Der Himmel weint Freudentränen“.

Freude war diesmal mehr zu spüren, als beim Richtfest für die Villa „Großfürstin Marie – Perle“ direkt nebenan. Nicht, weil es sich damals um eine Wiedererrichtung eines zuvor abgerissenen Hauses handelt, sondern weil die Situation 2010 eine andere war. Nach sieben Jahren Streit zwischen Stadtvertretern und dem Investor um einen direkten Weg vom Bahnhof zur Seebrücke, an dem ganze Parteien zerbrachen, wollte Anno August Jagdfeld damals ein Zeichen setzen und errichtete diese erste und bekannteste Villa neu. Gebracht hatte es nichts: Zwei Jahre später war dem Grand Hotel so zugesetzt worden, dass es Insolvenz anmelden musste und daraufhin eskalierte die Situation derart, dass schließlich eine Mediation ins Leben gerufen wurde, in der sich die Stadt und Jagdfeld einigen konnten. Selbst die Mediation wollten die Stichweg-Kämpfer noch vereiteln, doch inzwischen gab es keinen Rückhalt aus der Bevölkerung mehr, denn die hatte keine Lust mehr auf die ewigen Grabenkämpfe, die schlechten Nachrichten am laufenden Band und den anhaltenen Verfall ihres Schmuckstücks.

Die Mediation glückte, auf den Stichweg wurde verzichtet, Jagdfeld musste dafür auf vieles verzichten, das ihm Geld gebracht hätte und obendrein einiges an Geld in die Hand nehmen, um der Stadt ein paar nette Geschenke an die Bürger zu finanzieren. Anders gesagt: Eine fette Kröte schlucken. Aber nur so war ein Waffenstillstand und die Aussicht auf Frieden möglich. Nun wurden aus Interessenten Käufer, im Nu waren alle Wohnungen der „Großfürstin Marie – Perle“ verkauft, 70% der Villa „Greif“ sind es ebenfalls schon und auch nebenan in der Villa „Möwe“ sind 20% verkauft. Bis zur Mediation war es noch ausgemachte Sache, dass diese Villa und auch die Villa „Schwan“ zwei Häuser weiter abgerissen und neu gebaut werden – nun saniert man im Bestand.

Was sich so einfach anhört, ist in Wirklichkeit ein einmaliges und kostspieliges Unterfangen: Die als Sommerhäuser gebauten Logiervillen haben keine Keller – die mussten erst mal unter die Häuser gebaut werden – abstützen, ausheben, einschalen, Beton injizieren. Die einzige originale Wendeltreppe in der ganzen Reihe der Villen wird erhalten – auch darauf ist man stolz.

Das heißt auch, man kann die originalen Hölzer und Ziegel sehen und spüren – hier ist alles wirklich über 100 Jahre alt. Und man begreift, dass zwischen dem ersten Bad des Herzogs 1793 und dem Bau dieser Logierhäuser um 1840 viel Zeit vergangen ist – in Heiligendamm also damals schon gut Ding Weile haben wollte.

Tja und wie zu erfahren war, wird man den Zeitplan für die Sanierung der ganzen Perlenkette wohl einhalten können, wenn es keine bösem Überraschungen gleichwelcher Art gibt. Für Villa „Seestern“ und die Kolonnaden (Wohnungen im Chalet-Stil) laufen bereits die Planungen und dann sind es nur noch drei zu sanierende Häuser. Im nächsten Jahr wird überdies im ehemaligen „Medini’s“ im Haus „Bischofsstab“ wieder eine Gastronomie eröffnen und auch das Grand Hotel plant Erweiterungen seines Angebots – auch baulich. Apropos baulich: Das kleinste Haus Heiligendamms – das historische Pumpenhaus im Hotelpark – wird ebenfalls gerade saniert.

Ich beschäftige mich seit 2003 intensiv mit Heiligendamm, seit 2004 gibt es ZEIT AM MEER und vielleicht darum, vielleicht wegen meiner Tätigkeit als Journalist durfte ich dabei sein und Eindrücke für Sie mitnehmen:

 

Zuletzt noch die Pressemitteilung der EntwicklungsCompagnie Heiligendamm mit weiteren Informationen:

Richtfest in Heiligendamm: „Villa Greif“ auf dem Weg zu neuem Glanz
Historische Strandvilla von 1854 wird denkmalgerecht nach modernsten Methoden in Stand gesetzt/
Unterkellerung bei Sanierung im Bestand echte Meisterleistung von Ingenieuren und Handwerkern
Heiligendamm, den 30.06.2017
. Wahre Meisterleistung von Ingenieuren und Handwerkern: Nach nur
etwa einem Jahr haben sie das Heiligendammer Logierhaus „Villa Greif“ soweit in Stand gesetzt, dass
heute Richtfest gefeiert werden konnte. „Mit viel Akribie, Aufwand und Erfahrung konnten wir die
historische Strandvilla aus dem 19. Jahrhundert nicht nur ertüchtigen, sondern auch mit einem Keller
versehen. Jetzt geht es darum, die Sanierung der ´Villa Greif´ auf dem gleichen hohen Niveau zu Ende
zu führen, das schließlich höchsten Ansprüchen genügt“, freut sich Anno August Jagdfeld, Chef der
Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm (ECH).

Die besondere Herausforderung bestand darin, das über 160 Jahre alte Gebäude so zu stabilisieren , dass eine vollständige Unterkellerung der „Villa Greif“ möglich wurde. Dies geschah mit Hilfe der
Unterfangung der Außenwände durch eine „Hochdruckinjektion“ (HDI) und die Abfangung der
Innenwände über eine Stahlkonstruktion. Dabei traten Bestandsfundamente aus Granitsteinen zu Tage, die bis zu zwei Metern ins Erdreich reichen.

Das historische Treppenhaus wie auch die Holzbalken der „Villa Greif“ können dank aufwändiger
Restaurierung erhalten werden. Und natürlich werden auch die Fenster – wie stets in Abstimmung mit dem Denkmalschutz – in höchster Qualität mit dem „Heiligendammer Profil“ hergestellt. Die ECH hatte es aus den historischen Fenstern des „Marien Cottages“ abgeleitet, entwickelt und erstmals bei der Sanierung des Grand Hotels Heiligendamm zum Einsatz gebracht. Gusseiserne Balkone, wie es sie
ehedem gab, werden ebenfalls neu angefertigt und runden das originalgetreue Erscheinungsbild ab.
Auch die Fassade selbst wird dem Original nachempfunden.

Die ECH errichtet in der „Villa Greif“ sechs exklusive Eigentumswohnungen von 70 bis 127
Quadratmetern Größe, die höchsten heutigen Ansprüchen genügen – natürlich alle mit direktem Blick
auf die Ostsee. Die Fertigstellung ist für 2018 vorgesehen

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