Unerkannt durchs Märchenland.

Tour Nummer 22 führt uns diesmal nicht um das Hotel herum, sondern direkt hinein. Wir haben einen Rundgang mit Herrn Sembill gebucht. Ganz normal über die Zeitung „Zukunft Heiligendamm“. Zusammen mit den Eltern und einer Bekannten geht es am 26.09. 2009 erstmals geführt durch alle Bauten des Grand Hotels. Wir waren zum Tag der Offenen Tür 2003 schon einmal hier aber da wurden wir auf einer kurzen Route durch das Grand Hotel und das Kurhaus hindurch geschoben und bekamen den Rest gar nicht zu Gesicht.

Ganz bewusst habe ich an einem offiziellen Rundgang zusammen mit fremden Teilnehmern teil genommen. Für die Veröffentlichung der Bilder habe ich mir erst im Nachhinein eine Genehmigung eingeholt. Sie bekommen hier also keinen gestellten Exklusiv-Einblick, sondern sehen genau das, was Sie bei jeder Führung auch sehen würden.

Ich habe nicht alle der über 100 geschossenen Bilder verwendet, weil manche Innenaufnahmen nicht so gelungen sind und oft Leute mit drauf waren. Das ist halt der Nachteil eines nichtexklusiven Fototermins. Sie sollen neugierig bleiben und vielleicht auch mal an einer Führung teil nehmen. (Nachtrag 2017: Diese Führungen gibt es inzwischen nicht mehr).

So ging es dann ganz offiziell aber nicht-exklusiv unerkannt durchs Märchenland.

Kommen Sie doch mit!

 

Hinweise: 
Durch Anklicken eines Bildes öffnet sich ein Schaukasten, der das Bild in voller Größe zeigt und ein Durchblättern der Gallerie ermöglicht. Diese Box lässt durch Klick auf das Kreuz oben rechts schließen. Die Rundgänge dienen zur Veranschaulichung der Entwicklung Bad Doberan-Heiligendamms sowie zur Unterhaltung. Die gemachten Aussagen sind rein privater Natur und stellen die persönliche Meinung des Autors nach dem jeweiligen Kenntnisstand am Tag des Rundgangs dar. Der Autor übernimmt keine Gewähr für Richtigkeit oder Vollständigkeit der Informationen. Eventuelle Nachträge werden am Ende dieser Seite als solche erkennbar gemacht.  Dort finden Sie auch eine Übersicht über alle Rundgänge.

 

Diese Führung hat uns tiefe Einblicke in den Hotelalltag gegeben.

Wir haben nicht einfach nur Zimmer und Suiten gesehen, sondern Orte, an denen Gäste mit viel Geld Urlaub machen und sich erholen und entspannen wollen. Es könnten mehr Gäste sein und das besonders in der Nebensaison – das steht außer Frage – und sicherlich würden es auch mehr sein, wenn das Umfeld stimmen würde. Einen Teil muss die ECH dazu beitragen und einen Teil die Stadtt. Es geht nur gemeinsam. Hier im Grand Hotel machen die Leute täglich ihren Job und davon hängt viel ab.


Noch mehr aber hängt davon ab, ob und wie Heiligendamm sich entwickelt.

Wir haben Taxen aus Bad Doberan gesehen, Glashäger Mineralwasser, Satower Fruchtsäfte, zu anderen Zeiten Gärtner und Handwerker aus der Region, örtliche Dienstleister verschiedenster Branchen und auch in den Speisekarten findet sich unsere Region wieder. Heiligendammer Gastgeber profitieren von Feierlichkeiten und nehmen die Gäste der Gäste auf, werden sogar vom Grand Hotel empfohlen. Vorausgesetzt natürlich, sie sind dem Hotel gegenüber nicht feindlich gesinnt.

Aber nur ein attraktiver Ortskern mit attraktiver Strandversorgung, funktionierender Infrastruktur und verlässlichem Kurwesen zieht die Menschen an und bewegt sie dazu, wieder zu kommen. Es fehlen Beschlüsse, welche der ECH ein Weitermachen erlauben und es fehlt das Vertrauen einiger Stadtvertreter in die Partnerschaft mit der ECH.


Wir empfehlen Ihnen, selbst an einer Führung teilzunehmen.

Die Führungen finden im laufenden Betrieb statt – da wird also nicht für einen Tag alles heraus geputzt.

Die Zimmer sind so, dass man sie sofort buchen könnte. Die Hochzeitssuite z.B. war bis zu unserem Rundgang zwei Wochen fast durchgehend belegt.

Nicht jeder bekommt sie daher bei der Führung zu Gesicht. Bei 10 Teilnehmern und ca. 2 Stunden Führungszeit ist das Tempo gut, um in Ruhe gucken zu können und Zeit für Fotos zu haben. Herr Sembill ermuntert immer wieder, ihn zu fragen und versucht, Sonderwünsche zu ermöglichen. Man bedenke, dass normalerweise nicht ständig alle Räume zur Verfügung stehen und verschlossen sind. Ein kurzer Anruf und schon kommt er hinein.

 

Wurden Sie schon einmal so durch ein Hotel geführt?

Diese Art von Öffentlichkeitsarbeit ist alles andere als selbstverständlich und obwohl das Grand Hotel kein Museum, sondern ein Wirtschaftsbetrieb ist, ermöglicht es solche und auch individuelle Führungen. Damit auch Tagesgäste die Angebote nutzen können, wurde extra ein Mitarbeiter an das Tor am Findling positioniert.

Mit Stehtisch und Sonnenschirm stellt er tagsüber stundenlang stehend die Speisekarten zur Verfügung, beantwortet Fragen und öffnet den Tagesbesuchern das Tor. Am Haupteingang gibt es eine Klingel, sodass man nun auch ohne Zimmerkarte Einlass bekommt. Hinaus ging es an diesem Tag auch problemlos, an einem anderen Tag wieder nicht, weil die Technik streikte.


Das alles wurde erst nach dem Ausstieg der Kempinski-Gruppe realisiert.

Wir erkennen hier also einen Richtungswechsel: Weg von der Billigvermarktung und hin zu Exklusivität aber nicht mehr unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Sie können auch ohne Zimmerbuchung einen ganzen Tag lang nach Belieben im Schwimmbecken planschen, Wellnessdrinks und Wellnesssnacks einnehmen, verschiede Arten von Saunen besuchen, Dampfbäder nehmen, sich massieren und kosmetisch behandeln und beraten lassen, ins Fitnessstudio gehen, auf der Liegewiese oder der Dachterrasse ausspannen, ins Restaurant essen oder in den Bars einen Kaffee trinken gehen.

Auf dem Gelände angekommen ist es Ihnen jederzeit möglich, ungehindert und ohne prüfende Blicke jeden Winkel des Hotelgeländes zu erkunden, sich auf die Treppe des Alexandrinencottages zu setzen oder den Ausblick von der Plattform davor zu genießen. In dem Moment, wo Sie auch nur einen Tee trinken, sind Sie Gast und müssen sich für nichts rechtfertigen, das Sie tun, das auch andere Gäste tun können und dürfen.

Das einzige, was uns daran hindert, im Grand Hotel in einem Restaurant essen zu gehen ist, dass wir mit den Gerichten nichts anfangen können und bei unseren Einkommen nicht so viel Geld für ein Essen ausgeben würden, weil es uns dann woanders wieder fehlen würde. Wir wissen aber, dass wir willkommen sind, dass wir jederzeit einkehren könnten und dürften und dass uns das Grand Hotel nicht mehr ausschließt, als das Prinzenpalais, der Ratskeller, der Weiße Pavillon, Cocos Milchbar oder das Turbo. Da kann man auch nicht einfach nur mal so sich hinsetzen und Zeitung lesen – man muss etwas bestellen. Im Prinzip kann ich von jedem anderen historischen Gebäude Bad Doberans weniger sehen und erleben, als von den Häusern des Grand Hotels.

 

Natürlich übersehen wir nicht die verfallenen Perlen und Villen, die Zäune und einige unglückliche Wegeführungen.

Darum stehe ich weiterhin bei allen Verantwortlichen auf der Matte und stelle Fragen, gebe auch mal Anregungen und lasse mir alles ganz genau erklären.

Jede Wirkung hat eine Ursache – jeder Reaktion geht eine Aktion voraus. Heiligendamm ist, wie es ist, weil es von allen – Befürwortern, Kritikern und Meinungslosen – dazu gemacht wurde. Den genauen Werdegang aufzuzeigen – die Ursachen und ihre Wirkung zu benennen – die Aktionen und ihre Reaktionen zu dokumentieren – das bleibt weiterhin mein Anliegen. Solange wir die Probleme nicht verstehen oder sogar gar nicht erst betrachten, können wir sie nicht lösen. Und zur Lösung der Probleme gehören alle Beteiligten – auch jene, die meinen, dass es nicht ihre Probleme sind. Heiligendamm ist die Summe aller Teile und wer auch nur an Heiligendamm denkt, hat seinen Teil dazu beigetragen.

 

Es ist die Art, wie wir denken, die bestimmt, wie wir handeln. Und es ist die Art zu handeln, die bestimmt, wie wir denken.

 

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https://zeit-am-meer.de/wp-content/uploads/2009/Touren/03/Heiligendamm_2009_Fuehrung_Mecklenburg-Dachterrasse-Strandblick-1200x900.jpghttps://zeit-am-meer.de/wp-content/uploads/2009/Touren/03/Heiligendamm_2009_Fuehrung_Mecklenburg-Dachterrasse-Strandblick-150x150.jpgMartin Dostal2009Unerkannt durchs Märchenland. Tour Nummer 22 führt uns diesmal nicht um das Hotel herum, sondern direkt hinein. Wir haben einen Rundgang mit Herrn Sembill gebucht. Ganz normal über die Zeitung 'Zukunft Heiligendamm'. Zusammen mit den Eltern und einer Bekannten geht es am 26.09. 2009 erstmals geführt durch alle Bauten des Grand...Sommerfrische seit 1793  |  Geschichte, Gegenwart und Zukunft von Bad Doberan-Heiligendamm